Radsporttage in Lenti, Straßenrennen um den Großen Preis von Lenti (H), 84 km

Sonntag, 22. Oktober: Radsporttage in Lenti, Straßenrennen um den Großen Preis von Lenti (H), 84 km

Ausreißer

Auch am Schlußtag der Radsporttage in Lenti herrscht sonniges Herbstwetter, wenngleich es etwas kühler ist als an den Tagen zuvor. Der Höhepunkt5 der Veranstaltung, das längste, aber auch anspruchsloseste Rennen: der 14-km-Rundkurs, der völllig flach und sechsmal zu bewältigen ist, führt durch das riesige Sumpfgebiet im Kerka-Tal nördlich von Lenti. Ein Monsterstarterfeld von 121 Mann in der Klasse 50+ – halb Ungarn ist hier versammelt!

Gleich in der Anfangsphase wird das Feld durch mehrere Stürze dezimiert, Bartonek fährt ganz vorne, immer unter den ersten zwanzig Positionen und hält sich damit aus allen Problemen heraus. Bartonek beginnt das Rennen ziemlich verspannt und mit müden Beinen, kann sich dann aber von Runde zu Runde sichtlich steigern.

Gleich nach dem Start haben sich 8 Mann abgesetzt, die nach zwei Runden bereits über 3 Minuten Vorsprung haben. Das Feld reagiert aber nicht. Dann wird Tempo gemacht, in Einserreihe rückt das Feld den Ausreißern ans Leder. Bartonek fährt ganz vorne mit, und bei Halbzeit ist das „Hauptfeld“ nur mehr 25 Mann stark!

In der 4. Runde wird dann das Tempo im Feld noch einmal erhöht, die Ausreißer eingeholt. Das Merida-Team des Zweitplazierten Matis übernimmt das Kommando, hat aber die etwas eigenartige Strategie, sich selbst andauernd nachzufahren und sich somit zu

Szilard Buruczki, der Gesamtsieger in Lenti

neutralisieren. Alle Ausreißer werden wieder eingeholt, niemand kann sich entscheidend absetzen. In den Jagden wird enorm schnell gefahren, dazwischen aber immer wieder mit gerade mal 30 km/h gebummelt.

Die Taktik des Merida-Teams im Finale ist äußerst seltsam, soll anscheinend darauf abzielen, Matis noch den Gesamtsieg zu bescheren. Etwa 8 km vor dem Ziel sind drei Merida-Fahrer knapp vorne, Matis ist aber nicht dabei,das Feld schließt dann wieder auf, und 5 km vor dem Ziel greift völlig unvermittelt Matis selbst an und kann sich absetzen. Bei dem hohen Tempo hat er aber keine Chance, 2 km vor dem Ziel wird er dann endlich wieder gestellt und sogleich durchgereicht – der Sinn dieser Aktion liegt im Dunkeln.

Gefährlich die Zielanfahrt: Feld geschlossen, da wird mit Händen und Beinen gearbeitet, geschieben, gestoßen, gehalten und gesperrt, ständig ganz knapp nur am Sturz vorbei. Miklos Zambori gewinnt den Sprint in 2:02 Stunden (Siegerschnitt 40,5 km/h) vor Csaba Molnar und Balint Baros, Szilard Buruczki wird Vierter und gewinnt damit klar und souverän die Gesamtwertung. Der Mountainbiker war eindeutig der Stärkste an allen drei Tagen und hat allein, ohne mannschaftliche Unterstützung, die großen Teams in Schach gehalten. Robert Bartonek belegt zeitgleich den 28. Rang und rutscht damit in der Gesamtwertung an die 16. Stelle zurück.

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