2009

Samstag, 28. März 2010: Giro di Gorenjska, 3. Etappe: Bled – Krain (SLO), 55 km

Fabrizio Verza

Die Nachmittagsetappe fordert noch einmal nach den Anstrengungen des Vormittags alles ab. In Summe sind heute immerhin 124 Rennkilometer zu absolvieren. Und sofort nach dem Start blasen die Italiener wieder zum Angriff. Die geben keine Sekunde Ruhe, und obwohl sie durch Pagnin und Verza bereits eine Doppelführung verteidigen, begnügen sie sich nicht damit. Pagnin selbst ist es, der durch massive Antritte immer wieder versucht, das anfangs noch einigermaßen kompakte Hauptfeld aufzureißen.

Die Strecke ist topfeben, daher wird hohes Tempo gefahren, es sind Passagen mit gut und gerne 55 km/h dabei. Pagnin fährt vorne an der Spitze, mit einer harten Übersetzung, 53/13 oder 14, kurbelt wie bei einem Sprint, dann läßt er sich ein paar Positionen zurückfallen, nippt nan seiner Trinkflasche, und mit frischem Elan geht es zurück an die Spitze, neuerliches Temposteigern ist angesagt. Immer weiter zieht sich das große Feld in die Länge, und dann reißt die lange Perlenschnur an mehreren Stellen.

Mit viel taktischem Geschick und Routine hält sich Bartonek anfangs in der ersten Gruppe, erst 12 km vor dem Ziel in Krain fällt er durch eine Unachtsamkeit etwas zurück. Die Italiener um Pagnin und Verza kurbeln weiterhin wie besessen an der Spitze, und daß Pagnin in Krain auch die dritte Etappe im Sprint für sich entscheidet, wundert eigentlich niemanden mehr. Doppelsieg in Krain durch Pagnin und Verza, in der Gesamtwertung führt Pagnin weiterhin mit 4 Sekunden vor Verza, an der dritten Stelle liegt jetzt Primoz Cerin vor Ales Hren (beide KK Adrija), beide 12 Sekunden zurück. Bartonek belegt in Krain den 22. Rang in der Tageswertung, 55 Sekunden hinter Pagnin, in der Gesamtwertung kann er sich mit nunmehr 9:55 Minuten Rückstand auf den italienischen Ex-Profi an die 20. Stelle verbessern.

7. November 2009: Straßenrennen um den Gran Premio di Festa Padana in Pramaggiore, 72,5 km

Saisonabschluß auch in Italien: mit dem Straßenrennen auf dem flachen Rundkurs in Pramaggiore wird auch beim südlichen Nachbarn die dort sehr viel längere Straßensaison heute beendet. Robert Bartonek, im Vorjahr hier an der 14. Stelle zeitgleich mit dem Sieger, ist auch diesmal wieder am Start, um seine tolle Siegesserie zu verteidigen (in den letzten beiden Rennen ein Sieg).

Zusammen mit den beiden Kategorien der Supergentlemen und den Frauen nehmen 114 Fahrer das Rennen bei kühlem, aber trockenem Wetter (12°) auf. Zum Saisonabschluß sind wieder alle Asse und Favoriten im Starterfeld vereint, und dementsprechend aktiv wird gleich in der ersten Runde gefahren. Sehr schnell stellt sich heraus, daß die beiden Mannschaften von Frenocar-Rovigo mit Alfio Maracani an der Spitze und De Luca-Portogruaro mit Tarlaio die beiden stärksten Mannschaften sind, die das Renngeschehen unter Kontrolle bringen wollen.

In der ersten Hälfte wird fleißig attackiert und gekontert, aber der aufmerksame Beobachter sieht sehr schnell, daß Frenocar-Rovigo dabei den aktiveren Teil übernimmt. Tarlaio fährt immer nur nach, schließt die Löcher und verläßt sich auf seinen passiven Teil, während Maracani geflissentlich darum bemüht ist, in eine Fluchtgruppe zu kommen. Beide gelten sie ja als die wohl stärksten Sprinter des Starterfeldes. Bartonek spielt die Rolle des Beobachters, fährt aufmerksam im ersten Drittel des Feldes mit, wird seinerseits aber nie aktiv.

Alle Fluchtversuche werden vereitelt, alle Ausreißer immer wieder gestellt, es fällt keine Entscheidung. Zwar wird das Hauptfeld langsam kleiner, aber von den Favoriten fällt niemand zurück. Je näher das Ziel rückt, desto gefährlicher werden die Attacken, hat man doch immer weniger Zeit, erfolgreich darauf zu reagieren. Eine vierköpfige Ausreißergruppe geht mit 10 Sekunden Vorsprung knapp vor dem Hauptfeld liegend in die Schlußrunde.

Die Entscheidung wird dann eingangs der letzten Runde eingeläutet, als Alfio Maracani höchstpersönlich antritt und eine kleine Unachtsamkeit der De-Luca-Fahrer ausnutzt, um sich abzusetzen. Bartonek ist aufmerksam und setzt sofort nach, mit einer kleinen Verzögerung reagiert dann auch Tarlaio, der dieses Duo natürlich nicht weglassen darf. 5 km vor dem Ziel also eine 3-Mann-Spitze mit den beiden stärksten Sprintern und Bartonek an der Spitze, der Vorsprung schwankt um die 10 bis 12 Sekunden. Wenig später greift dann aber die Mannschaftsarbeit, Frenocar-Rovigo und De Luca-Portogruaro haben bei den Verfolgern die Tempoarbeit im Griff und bremsen das Hauptfeld, worauf der Vorsprung sehr schnell auf 30 bis 40 Sekunden anwächst.

Damit ist auch sehr schnell klar, daß die drei Ausreißer nicht mehr eingeholt werden können. Bartonek klemmt sich an das Hinterrad von Maracani, weil er den als den schwächeren Sprinter einschätzt und der daher unbedingt noch aktiv werden muß, um Tarlaio abzuschütteln. Die Rechnung geht auf, eineinhalb Kilometer vor dem Ziel kommt der wuchtige Antritt von Maracani, der zwar seinen schärfsten Widersacher abschüttelt, doch Bartonek mitzieht.

Maracani macht in dieser Phase keinen Fehler, zieht seine Attacke durch, Bartonek führt keinen Meter, hängt nur am Hinterrad, während Tarlaio verzweifelt versucht, das Loch wieder zuzufahren. Und Tarlaio als der doch stärkere Fahrer setzt sich noch einmal durch, er kommt wieder an das Duo heran, kann etwa 500 Meter vor dem Zielstrich aufschließen, doch unmittelbar davor greift Bartonek an, legt alle Kraft in diese letzte Attacke und kann einen doch schon etwas entkräfteten Maracani stehenlassen.

Ein Rennverlauf im Finale wie aus dem Lehrbuch – Maracani als der schwächere Sprinter muß aktiv werden, zieht den schwächsten Sprinter aber mit, nämlich Bartonek, der stärkste Fahrer des Trios, Tarlaio, hat sich überrumpeln lassen, kann diesen Fehler aber wieder einigermaßen ausbügeln, indem er kurz vor dem Zielstrich, schon auf der langen Zielgeraden, an das Duo wieder herankommt. Doch Bartonek macht auch keinen Fehler, läßt sich seinen Vorteil nicht mehr nehmen, gewinnt somit das Abschlußrennen und feiert den dritten Sieg hintereinander.

Die drei stärksten Fahrer der Herbstsaison haben sich heute also eindrucksvoll in Szene gesetzt, haben auch dieses letzte Straßenrennen der Saison beherrscht. Das interessante Ergebnis: der schwächste der drei Spitzenreiter, Bartonek, gewinnt, der aktivste im Finale, Maracani, wird nur Dritter. Was lernen wir daraus: zum Erfolg im Radsport gehört UNBEDINGT auch etwas Gehirnmasse!

1. November 2009: Rundstreckenrennen um das Memorial Pietro Favalli in Buso di Rovigo, 41,6 km

Robert Bartonek fährt seit Wochen in Hochform und konnte das auch in Buso di Rovigo unter Beweis stellen. Dabei war dieses Rundstreckenrennen auf einer völlig flachen 4,6-km-Runde mit nur vier Kurven ungemein schnell und es war auch von einem sehr spektakulären, abwechslungsreichen Rennverlauf gekennzeichnet. Bereits in der ersten der neun Runden gab es eine sechsköpfige Spitzengruppe, die aber schon in der zweiten Runde wieder gestellt wurde. Dann waren es abermals sechs Mann, darunter Bartonek und die Favoriten Busato und Tarlaio (beide De Luca), die sich absetzen konnten und einen Vorsprung von einer knappen Minute herausfuhren.

Doch in der 4. Runde war auch diese Gruppe wieder eingeholt, und sofort setzten sich zwei Mann ab, Bartonek setzte alleine nach und in der 5. Runde hatte dieses Trio 25 Sekunden Vorsprung herausgefahren. Doch die drei Ausreißer harmonierten überhaupt nicht, und die Lokalmatadore, angeführt vom hohen Favoriten Alfio Maracani, machten im Hauptfeld Tempo und kamen in der 6. Runde wieder heran.

In der Tonart ging es weiter, in der 7. Runde war Bartonek wieder vorne weg, in einer 5-Mann-Gruppe, die aber nur 15 Sekunden vor dem Feld lag, ehe sie auch wieder eingefangen wurden. In der vorletzten Runde ging dann eine 7-Mann-Gruppe ohne Bartonek weg, ehe die Verfolger durch einen wahren Kraftakt in der Schlußrunde noch einmal aufschließen konnten. Und postwendend setzten sich 4 Fahrer ab, darunter Bartonek, der zum vierten Mal in einer Spitzengruppe mitfuhr.

Dieses Ausreißerquintett fuhr etwa 15 Sekunden heraus, ehe die Fahrer aus Rovigo, die nicht vorne vertreten waren, in Zusammenarbeit mit dem De-Luca-Team, das auch niemanden vorne dabei hatte, noch einmal aufschließen konnten. Bartonek trat dann genau in dem Moment an, als die Verfolger die Gruppe einholten, 2 km vor dem Ziel, kam völlig ungehindert weg und konnte mit hohem Tempo auch diese letzten 2000 Meter durchhalten. Aus dem Feld bildete sich durch eine wilde Verfolgungsjagd eine kleine dreiköpfige Gruppe, aus der dann Lokalmatador Alfio Maracani zum 2. Platz sprintete, im Ziel lag er nur mehr 3 Sekunden hinter Bartonek, der sich mit den letzten Kräften ins Ziel gerettet hatte.

25. Oktober 2009: Straßenrennen um den Großen Preis der Stadt Lenti (Ungarn), 111 km

Mit dem traditionellen Straßenrennen in Lenti im Südwesten Ungarns ging die nationale Straßensaison 2009 zu Ende. Gestern ging hier bereits das erste Querfeldeinrennen über die Bühne, heute folgte das letzte Straßenrennen. Am Start fanden sich bei herrlichem Herbstwetter (Sonnenschein, leichter Wind, 15°) an die 50 Starter ein, die 10 Minuten nach den Elitefahrern und 5 Minuten nach den Junioren auf die Strecke rund um Lenti gingen, einem Radsportzentrum in diesem Teil Ungarns.

Das Starterfeld versammelte sowohl ein paar starke, als auch viele mittelmäßige und einige erschreckend schwache Fahrer, die sehr bald nach dem Start bereits abreißen lassen mußten. Und gleich beim ersten Anstieg nach etwa 15 km wurden die Klassenunterschiede schonungslos aufgedeckt: eine 12köpfige Gruppe fuhr dem Rest hier bereits davon, Bartonek hatte da keine Mühe, in dieser Gruppe mitzuhalten.

Im Laufe des Rennens wurde diese Gruppe dann immer kleiner, von hinten drohte keine Gefahr mehr, der Vorsprung der Ausreißer vergrößerte sich immer mehr, und nach 78 km kamen nur mehr 8 Fahrer für den Sieg in Frage. Als der Schwung aus dieser Gruppe verschwunden schien und sich alle immer öfter gegenseitig beobachteten, fuhr Bartonek auf altbewährte Art (Oberlenker, sitzend) auf und davon. Niemand setzte nach, niemand zeigte eine Reaktion und so konnte der Grazer seinen Vorsprung langsam vergrößern. Wenig später war Bartonek außer Sicht und das Rennen schien gelaufen. Leider war es der Rennleitung nicht möglich, den Führenden mit Informationen über seinen Vorsprung zu versorgen, sodaß Bartonek nie wußte, wie groß (oder klein) sein Vorsprung wirklich war. Die Verfolger kamen jedenfalls nicht mehr in Sichtweite.

Bartonek fuhr das Rennen mit konstantem Tempo um die 40 km/h zu Ende und hatte 2:25 Minuten Vorsprung herausgefahren, als die Verfolger um die Plätze sprinteten. Rang 2 ging dabei an Tibor Balaczs (Szekszard) vor Attila Prohaszka (Siofok).

24. Oktober 2009: Straßenrennen um den Gran Premio di Cittá di Caorle, Memorial Aldo Sartori (I), 93,1 km

Ein phantastisches Ergebnis glückte dem Grazer Robert Bartonek am Ende der heurigen Radsportsaison: der seit Wochen in Hochform fahrende 51jährige belegte beim traditionellen Straßenpreis von Caorle über 93 km (3 Runden á 31 km) den hervorragenden zweiten Platz, mußte sich dabei nur dem starken Sprinter Alfio Maracani geschlagen geben.

Bei kühlem, stark windigem Wetter nahmen 177 Fahrer (!) der Kategorie Gentlemen das Rennen auf, und unmittelbar nach dem Start wurden viele bereits Opfer der ersten Windkanten. Einzig eine 22köpfige Spitzengruppe, die aus der ersten Runde bereits mit großem Vorsprung kam, konnte das Rennen unter sich ausmachen. In dieser Gruppe waren viele der Lokalfavoriten vertreten, auch Bartonek, der ein unauffälliges Rennen am Ende der Gruppe fuhr. Ein paar Attacken in der zweiten Runde verkleinerten die Gruppe auf 16 Mann, die bei zunehmend schlechterem Wetter in die Schlußrunde gingen.

Da frischte dann der Wind nochmals stark auf, entwickelte sich zu einem Sturm, dunkle Regenwolken türmten sich über den Fahrern auf, und als 21 km vor dem Ziel ein wolkenbruchartiger, infernalischer Schauer auf die Fahrer niederprasselte, attackierte Bartonek, kam auch prompt von der Gruppe weg und vergrößerte zusehends seinen Vorsprung. 12 km vor dem Ziel war dann aber plötzlich einer der Favoriten an seinem Hinterrad, Alfio Maracani hatte aufgeschlossen und war damit als einer der stärksten italienischen Sprinter der logische Favorit auf den Sieg.

Die beiden harmonierten nicht schlecht, fuhren bis zum letzten Kilometer, wo es dann mit der Einigkeit vorbei war. Maracani führte keinen Meter mehr, ließ sich vom Hinterrad des Österreichers nicht mehr wegbringen und sprintete dann zu einem klaren und ungefährdeten Sieg. Bartonek, von der 9 km langen Alleinfahrt im strömenden Regen und der dann folgenden 12 km langen Fahrt zu zweit, wo er auch den Großteil der Führungsarbeit geleistet hatte, angeschlagen, machte keinerlei Anstalten, dem Antritt des Italieners etwas entgegenzusetzen, und somit feierte Maracani einen ungefährdeten Sieg.

23. Oktober 2009: Österreichische Nachwuchs-Bahnmeisterschaften im Wiener Ferry-Dusika-Stadion, Omnium, 2. Tag

Stephanie Strobl (unten vorne) führt das Feld der U-15-Fahrer im Punkterennen an.

Zweiter Tag der Nachwuchs-Omnium-Bahnmeisterschaften,und heute stehen zwei Bewerbe am Programm. Zunächst wird ein Ausscheidungsrennen gefahren, bei dem Stephanie Strobl leider schon sehr bald eliminiert wird, sie belegt in diesem Bewerb nur den 24. Rang, Felix Kramer gewinnt vor Stefan Mastaller (RLM Wien) und Reinhard Sackl (Junior Cyclingteam Graz), als bestes Mädchen wird Marlene Schilling (NÖ-Rad-Union) Vierte, Stephanie wird in der Mädchen-Klasse leider nur Elfte.

Zum Abschluß des Omnium-Bewerbes gibt es dann wieder ein Punkterennen, das sich mit einem Schnitt von 39,81 km/h wieder Stefan Mastaller (RLM Wien) sichert, er gewinnt mit 15 Punkten vor dem besten Mädchen, Nadja Heigl (SU MTB-Team), 10, und Michael Koller (Junior Cycling-Team Graz) mit 8 Punkten. Stephanie Strobl belegt den 18. Rang und wird damit 8. bei den Mädchen.

Siegerehrung im Omnium der Mädchen (von links): Verena Eberhardt (2.), Marlene Schilling (1.), Nadja Heigl (3.)

Obwohl die Mädchen in der U-15-Klasse der Burschen starten, werden sie separat gewertet. Stephanie belegt in der Meisterschaftswertung des Omniums den 8. Rang!

  1. Marlene Schilling, Die NÖ-Rad-Union, 69 Punkte
  2. Verena Eberhardt, RSC ARBÖ Südburgenland, 59
  3. Nadja Heigl, SU MTB-Team, 52
  4. Elisabeth Riegler, ARBÖ ASKÖ Sporthauptschule Waidhofen/Ybbs, 44
  5. Susanne Ebner, RC UNION Raiffeisen-Radteam Tirol
  6. Evelyn Schappenlehner, ARBÖ ASKÖ Sporthauptschule Waidhofen/Ybbs
  7. Lisa Gürtler, ÖAMTC RC Tirol, RC Burkert-Druck Pottendorf, 30
  8. Stephanie Strobl, RC UNION Unterguggenberger Wörgl, 28
  9. Nadine Willinger, 23
  10. Astrid Gassner, ARBÖ ASKÖ Sporthauptschule Waidhofen/Ybbs, 18

22. Oktober 2009: Österreichische Nachwuchs-Bahnmeisterschaften im Wiener Ferry-Dusika-Stadion, Omnium, 1. Tag

Letzte Österreichische Meisterschaft, der Omniumtitel auf der Bahn, wurde im Ferry-Dusika-Stadion vergeben. Für die UGB-Renngemeinschaft trat dabei die 15jährige Stephanie Strobl aus Etsdorf (NÖ) an. Der erste Bewerb war das Punkterennen, an dem die U-15-, U-13-Fahrer und die Mädchen teilnahmen. Der Sieg ging dabei an Felix Kramer (RLM Wien) mit 16 Punkten vor seinem Klubkollegen Stefan Mastaller, 14 Punkte, sowie Reinhard Sackl, Junior Cycling Team Graz, der es auf 11 Zähler brachte. Im Feld der 26 Starter belegte Stephanie Strobl als sechstes Mädchen den 16. Rang.

Als nächstes wurde ein Scratch-Bewerb gefahren, den sich diesmal Stefan Mastaller (RLM Wien) vor Felix Kramer und Reinhard Sackl sicherte, Stephanie Strobl belegte als siebentes Mädchen den 14. Rang.

Zum Abschluß gab es dann noch ein Rennen über unbekannte Distanz, das sich Mastaller (RLM Wien) vor Kramer und Sackl sicherte, dieselbe Reihung gab es dann auch in der Omnium-Zwischenwertung. Stephanie war zum Abschluß Fünfte bei den Mädchen und belegte den 12. Rang über die unbekannte Distanz.

18. Oktober 2009: Bergzeitfahren Montecchio Maggiore – San Urbano um die Coppa Santa Eurosia und die Trofeo Calpeda Pompe, zugleich Provinzialbergmeisterschaft, 4,6 km

Gebremst vom starken Nordwind mußten die 89 Teilnehmer des traditionellen Bergzeitfahrens, das nun schon zum 53. Mal veranstaltet wurde, die 4,6 km mit den 235 Höhenmetern hinauf nach San Urbano absolvieren. Am Start wie in all den Jahren zuvor auch der Seriensieger dieses Rennens, der mehrfache Italienmeister am Berg, Silvano Tittoto, der – wie im Vorjahr – auch wieder gewann, wenngleich diesmal mit einer relativ schwachen Siegerzeit von 10:12 Minuten.

Am Start war auch Robert Bartonek, der wie im Vorjahr auch heuer wieder eine Fabelzeit über diese unrhythmischen Steigungen mit bis zu 10 % fahren konnte, er erzielte mit 10:29 Minuten die drittbeste Zeit des Tages. Den Ehrenplatz belegte Luciano Zilio (S. Anna Elettrosystem) in 10:16, während der Vorjahrszweite Enzo Bergamasco (GS Cicli Benato) mit seinen 10:34 von Bartonek diesmal geschlagen wurde.

Die abwechslungsreiche Strecke, die mit Steilpassagen von 10 % bis hin zu sehr schnellen Abfahrten alle Steigungsgrade vereint, wurde heuer von allen Klassensiegern um etwa eine halbe Minute langsamer bewältigt als noch im Vorjahr, was wohl auf den starken Gegenwind zurückzuführen war.

Sonntag, 18. Oktober 2009: World Master Games in Sydney, Kriterium Finale im Königlichen Botanischen Garten, 30 Minuten + 3 Runden

Endlich, im dritten und letzten Bewerb der World Master Games in Sydney, den inoffiziellen Olympischen Spielen für Master-Athleten, hat unser Sigi Rothauer die ersehnte Medaille erkämpft! Hinter dem überragenden Straßenfahrer dieser Spiele, dem Briten Brian Dacey (zweimal Gold und einmal Silber) sprintete unser Sigi auf den phantastischen zweiten Rang und holte damit Silber zum Abschluß der Spiele!

In der Masterklasse 9 hatte es nicht so viele Starter gegeben, daß Vorläufe nötig gewesen wären, so gab es hier also gleich direkt das Finale. Unser Sigi, Österreichischer Meister in dieser Disziplin, mußte hier auch etwas umdenken, denn die Kriterien werden hier alle auf Endwertung gefahren, nicht mit Punktewertungen wie bei uns in Europa. Eigentlich hatte es sich hier um ein Rundstreckenrennen gehandelt. Vielleicht hätte Sigi mit einigen Sprintwertungen eine Siegchance gehabt, wer weiß? Es ist heute müßig, darüber zu rätseln, immerhin hat er mit der Silbermedaille die einzige Medaille eines Österreichers bei diesen Spielen geholt!

Ergebnis Master 9:

  1. Brian Dacey (Großbritannien)
  2. Siegfried Rothauer (Österreich)
  3. Warwick Dalton (AUS)
  4. Peter Jones (AUS)
  5. Otto Altweck (BRD)
  6. Roland Crayford (Großbritannien)
  7. Peter Ryalls (Großbritannien)
  8. William McConnell (AUS)
  9. John Spinks (AUS)
  10. Victor Possee (Großbritannien)
  11. Anton Gierer (Österreich)
  12. Tony Whiteside (AUS)
  13. James Eades (AUS)
  14. Evan Elliott (AUS)
  15. Mark Nicholls (AUS)
  16. Thomas Wills (AUS)
  17. Ray Bush (AUS)
  18. Philip Kelly (AUS)
  19. Anthony van Merwyk (USA)
  20. John King (Großbritannien)
  21. Lyle Baird (AUS)
  22. Murray McGregor (AUS)

17. Oktober 2009: Straßenrennen um die Trofeo Memorial Enrico Rossi in Busco di Ponte di Piave, 63 km

Robert Bartonek startete beim Straßenrennen in Busco di Ponte di Piave, einem traditionellen Klassiker, der heuer schon zum 32. Mal stattfindet. Und obwohl das Rennen erstklassig besetzt war, ereignete sich nicht viel. Es war genaugenommen ein wirklich fader und langweiliger Rennverlauf, denn ein paar halbherzige Aktionen in der ersten Runde waren auch schon alles Erwähnenswerte.

In der Schlußrunde versuchten es die Favoriten noch einmal, doch als das Feld gleich wieder nachsetzte, wurde das Rennen dann im Massensprint entschieden. Und da setzte sich einmal mehr der starke Sprinter Alberto Busato (GS De Luca Portotecnica Portogruaro) knapp vor dem Ex-Profi Fabrizio Verza durch. Bartonek kam zeitgleich auf den 12. Rang. Das Rennen wurde mit dem Schnitt von 42,47 km/h abgespult.

16. Oktober 2009: World Master Games in Sydney, Straßenrennen am Western Sydney International Dragway, 41,9 km

Die Königsdisziplin des Straßenradsports, das Straßenrennen, wurde heute im Rahmen der World Master Games in Sydney ausgetragen, die österreichischen Fahnen hielten dabei zwei Starter hoch, nämlich unser Sigi Rothauer, Mitglied der UGB-Renngemeinschaft, sowie der Niederösterreicher Toni Gierer. Beide befanden sich dann auch in der Spitzengruppe, aus der jedoch zwei Mann entwischten: der Australier Robert Whetters sowie der Brite Brian Dacey, der schon Silber im Zeitfahren gewonnen hatte. Der Brite bewies seine Sonderklasse, schüttelte im Finale den Australier sogar noch ab und gewann mit 8 Sekunden Vorsprung und einem Schnitt von 33,13 km/h. Die Verfolger mit den beiden Österreichern kamen 3 Minuten dahinter ins Ziel.

Sigi Rothauer, im Vorjahr Welt- und Europameister, heuer EM-Zweiter, hätte den Sprint schon gewinnen müssen, um sich noch die letzte verbliebene Medaille zu sichern. Doch zwei Australier hatten die schnelleren Beine: Mark Nicholls gewann Bronze vor seinem Landsmann Will McConnell, dem Sieger des Zeitfahrens, dahinter bereits als großartiger Fünfter unser Sigi Rothauer. Zeitgleich belegte Toni Gierer den sehr guten 11. Rang.

Ergebnis Master 9:

  1. Brian Dacey (Großbritannien) 1:15:53 (Siegerschnitt 33,13 km/h)
  2. Robert Whetters (AUS) -0:08
  3. Mark Nicholls (AUS) -2:53
  4. William McConnell (AUS)
  5. Siegfried Rothauer (Österreich)
  6. Roland Crayford (Großbritannien)
  7. John Spinks (AUS)
  8. Tony Whiteside (AUS)
  9. Peter Ryalls (Großbritannien)
  10. Evan Elliott (AUS)
  11. Anton Gierer (Österreich)
  12. Warwick Dalton (Neuseeland), alle gleiche Zeit
  13. Robert Nagy (AUS) -3:09
  14. Alban McGuiness (AUS) -3:49
  15. James Eades (AUS) -7:55
  16. Terence Herbert (AUS), gleiche Zeit
  17. Philip Kelly (AUS) -11:30
  18. John King (Großbritannien) -11:33
  19. Anthon van Merwyk (AUS) -11:44
  20. Murray McGregor (AUS) -14:22
  21. Ray Bush (AUS) -14:46
  22. Lyle Baird (AUS) -15:18
  23. John Daly (Kanada) -15:32
  24. Maurice Earls (AUS) -17:53
  25. Peter Jones (AUS) -22:32

Aufgegeben: John Bennetts (AUS), Ronald Grant (AUS), Tony McLelland (AUS), Victor Possee (Großbritannien), David Sankey (Großbritannien), Thomas Wills (AUS)

15. Oktober 2009: World Master Games in Sydney (AUS), Einzelzeitfahren am Eastern Creek Raceway, 19 km

Erster Bewerb für unseren Sigi bei den World Master Games in Sydney in Australien: das Einzelzeitfahren, das der Lambacher aber auf seiner Straßenmaschine bestritt. Der Australier William McConnell siegte überlegen und holte sich damit das erste Gold auf der Straße. In 28:55 blieb er gleich um 1:28 vor dem Briten Brian Dacey erfolgreich und fuhr dabei einen Schnitt von 39,41 km/h. Die Bronzemedaille gewann der Australier John Spinks, der auf den Sieger bereits den stolzen Abstand von 2:01 Minuten preisgeben mußte.

Leider konnten beide österreichischen Starter, Toni Gierer und Sigi Rothauer, den Zeitfahrkurs nicht vor dem Rennen besichtigen, sodaß ihnen daraus sicher ein kleiner Nachteil erwachsen ist. Der österreichische Zeitfahrmeister Gierer hat mit seinen 11 Sekunden Rückstand auf Bronze dadurch vielleicht eine Medaille vergeben.

Etwas unglücklich der österreichische Meister in dieser Altersklasse, der Niederösterreicher Anton Gierer. Der zweifache Ex-Weltmeister im Zeitfahren verlor 2:12 Minuten und mußte sich mit dem undankbaren vierten Rang zufriedengeben, die Bronzemedaille hatte er um 11 Sekunden verpaßt!

Sigi Rothauer fuhr 32:36, aber mit seiner Straßenmaschine, womit er natürlich entsprechende Sekunden gegen seine Konkurretnen einbüßte, die alle mit Zeitfahrmaschinen an den Start gegangen waren, auf den 8. Rang.

Die Altersklasse 9, in der Sigi an den Start ging, absolvierte ihr Programm am Nachmittag. Alle Altersklassen bestritten am Eastern Creek Raceway zwei Runden über die Gesamtdistanz von 19 km.

Ergebnisse Master 9 (70-74 Jahre):

  1. William McConnell (AUS) 28:55 (Siegerschnitt 39,41 km/h)
  2. Brian Dacey (Großbritannien) 30:23
  3. John Spinks (AUS) 30:56
  4. Anton Gierer (Österreich) 31:07
  5.  Robert Whetters (AUS) 31:12
  6. Tony Whiteside (AUS) 32:12
  7. Mark Nicholls (AUS) 32:24
  8. Siegfried  Rothauer (Österreich) 32:36
  9. Roland Crayford (Großbritannien) 32:39
  10. Evan Elliogtt (AUS) 32:53
  11. James Eades (AUS) 33:59
  12. Warren Molloy (AUS) 34:01
  13. Victor Possee (Großbritannien) 34:27
  14. Peter Jones (AUS) 34:47
  15. John King (Großbritannien) 35:15
  16. Anthony van Merwyk (AUS) 35:44
  17. Harold Braaksma (Kanada) 35:58
  18. Philip Kelly (AUS) 37:30
  19. Murray McGregor (AUS) 37:50
  20. John Daly (Kanada) 38:27
  21. Lyle Baird (AUS) 38:48
  22. John Bennetts (AUS) 39:04
  23. Bruce McDougall (AUS) 40:06
  24. Maurice Earls (AUWS) 34:28
  25. Ronald Grant (AUS) 43:32
  26. Tony McClelland (AUS) 34:27

aufgegeben: Edward Picton (AUS)

11. Oktober 2009: Kriterium „Rund um den Burger King“ in Graz-Seiersberg, zugleich Steirische Landesmeisterschaft

Österreichischer traditioneller Saisonabschluß in Seiersberg bei Graz auf dem technisch schwierigen 1,2 km langen Rundkurs beim Burger King im Shopping Centre West. Trotz herrlichem Herbst- und idealem Radsportwetter hatten in den Masterklassen nur wenige Fahrer den Weg nach Seiersberg angetreten. Waren in den Nachwuchsklassen wegen des Alpe-Adria-Cups, zu dem diese Veranstaltung zählte, viele Slowenen und Italiener an den Start gegangen, so sind die meisten Masterfahrer dem Start ferngeblieben. Die Steirische Landesmeisterschaft war anscheinend als Anreiz zu wenig.

Im Rennen der Masterklassen 2 und 3, die diesmal zusammen gewertet wurden, ging auch UGB-Fahrer Robert Bartonek an den Start.

Robert Bartonek (links) und Gerhard Mosler auf der Ziellinie

Bei den Wertungsrunden ging es gleich voll zur Sache. Bartonek hatte dabei großes Pech, wurde er doch gleich bei der ersten Wertung, in aussichtsreicher Position liegend, vom stürzenden Slowenen Ljubos Csar stark behindert, mußte 50 Meter vor dem Ziel stark abbremsen und ausweichen, womit die Chance auf Punkte dahin war.

Doch der Grazer bewies bei seinem Heimrennen, daß er nicht zu Unrecht in dieser Disziplin Österreichischer Vizemeister ist. In der zweiten Wertung sprintete er – taktisch klug – ohne Risiko und auch ohne besondere Anstrengung an die zweite Stelle, holte sich somit 3 Punkte. Die dritte Wertung beendete er auf dem klaren vierten Rang, holte noch einen Punkt, dann aber setzte wieder die Pechsträhne ein.

Beim Sprint der vierten und vorletzten Wertung rutschte er, aus der Bergauf-Zielkurve heraus antretend, mit dem linken Fuß aus dem Pedal und konnte nur mit Mühe und Geschick einen Sturz vermeiden. Das nutzte der an seinem Hinterrad fahrende Gerhard Mosler aus und kam durch seinen vierten Rang zu einem Punkt.

Dieselbe Szene bei der fünften und letzten Wertung. Bartonek lag an der sicher scheinenden vierten Stelle, wurde aber auf den allerletzten Metern noch vom ganz rechts vorbeisprintenden Gerhard Mosler um Zentimeter abgefangen. Damit sicherte sich der Grambacher einen weiteren Punkt, kam ebenfalls auf insgesamt 4 Punkte, doch hatte er wegen der besseren Plazierung bei der letzen Wertung die Nase vorne. Bartonek verpaßte den 5. Rang damit denkbar knapp und landete nur an der 6. Stelle. Mit dem Ergebnis war er natürlich nicht zufrieden.

10. Oktober 2009: Rundstreckenrennen in Oberlaab, zugleich Welser Stadt- und Bezirksmeisterschaft, 42 km

Martin Riska (Tschechien) gewinnt

Die beiden UGB-Fahrer Robert bartonek und Hans Unterguggenberger gingen bei bedecktem Himmel, starkem, kaltem Wind, aber trockenem Wetter an den Start des Rundstreckenrennens in Oberlaab, bei dem es um die Welser Stadt- und Bezirksmeisterschaft ging. Am Start der Rennklasse eine ganze Menge Elitefahrer, allen voran die Welser Gourmetfein-Mannschaft des Veranstalters, angeführt von Werner Riebenbauer und Tschibo-Cup-Sieger Martin Riska. Mit dabei auch der neue Corratec-Star Benetseder sowie u.a. Karl Gillmayr, Riccardo Zoidl oder Dominik Hrinkow. Manfred Koch und Stephanie Strobl hatten es vorgezogen, daheim zu bleiben.

Auf einem schmalen Rundkurs hatten die Fahrer 12 Runden zu je 3,5 km zurückzulegen (= 42 km), wobei die letzten 1000 Meter zur Ziellinie hin bergauf führten. Nicht steil, aber steil genug, um hier eine Selektion herbeizuführen.

Vom Startschuß weg wurde aufs Tempo gedrückt. Hans Unterguggenberger verlor sehr schnell den Anschluß und wurde nach 6 Runden überrundet, während Bartonek tapfer im Kreise der stärksten Elitefahrer des Landes mithalten konnte.

Dabei kristallisierten sich sehr schnell ein kurzer, etwa 100 Meter langer Anstieg 800 Meter vor dem Ziel als strategischer Scharfrichter heraus sowie generell alle Abzweigungen, weil dort das große Feld zusammengedrückt wurde und man danach wieder antreten und dem Feld hinterhersprinten mußte.

Während Hans Unterguggenberger bis ins Ziel eineinhalb Runden auf den Sieger verlor, kämpfte Robert Bartonek mit den letzten Kräften darum, in der Hauptgruppe mitzuhalten. Bald schon war er der einzige Nicht-Elite-Fahrer dieser Gruppe, da auch der mehrfache Landesmeister der Masterklasse, Karl Gillmayr, sich sehr schnell aus dieser Gruppe verabschieden mußte.

Vier Runden vor Schluß kam dann die entscheidende Attacke auf den letzten 600 Metern des Rundkurses, es setzten sich drei Mann ab, darunter der nunmehr zweifache Tschibo-Cup-Sieger Martin Riska (ARBÖ Gourmetfein Wels), Patrick Hauser und Josef Benetseder (Corratec), die Verfolger konnten bis ins Ziel nicht mehr aufschließen. Zeitweise flammte zwar die Jagd immer wieder auf, doch die Ausreißer fuhren ein konstant hohes Tempo und gelangten ungefährdet ins Ziel. Zwar setzten sich Riebenbauer und Schröger noch aus dem Feld ab, können aber nur mehr bis auf 41 Sekunden an das Spitzentrio herankommen. Auch Hrinkow und Zoidl fahren noch aus dem Feld weg, aber auch sie bleiben dazwischen stecken.

Im Ziel belegte Robert Bartonek mit nur 1:09 Minuten Rückstand auf den Sieger Martin Riska (Tschechien) den ausgezeichneten 24. Rang, womit er die Gästeklasse über 50 Jahren ganz klar und souverän für sich entschied. Zweiter wurde hier sein Vereinskollege Hans Unterguggenberger.

4. Oktober 2009: Kolsassberg-Classic, Bergrennen Kolsass – Kolsassberg, Tiroler Saisonabschlußrennen, 5,8 km

Zum Abschluß der Tiroler Radsportsaison findet alljährlich Anfang Oktober das nun schon traditionelle Kolsassbergrennen statt: nur 5,8 km lang, aber sausteil, 590 Höhenmeter und Steigungen bis 16 %. Im Vorjahr wurde hier die Tiroler Landesmeisterschaft ausgetragen, heuer war wieder einmal ein „normales“ Jahr. Im Gegensatz zum Vorjahr spielte diesmal auch das Wetter mit, bei angenehmen herbstlichen Temperaturen und Sonnenschein gab es keinerlei Beeinträchtigungen.

Auch heuer wieder war die UGB-Renngemeinschaft aus Wörgl mit dabei, die angekündigten Manfred Koch und Stephanie Strobl kamen zwar nicht, dafür waren aber Hans Unterguggenberger und Robert Bartonek am Start.

Da es im Verlaufe dieses Anstieges zwei Prämiensprints gibt, ist für hohes Tempo vom Start weg gesorgt, so zog sich das unglaublich große Starterfeld – immerhin über 200 Starter – in die Länge. Wer da nicht gleich ganz vorne dabei war, hatte keine Chance mehr. Doch die Fähigkeit, schnell zu starten, bleibt meist den Elitefahrern vorbehalten.

Bartonek hatte zwar mit anfänglichen Schwierigkeiten zu kämpfen, konnte nicht so schnell starten wie erforderlich und verlor da viel an Terrain. Und obwohl er dann bis ins Ziel auf Überholkurs war, kann man da natürlich das, was man anfangs verliert, einfach nicht mehr zur Gänze wettmachen. Mit Fortdauer des Rennens wurde er immer stärker, arbeitete sich immer weiter nach vorne und landete schließlich in seiner Altersklasse am 5. Rang. Dabei unterbot er seine Vorjahreszeit doch deutlich. Mit der Zeit von 28 Minuten hat er eine deutliche Leistungssteigerung gezeigt.

Hans Unterguggenberger hatte ebenfalls große Probleme, am Anfang seinen Rhythmus zu finden, aber das rührt wahrscheinlich auch daher, daß bei diesem Rennen die Altersklassen mit den Elitefahrern zusammen starten, die natürlich gleich vom Start weg maximales Tempo fahren, während der ältere Rennfahrer da so seine Probleme hat. Der Hans fuhr ebenfalls ein großartiges Rennen, hatte am Ende dann sogar den mehrfachen Kolsassberg-Sieger hinter sich, den Deutschen Otto Kreuzer, den er dann im Finale routiniert auf Distanz halten konnte. Der Hans fuhr damit in einer Fahrtzeit von 30 Minuten einem ungefährdeten Sieg entgegen.

Bei den Frauen gab es einen ungefährdeten Sieg der Favoritin und Vorjahrssiegerin Doris Posch, doch dahinter machte die völlig unbekannte Andrea Knapp an der 5. Stelle auf sich aufmerksam: es war ihr allererstes Radrennen, dazu fährt sie erst seit zwei Monaten, und dann gleich eine mehr als passable Zeit von 33 Minuten – da hat sich bisher ein unglaubliches Talent versteckt! Jetzt ist´s mit dem Verstecken aber vorbei, im nächsten Jahr wird sie Mitglied der UGB-Renngemeinschaft sein!

Einmal mehr beeindruckend war das, was Organisator, Ex-Rennfahrer Thomas Kreidl, in seiner engeren Heimat auf die Beine gestellt hat. Ein immens großes Starterfeld, aber auch qualitativ waren die Spitzenfahrer allererste Sahne, dazu eine schier unglaubliche Zuschauerkulisse, eigene Sprecher, die bei den Prämiensprints die Stimmung zusätzlich anheizten. Als Fahrer kann man vor einem solchen Veranstalter nur den Hut ziehen: Bravo, Thomas, und auch in Zukunft weiter so!