2012

Offener Brief ans BKH Kufstein

Offener Brief                                                                                                                                                                                                                                                               
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
                                                                      
mit großer Freude konnte ich der Tiroler Tageszeitung v. 18. Okt. 2012
entnehmen, daß das A.ö. Bezirkskrankenhaus KUFSTEIN als eine  der 
ganz wenigen gesundheitsbezogenen Einrichtungen der Republik einen
ganz erklecklichen Überschuß für das vergangene Jahr erwirtschaften
konnte.
 
Nicht nur freut mich dies, nein, es ist auch eine große Genugtuung,
daß auch ich als Patient Ihrer Firma im heurigen Jahr maßgeblich zum 
sicherlich ähnlichen Geschäftserfolg für das Jahr 2012 beitragen darf.
 
Warum dieses ?
Am 29. 3. 2012 wurde ich durch die Rettung nach einem Fahrradunfall 
in Ihr Institut eingeliefert. 
Ich war von extremer Unbeweglichkeit.
 
Die von Ihrem Personal festgestellten Verletzungen scheinen im anhäng-
enden mit 30. 3. 2012 datierten Bericht an meinen Hausarzt, Herrn
Dr. STROBL, WÖRGL auf.
 
Bereits in diesem Bericht wurde von Ihnen das Einsparungspotential
an einem Nebenschauplatz klug genutzt.
Nicht nur, daß Sie den Bericht an meinen Hausarzt mit 30.3.2012
( Befund: Zum Entlassungszeitpunkt……….) zu datieren beliebten,
nein – sie sparten sich auch den Entlassungstag, welchselbiger nach
meinen internen, stets zuverlässigen Aufzeichnungen der 31.3.2012 war
( wir berichten über Unterguggenberger………..,der vom 29.3.2012 bis
stationär………)
Neudeutsch wohl “ open end „).
Ebenso dürfte die Nichtentfernung dreier handtellergroßer an meinem
Oberkörper befestigter Elektrodenadapter sowie des Patientenhandbandes
sowie des Kanüllenadapters an meinem Handgelenk bei der Entlassung
aus Ihrem Hause Ihrer Gewinnmaximierungsphilosophie entsprechen.                                                    
Das will ich Ihnen aber nicht nachtragen.
 
 
Ihr in dem o.z. Bericht konstatierter komplikationsloser Verlauf stellte
sich nun so dar, daß das linke Bein dermaßen anschwoll, daß mich
mein Hausarzt wieder an Sie überwies. 2 Tage durfte ich nun wieder-
um bei Ihnen weilen. Ein Kompressionsstrumpf sollte finaler Heilung
förderlich sein. Verweildauer 3. 4.  bis 4. 4. 2012.
 
Da die Schmerzen, insbesondere in der linken Schulter und der Rippen-
gegend nicht nachließen, begab ich mich in das sog. Gesundheitszentrum
in WÖRGL, woselbst eine Schulterblatt- und Rippenfraktur festgestellt
wurden. Dies festzustellen, haben Sie sich auch gespart.
 
Da die Schmerzen im linken Bein inclusive Fuß sich nicht verringern
wollten, suchte ich die Unfallchir. Ambulanz Ihrer Anstalt auf.
Dies geschah am 11.4.2012.
Der untersuchende Arzt meinte, daß das noch mindestens einen Monat
dauern würde und verschrieb mir einen neuen Kompressionsstrumpf.
( Beilage: Nachbehandlungsempfehlung Abteilung für Unfallchirurgie
und Sporttraumatologie, Leiter Prim. Univ. Doz. Dr. H. Breitfuß ).
Die hieroglyphenartige Unterschrift war mir leider nicht vergönnt,
entziffern zu dürfen.
 
 
Diesen Besuch hätte ich mir sparen können, da die Schmerzen in meiner
o.z. linken Extremität vom Tragen eines Kompressionsstrumpfs sich 
nicht sonderlich beeindruckt zeigten, so daß sich Herr Dr. STROBL
veranlaßt sah, mich an das Institut des Herrn Dr. KASTLUNGER in 
SCHWAZ zu überweisen, der eine MR – Tomographie des linken Sprung-
gelenkes und des distalen Unterschenkels durchführte.
Einen solchen Vorgang haben Sie sich auch gespart, obwohl nach 
meinem derzeitigen Wissensstand Sie über derlei diagnoseförderliche
Einrichtungen in Ihrem Hause verfügen.
 
Es wurde folgendes festgestellt ( Originalbericht Dr.KASTLUNGER
liegt bei ). Ich zitiere aus dem Attest des Hr. Dr. STROBL:
“ Da beim Patienten persistierende  Schmerzen und Schwellungen  am
  Unterschenkel, Wadenbereich lateral und dorsal sowie am Sprung-
  gelenk – Vorfußbereich links bestehen, wurde am 4. 6. 2012 eine 
  MRT – Untersuchung durchgeführt. Hier wurde eine bisher nicht er-
  kannte Schrägfraktur des Wadenbeines mit begleitendem Knochen-
  marksödem ersichtlich. Ebenso zeigte sich eine Teilruptur eines 
  Aussenbandes sowie eine starke Zerrung eines Innenbandes des
  linken Sprunggelenkes. Diese Schädigungen stehen in kausalem 
  Zusammenhang mit dem Trauma und sind sicherlich keine Verän-
  derungen durch Vorschäden „.
 
Und in einem ebenso kausalen Zusammenhang sehe ich Ihren
Geschäftserfolg mit den nicht durchgeführten Untersuchungen 
betreffend meine  am 29. 3. 2012 verunfallte Person, welche 
zweifelsohne personal- sowie gerätemäßig ressourcenschonend
gehandhabt wurden.
 
LOCUTUS
CAUSA NON FINITA
 
Mit der Ihnen gebührenden Achtung
zeichne ich ergeben 
 
Hans Unterguggenberger