Monatsarchive: April 2012

Straßenrennen in Ljutomer (SLO), 80,4 km

Sonntag, 29. April: Straßenrennen in Ljutomer (SLO), 80,4 km

Auf den 8 Runden á 9,8 km rund um Ljutomer kämpft ein ungewöhnlich kleines Feld von ca. 50 Fahrern ohne erklärten Favoriten um den Sieg. Bei großer Hitze (33°) sind die Strapazen des vorangegangenen Tages noch zu spüren. Die slowenischen Straßenrennen laufen alle nach demselben Schema ab. Unglaubliche Leistunsunterschiede der einzelnen Starter würden ja eigentlich mehrere Leistungsklassen erfordern, so aber provoziert man jedes Mal ein vorzeitiges Auseinanderbrechen des Starterfeldes. Zunächst wird mal eine Runde lang ohne Rücksicht auf Verluste Tempo gebolzt, wenn dann schon ein Drittel des Feldes zurückgefallen ist, wird wieder „normales“ Tempo gefahren.

In der zweiten Runde dann der erste große Auftritt des Grazers Robert Bartonek in dieser Saison. Alleine fährt er der enteilten Spitzengruppe nach, und eine Zeitlang fährt er mit drei anderen Ausreißern den Startern um die Ohren! Doch wenig später werden die vier dann wieder eingeholt, und der Traum von einem Podestplatz ist ausgeträumt. Aber es war die erste wirklich aktive Aktion des Grazers in dieser Saison.

 

Straßenrennen in Stara Nova vas (SLO), 95,5 km

Samstag, 28. April: Straßenrennen in Stara Nova vas (SLO), 95,5 km

In Slowenien ging der Grazer Robert Bartonek wieder für die UGB-Renngemeinschaft an den Start. Auf einer 10,5 km langen Strecke sind 9 Runden zurückzulegen. Die große Hitze drückt und lähmt die Aktionen, es entwickelt sich ein Ausscheidungsrennen, bei dem der Grazer Robert Bartonek von der UGB-Renngemeinschaft aber durchaus gute Figur macht.

Das letzte Renndrittel sieht eine 8-Mann-Gruppe mit 3 Minuten Vorsprung in Front. Das Feld verschärft das Tempo, reduziert den Abstand entscheidend, dann aber ist der Faden endgültig gerissen. Bartonek fährt im großen Hauptfeld mit, doch die Spitze rettet sich ungefährdet ins Ziel. Mit 2:55 Minuten Rückstand auf den Sieger Milos Brecelj (Izvir Vipava) kommt das Feld ins Ziel, Bartonek belegt den 38. Rang.

 

Wienerwald-Radmarathon in Mödling, 72 km

Sonntag, 22. April: Wienerwald-Radmarathon in Mödling, 72 km

Mit der „kurzen“ Version des Wienerwald-Marathons mit Start und Ziel in Mödling wurde am Sonntag der diesjährige Consul-Senioren-Marathon-Cup gestartet.  Wie schon in den letzten Jahren auch, versammelten sich Ende April die Marathonspezialisten in Mödling, um den ersten Bewerb des Jahres zu bestreiten.

Streckenskizze (Bildquelle: Veranstalter)

 

Streckenskizze (Bildquelle: Veranstalter)

Sonne, Sturm, Kälte, Regen und Wind – der Wienerwald-Marathon hatte als echtes Aprilrennen von allem etwas zu bieten. Fast 500 Fahrer nahmen die beiden Strecken (72 bzw. 97 km) in Angriff. Unter ihnen auch der Niederösterreicher Roman Hofer von der UGB-Renngemeinschaft, der seinen dritten Gesamtplatz im Marathon-Cup aus dem Vorjahr heuer nicht nur verteidigen, sondern verbessern will.

Der Steirer Hermann Fink (ESR Racing Radfuchs) gewann dabei etwas überraschend die Klasse Herren 2 in 1:58 Stunden, in der Roman Hofer 10:03 Minuten Rückstand einfuhr und mit einem guten 18. Rang in die neue Saison startete.

In Anbetracht der Wetterumstände und der Tatsache, daß Roman auch im Vorjahr bei diesem Rennen nicht an der Spitze mitgefahren ist, war dieser Auftakt durchaus einer „nach Maß“. Die weiteren Rennen dieses Bewerbes werden zeigen, wie sehr er sich verbessert hat und sein Ziel, sich am Podest der Gesamtwertung zu steigern, erreichen kann.

 

Straßenrennen in Tisina (SLO), 46,2 km

Samstag, 21. April: Straßenrennen in Tisina (SLO), 46,2 km

Neues Rennen, neues Glück. Mit nur 27 Startern (inklusive Robert Bartonek von der UGB-Renngemeinschaft) fällt die Beteiligung diesmal – selbst für slowenische Verhältnsse – dürftig aus. Bartonek ist dieses Rennen schon seit vielen Jahren gefahren, meist wird aber der Rundkurs abgeändert. So auch diesmal. 6 Runden á 7,7 km stehen auf schmalen Nebenstraßen auf dem Programm.

Starker Wind, feuchte bzw. naße Straße machen das Rennen schwer. Als nach 3 km wilder Jagd die erste Abzweigung erreicht und das Feld im starken Seitenwind aufgefächert wird, fällt auch schon die Entscheidung dieses Rennens. Irgendjemand läßt ein Loch, und vier Mann sind auf und davon. Bartonek ist diesmal wachsam und in der Spitzengruppe mit dabei.

Das Rennen selbst ist relativ langweilig. Die vier Spitzenreiter wechseln sich vorbildlich ab, da nimmt keiner die Beine hoch, alle leisten sie ihren Anteil an der Führungsarbeit. Sie fahren gleichmäßig, nicht superschnell, aber schnell, und da von hinten auch kein Druck mehr kommt, wächst der Vorsprung auf den restlichen Runden entsprechend an. Die drohenden Gewitterwolken werden immer dünkler und sinken tiefer, und in der Schlußrunde setzt auch tatsächlich leichter Nieselregen ein.

Bartonek konzentriert sich im Finale nicht auf den Stärksten, den Slowenen Tona Vidmar, der auch relativ locker gewinnt. Gegen den ist im Sprint sowieso kein Kraut gewachsen, und um aufs Stockerl zu kommen, muß er einen der beiden anderen schlagen. Der Sprint wird immer wieder verzögert, bis es Vidmar zu bunt wird und er antritt – sofort stürzen sich alle auf sein Hinterrad, aber erfolglos, denn der fährt seinen Zug durch und gewinnt ungefährdet. Als dann einer der beiden anderen die Beine hochnimmt und resigniert ausrollt, fährt Bartonek an ihm vorbei und belegt damit den dritten Rang. Der erste Podestplatz in der laufenden Saison!

Tona Vidmar (SLO, KK Rogla) gewinnt also mit 39,2 km/h Siegerschnitt, Bartonek wird Dritter – und das Feld, dem nur mehr der Sprint um Platz 5 bleibt, hat 3:12 Minuten Rückstand.

 

Straßenrennen in Marjeta (SLO), 84 km

Samstag, 14. April: Straßenrennen in Marjeta (SLO), 84 km

Bei sommerlichen Temperaturen und sehr starkem Wind gehen die Fahrer auf dem 12-km-Rundkurs in Marjeta, südlich von Marburg gelegen, ins Rennen. Der Wind reißt auch sehr schnell das Feld auseinander, und schon in der dritten Runde fällt Bartonek mit einer kleinen Gruppe zurück. Die Rundfahrt der Vorwoche steckt noch in den Beinen.

Doch das Rennen ist damit gelaufen – niemand ist fähig oder willens, um den Anschluß zu kämpfen, und so fällt diese Gruppe immer weiter zurück. Vorne wird sie auch immer kleiner, jede Runde fallen einige zurück. Nach einer wahren Bummelfahrt auf den letzten Runden fährt die Gruppe um Bartonek mit 12 Minuten Rückstand (!) ins Ziel, aus der Spitzengruppe ist Bojan Ropret (SLO, Team Bambi A2U) zu einem weiteren Sieg gesprintet. Für Bartonek bleibt nur der enttäuschende 44. Rang.

 

Giro di Gorenjska, 5. Etappe: Straßenrennen rund um Kranj (SLO), 126,5 km

Ostermontag, 9. April: Giro di Gorenjska, 5. Etappe: Straßenrennen rund um Kranj (SLO), 126,5 km

Wieder einmal wird diese Rundfahrt in der Schlußetappe entschieden: auf den 126,5 flachen Kilometern quer durchs Kranjer Becken kämpfen vier zeitgleiche Fahrer um den Rundfahrtsieg, aber auch die nächstfolgenden haben durchaus noch Chancen, liegen sie doch nicht einmal eine Minute zurück. Und zum ersten Mal in der über 50jährigen Geschichte dieser Rundfahrt hat auch ein Österreicher die Chance, aufs Podest zu fahren: Robert Bartonek aus Graz liegt zeitgleich mit dem Führenden an der 4. Stelle der Gesamtwertung. Die Taktik scheint somit klar zu sein: weil bei Zeitgleichheit der letzte Zieleinlauf entscheidet, braucht Bartonek „nur“ im Feld bis zum Ziel kommen und dann im Sprint versuchen, die drei anderen zu schlagen. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn die anderen mit Siegchancen haben jetzt schon Rückstand, müssen also aktiv werden, wenn sie noch gewinnen wollen. Attacken sind da vorprogrammiert, und die vier Spitzenreiter müssen dagegenhalten. Es ist also eine abwechslungsreiche, spannende Etappe zu erwarten, der Ausgang völlig offen.

Tatsächlich aber hat Bartonek die schlechtesten Karten von allen Sieganwärtern: hat er doch nach einer schlecht geschlafenen Nacht mit einer beginnenden Verkühlung zu kämpfen, die er sich am zweiten Tag im Regen und den vielen Transfers zwischen den Etappen zugezogen hat.

Und wie erwartet beginnt die Etappe sehr aktiv und mit zahlreichen Attacken. Das slowenische Bambi-Team rund um den Vorjahrssieger Bojan Ropret, derzeit Dritter der Gesamtwertung, hat aber alles im Griff und hält das Feld immer wieder zusammen. Damit läuft auch alles im Sinne des Grazers. Bei bewölktem Himmel, aber nur eiskalten 7° haben die Fahrer – wenigstens auf trockenen Straßen – die Etappe in Kranj um 9 Uhr früh in Angriff genommen.

Das slowenische Bambi-Team um Ropret und Pirnar ist das stärkste im Rennen und hat das Geschehen unter Kontrolle. Mit ihren zwei Kapitänen, die zeitgleich an der Spitze liegen, haben sie auch zwei Mann für die Gesamtwertung. Die Angriffe der anderen werden unterbunden, im Sog profitiert auch Bartonek von dieser Strategie. Zwei Drittel der Distanz geht diese Taktik auf, läuft alles im Sinne des Grazers. Dann jedoch, bei km 85, explodiert das Rennen urplötzlich.

Der Wind hat das Feld ziemlich eng zusammengedrückt, und irgendjemand ist irgendwem hinten draufgefahren, und schon liegen ein paar Mann am Asphalt. Ein alltägliches Bild im Radsport. Bartonek fliegt kopfüber ebenfalls auf den Asphalt, doch das Glück im Unglück: weder ihm noch dem Rad ist etwas Ernsthaftes passiert, er springt sofort auf und kann das Rennen fortsetzen. Doch das Feld ist natürlich davongefahren.

Mit ein paar anderen, ebenfalls Gestürzten, macht er sich an die Verfolgung. Hohes Tempo, maximale Leistung, mit gut 55 m/h jagt man hinter dem Feld her und kommt dennoch kaum näher. Dort haben sie natürlich vom Sturz mitbekommen und drücken jetzt ihrerseits aufs Tempo. Einen solchen Vorteil will niemand leichtfertig aus der Hand geben: ein zeitgleich Führender ist gestürzt und zurückgefallen!

Nach einer quälend langen Verfolgung – gut 30 km – fährt die Gruppe etwa 12 km vor dem Ziel ins Feld hinein – nur um zu erfahren, daß eine starke Gruppe mit Ropret ausgerissen und eine zweite sich an die Verfolgung gemacht hat. Und damit ist das Rennen um den Toursieg gelaufen – zumindest für Bartonek, der im resignierten Feld die Etappe zu Ende fährt. Im Pulk ist niemand mehr, der Interesse an einer richtigen Aufholjagd hätte.

Bojan Ropret ist die treibende Kraft der Ausreißer

Vorne schüttelt Bojan Ropret, mehrfacher Olympia- und WM-Teilnehmer, alle seine Fluchtgefährten ab und fährt solo mit 17Sekunden Vorsprung ins Ziel. Damit gewinnt er auch – wie im Vorjahr – die Gesamtwertung. Sicherlich ein verdienter Sieger, war er doch der mit Abstand stärkste Fahrer dieser Osterfeiertage. Bartonek kommt mit über dreieinhalb Minuten Rückstand im Feld ins Ziel und fällt in der Gesamtwertung leider aus den ersten zehn hinaus – schade um diese Gelegenheit, so früh in der Saison für Furore zu sorgen! So schnell kann´s gehen, so kanpp liegen Sieg und Niederlage beisammen. Aber genau das macht den Radsport auch so spannend.

Nach 2011 auch 2012 Sieger der Kranjer Rundfahrt: Bojan Ropret (Mitte)

Endergebnis nach 5 Etappen: 1. Bojan Ropret (SLO) 10:27:03, – 2. Janez Pirnar (SLO) -0:40, – 3. Branko Bojanc (SLO) -1:02, – 4. Bostjan Slak (SLO) -1:25, – 5. Primoz Cerin (SLO) -1:32, – 6. Dusan Vidmar (SLO) -1:41, – 7. Marjan Srnel (SLO) -2:00, – 8. Brane Ugrenovic (SLO) -2:15, – 9. Milos Brecelj (SLO) -3:15, – 10. Mirko Cerncic (SLO) -3:47, – weiters: 11. Robert Bartonek (AUT, UGB-Renngemeinschaft), gleiche Zeit

 

Giro di Gorenjska, 4. Etappe: Kranj – Bohinjska Bistrica(SLO), 81 km

Ostersonntag, 8. April: Giro di Gorenjska, 4. Etappe: Kranj – Bohinjska Bistrica(SLO),  81 km

Vierte Etappe, vorletzter Tag der Rundfahrt: heute wird die neue Etappe gefahren, die als sehr schwer gilt. Bei 11°und regnerischem, aber trockenem Wetter wird die Etappe gestartet. Auf Nebenstraßen geht es zunächst bis Bled, dann steigt die Straße bis ans Talende nach Bohinhska Bistrica und weiter bis zum See gleichmäßig leicht an. Um denSee sind dann zwei schwere Runden á 16 km zu absolvieren mit jeweils drei Anstiegen. Wer heute Zeit verliert, hat mit dem Ausgang der Rundfahrt nichts mehr zu tun.

Es wird wieder sehr aggressiv gefahren, denn ein paar Fahrer rechnen sich in der Gesamtwertung noch Chancen aus, brauchen dazu aber unbedingt einen Vorsprung bis zu den schwierigen Passagen des Tages. Eine sechsköpfige Spitze kommt dann auch tatsächlich mit 3 Minuten Vorsprung ungefährdet nach Bled. Dann folgt die nächste Selektion: 20 km leicht ansteigend bis Bohinjska. Bartonek, der nicht die allerbesten Beine hat, schont sich, während die Spitze ihren Vorsprung jetzt auf 4:30 Minuten ausbaut.

Bis zur ersten Zieldurchfahrt in Bohinjska ist das Feld langgezogen und deutlich kleiner geworden. Die Zielrunde rund um Bohinjska

Dan Gorisek gewinnt in Bohinjska Bistrica mit einem Siegerschnitt von 36,8 km/h

Bistrica erweist sich dann als doch sehr viel leichter als befürchtet, einzig der dritte Anstieg, an dem auch eine Bergwertung ausgefahren wird, ist selektiv. Die Spitze kann ihren Vorsprung von knapp 2 Minuten ins Ziel retten, dahinter ist der Kampf um die Gesamtwertung spannend. Bartonek ist im etwa 30 Mann starken Feld dabei, solche Zielankünfte mit leicht steigendem Schlußkilometer liegen ihm. Rang 8 im Feld – das ist in der Tageswertung der 14. Platz, und weil aus der Führungsgruppe der Gesamtwertung nicht alle Fahrer dabei waren, rückt Bartonek weiter nach vorne: vor der Schlußetappe nimmt er jetzt den 4. Rang ein, zeitgleich mit dem Führenden!

Dan Gorisek gewinnt diese Etappe bei Sonnenschein, Mirko Cerncic (SLO) verteidigt seine Gesamtführung vor Pirnar, Ropret (beide SLO, Team Bambi) und Bartonek. Und diese vier Fahrer werden morgen auch um den Rundfahrtsieg fahren. Die längste Etappe steht noch aus, aber die ist topfeben, mit einer spannenden Schlußetappe kann man also rechnen.

Giro di Gorenjska, 3. Etappe: Bled – Kranj (SLO), 56 km

Ostersamstag, 7. April: Giro di Gorenjska, 3. Etappe: Bled – Kranj (SLO), 56 km

Zielsprint in Kranj bei strömendem Regen

Am Nachmittag regnet es immer noch in Strömen. Bartonek muß sich gleich zu Beginn der Etappe quälen, denn es wird ein horrendes Tempo vorgelegt. Wieder ist es ein sehr offensives, aggressives Rennen.

Durch einen Sturz zerreißt das Feld. Bartonek muß zwar nicht zu Boden, ist aber trotzdem ein Leidtragender, denn er wird zusammen mit vielen anderen zurückgeworfen. In einer kräfte- und substanzraubenden Aufholjagd kann er unmittelbar vor dem Ziel die Spitze wieder stellen und belegt dann im Endeffekt den 24. Tagesrang.

In der Gesamtwertung übernimmt der Seriensieger des letzten Jahres, Mirko Cerncic (Slowenien) die Gesamtführung. Bartonek rückt auf Platz 6 nach vorne, ist der letzte noch zeitgleich mit Cerncic gewertete Fahrer.

 

 

Giro di Gorenjska, 2. Etappe: Kranj – Jesenice (SLO), 69 km

Ostersamstag, 7. April: Giro di Gorenjska, 2. Etappe: Kranj – Jesenice (SLO), 69 km

Das vom Wetterbericht angekündigte Tief mit Regen und Schnee ist tatsächlich eingetroffen und hat ausgerechnet den zweiten Tag der Kranjer Rundfahrt erwischt, einen Tag, an dem zwei Etappen gefahren werden. Dadurch ist die Rundfahrt für alle Teilnehmer zusätzlich erschwert worden. Die Vormittgsetappe, die nach einer sehr kurzen Nacht bereits um 9 Uhr gestartet wurde, war auch eine der schwersten der ganzen Rundfahrt: unmittelbar vor dem Ziel in Jesenice mußte noch die schwerste Bergwertung der Rundfahrt bewältigt werden.

Bei 8° und strömendem Regen wurde dieser zweite Etappe in Kranj gestartet. Der Grazer Robert Bartonek leidet als Brillenträger unter solchen Bedingungen doppelt. Bartonek schafft es dennoch, im Hauptfeld nach Bled zu kommen, wo der gefürchtete Anstieg beginnt. Gut 4 km lang ist der Berg, an dem Bartonek zwar zurückfällt, aber in einer starken Gruppe über den Berg fährt und in der Abfahrt nach Jesenice hinunter wieder aufschließt.

Unten im Flachen, in Jesenice, wird dann auch noch die Spitze gestellt, und neun Mann – inklusive Bartonek – treten zum Sprint um den Etappensieg an. Bojan Ropret (Team Bambi), der sich in einer hervorragenden Frühform befindet, gewinnt diesen Sprint und übernimmt damit auch die Gesamtführung. Bartonek wird zwar „nur“ Neunter, verbressert sich aber auch in der Gesamtwertung an die 9.Stelle und liegt weiterhin zeitgleich mit dem Gesamtführenden, hat jetzt aber die schwierigste Etappe schon hinter sich!

 

Giro di Gorenjska, 1. Etappe: Nacht-Rundstreckenrennen in Kokrica bei Kranj (SLO), 70 km

Karfreitag, 6. April: Giro di Gorenjska, 1. Etappe: Nacht-Rundstreckenrennen in Kokrica bei Kranj (SLO), 70 km

Der traditionelle 3,5-km-Rundkurs in Kokrica, einem nördlich von Kranj gelegenen Vorort, mußte diesmal – im Gegensatz zu den Jahren zuvor – gleich 20mal absolviert werden. Dadurch wurde die Veranstaltung noch mehr in die Länge gezogen, das Rennen der Masterklasse 50+ (mit Robert Bartonek von der UGB-Renngemeinschaft) wurde somit erst um 22.35 Uhr gestartet. Es war ziemlich kalt, gerade mal 4°, teilweise feuchte Straße, ein unfreundliches Oster-Wochenende scheint den Fahrern bevorzustehen. Und obwohl das Rennen heuer erstmals nicht mehr international ausgeschrieben war, fanden sich in der Altersklasse 50+ gleich 125 Fahrer aus 5 Nationen ein.

Gleich in der ersten Runde kommen die ersten Attacken, es wird vom Start weg in Einserreihe gefahren, die ersten werden abgehängt, kommen nie mehr ans Feld heran. Bartonek braucht ein paar Runden, um sich an Tempo und Rhythmus zu gewöhnen, auch die nächtliche Startzeit ist – um diese Jahreszeit – gewöhnungsbedürftig.

Das Tempo ist viel zu hoch, als daß da jemand wegkommen könnte. Dennoch wird es immer wieder versucht. Mit dem Ergebnis, daß zwar niemand wegkommt, die Spitze aber immer kleiner wird. Nur ein einziges Mal war Bartonek in Gefahr, als nämlich in der 16. Runde sich das Feld geteilt hat, vorne etwa 45 Mann gefahren sind, Bartonek hinten war. Doch schnell konnte wieder Anschluß gefunden werden, und eine Runde später war das Feld wieder zusammengelaufen. Es war ein richtiges Ausscheidungsrennen.

Im Finale wurde das Tempo noch einmal erhöht, durch die vielen Kurven am letzten Kiloometer war der Sprint dann eigentlich gar keiner mehr. Wer schon des öfteren in Kokrica gestartet ist, weiß um die Eigenheiten dieses Kurses.

Branko Bojanc (SLO, Novo Mesto) gewinnt den Sprint und holt sich damit das erste Führungstrikot dieser heuer auf 5 Etappen und 4 Tage verlängerten Rundfahrt. Er verweist die beiden starkenSprinter Bojan Ropret, den Vorjahrssieger, und Marjan Srnel auf die Ränge 2 und 3. Bartonek belegt – zeitgleich – den 14. Rang und hat sich damit eine ganz hervorragende Ausgangsposition für den weiteren Verlauf der Rundfahrt geschaffen.

 

Straßenrennen in Gorisnica (SLO), 84 km

Sonntag, 1. April: Straßenrennen in Gorisnica (SLO), 84 km

Heue sind 8 Runden á 10,5 km, ebenfalls flach, zu bewältigen. Wie gestern auch, können sich die Rennfahrer wioeder am hochsommerlichen, heißen, sonnigen Wetter erfreuen. Heute aber gab es einen völlig anderen Rennverlauf: wieder viele Attacken, meist von Einzelfahrern, doch diesmal hat sich immer wieder jemand gefunden, der das Feld herangeführt hat. Fazit: lange Zeit gab es eine geschlossene Gruppe, niemand konnte sich entscheidend absetzen.

Nach einem sehr schwierigen, weil kraftraubenden Rennverlauf, kam eine größere Gruppe zum Zielsprint. Bartonek orientierte sich dabei am kroatischen Vortagssieger, suchte konsequent dessen Hinterrad. Durch die sauschnelle Anfahrt war das Feld schon ziemlich langgezogen, und als es auf die Zielgerade ging, war genau das der Vorteil jener Fahrer, die vorne die ersten Positionen belegten.

Als der Sprint angetreten wurde, war Vortagssieger Podsednik mit Bartonek in aussichtsreicher Position, doch dann kam plötzlich links außen von ganz hinten Bojan Ropret vorbeigeflogen. Bartonek schwenkte sofort an dessen Hinterrad, ohne lange zu überlegen. Und das war dann auch schon die entscheidende Aktion dieses Sprints. Ropret kam von hinten mit deutlich höherer Geschwindigkeit und nutzte das zum siegbringenden Vorteil. Bartonek konnte dessen Hinterrad nicht ganz halten und belegte Rang 4. Podsednik sprintete noch auf Rang zwei.

Diese beiden Rennen (am Samstag 40,2 km/h Siegerschnitt, am Sonntag 40,4 km/h) waren sehr, sehr stark besetzt und wurden auch sehr schnell gefahren. Eine echte, objektive Generalprobe für die am nächsten Wochenende stattfindende Rundfahrt in Kranj.