Monatsarchive: August 2011

Ergebnisse August 2011

7. August: Österreichische Staatsmeisterschaft im Paarzeitfahren in Birkfeld, 28,6 km

6. Robert Bartonek/Gerald Leutgeb

 

7. August: Radmarathon in Zwettl, 76 km

1. Hans Unterguggenberger

 

13. August: Deutschlandsberger Welt-Radsportwoche, Kriterium „Rund ums Rathaus“ in Deutschlandsberg, 8 km bzw. 10 km

4. Hans Unterguggenberger

19. Robert Bartonek

 

14. August: Deutschlandsberger Welt-Radsportwoche: Straßenrernnen „Giro Gianni Motta“ in Deutschlandsberg, 37 km

7. Hans Unterguggenberger

 

15. August: Deutschlandsberger Welt-Radsportwoche: Paarzeitfahren Frauental – Deutschlandsberg, 11,9 km

13. Robert Bartonek/Gerald Leutgeb

 

16. August: Deutschlandsberger Welt-Radsportwoche: Straßenrennen „Giro Gianni Motta“ Groß St.Florian – Eibiswald, 68 km

Robert Bartonek nach 41 km aufgegeben

 

17. August: Deutschlandsberger Welt-Radsportwoche, Sprint in Deutschlandsberg, 0,3 km

8. Hans Unterguggenberger

19. Robert Bartonek

 

19. August: Deutschlandsberger Welt-Radsportwoche, Bergrennen Hollenegg – Burg Deutschlandsberg, 3 km

5. Hans Unterguggenberger

16. Robert Bartonek

 

19. August: Deutschlandsberger Welt-Radsportwoche: Straßenrennen „Giro Gianni Motta“ in Bad Gams, 31,5 km bzw. 62,8 km

19. Robert Bartonek

Hans Unterguggenberger´s Rennen wurde wegen Sturm/Unwetter abgebrochen

 

20. August: Deutschlandsberger Welt-Radsportwoche: Einzelzeitfahren in Stainz, 19,7 km

2. Hans Unterguggenberger

17. Robert Bartonek

 

Deutschlandsberger Welt-Radsportwoche, Gesamtwertung-Endstand

4. Hans Unterguggenberger

13. Robert Bartonek

 

21. August: Deutschlandsberger Welt-Radsportwoche: Ölspur-Nationen-Radmarathon in Deutschlandsberg, 92 km

2. Robert Bartonek

 

22. August: Wilder-Kaiser-Bergpokal: Bergrennen – Kirchdorf/Tirol – Kaiserbachtal/Griesssner Alm, 11,5 km

4. Hans Unterguggenberger

 

24. August: Weltmeisterschaft im Einzelzeitfahren in Erpfendorf, 20,2 km

2. Hans Unterguggenberger

 

26. August: Straßenrennen Masters Cycling Classic in St.Johann/Tirol, 40 km

14. Hans Unterguggenberger

 

27. August: Einzelbergzeitfahren um den Großen Elektro-Bauer-Preis, Sachendorf/Knittelfeld – Gaalgraben, 16,5 km

4. Robert Bartonek

 

28. August: Einzelzeitfahren in Althofen, zugleich Kärntner Landesmeisterschaft, 12,6 km

4. Robert Bartonek

Startverbot für Hans Unterguggenberger wegen § 12.2.203 ÖRV-Reglement

 

28. August: Ötztaler Radmarathon in Sölden, 238 km

339. Roman Hofer

 

Ötztaler Radmarathon in Sölden, 238 km

Sonntag, 28. August 2011: Ötztaler Radmarathon in Sölden, 238 km

Ein Traum ist in Erfüllung gegangen, der Wettergott hat es wieder einmal gut mit den gut 4000 Startern gemeint. Was gibt es Schöneres, als in dieser wunderschönen Berglandschaft diese enormen Strápazen auf sich zu nehmen. Die 30. Auflage dieses schwersten Marathons der Welt fand – wieder einmal – mit prominenter Besetzung statt.

Von der UGB-Renngemeinschaft war nach seinem vorjährigen 3. Platz auch diesmal wieder dabei: Roman Hofer aus St.Veit /Gölsen in Niederösterreich. Mit keiner optimalen Vorbereitung: fast zwei Monate lang kein Rennen, mangelhaftes Training und noch dazu eine Verletzung.

1. Stefan Kirchmair (Team´Tyrol) 7:06:31, – 2. Antonio Corradini (Italien) 7:10:01, – 3. Roberto Cunico (Italien) 7:11:43, – weiters: 638. Roman Hofer (UGB-Renngemeinschaft) 8:55:45 (Schnitt 26,65 km/h). In seiner Altersklasse M 1 bedeutete das den 339. Rang. Seine Fahrtzeit aus dem Vorjahr verbessert Roman damit um 40 Minuten!

 

Einzelzeitfahren in Althofen, zugleich Kärntner Landesmeisterschaft, 12,6 km

Sonntag, 28. August: Einzelzeitfahren in Althofen, zugleich Kärntner Landesmeisterschaft, 12,6 km

Im Kärntner Treibach-Althofen richtete der ÖAMTC Raiffeisen Althofen heuer die Landesmeisterschaft im Einzelzeitfahren über 12,6 km aus. In der Nacht hatte es von der Schwüle des Vortages abgekühlt, und somit stand einem perfekten Rennen nichts im Wege – oder doch? Die Absperrung war mustergültig, sicherlich österreichweit ein Unikum: die gesamte Strecke war für die Radler reserviert! Was da nicht ganz mithalten konnte, war der nationale Kommissar, Christoph Enzi, der sich im Übereifer hinreißen ließ, jeden zweiten Starter zu beanstanden und mehrere gar nicht starten zu lassen, darunter auch Hans Unterguggenberger. Der Zeitfahr-Vizeweltmeister mußte sich wie ein Schulbub abkanzeln lassen, die Maße seiner Zeitfahrmaschine, die wenige Tage zuvor bei der WM in St. Johann/Tirol noch von den UCI-Kommissären als korrekt gemessen wurden, beanstandete der Kommissar, der sich als ein Herr „Egal“ ausgab und ließ dann den Hans gar nicht starten.

Christopher Enzi war Mitglied des Sky-Plastik-Kruschitz-Continentalteams 2005 aus Völkermarkt, wo er mit mäßigem Erfolg zugange war.

Das ganze Drama um das Startverbot von Hans und die anderen Startverbote, die der Herr „Egal“ bei diesem Rennen aussprach, könnt ihr unter „Vereinsleben“ nachlesen. Der Grazer Robert Bartonek, der in der Masterklasse 2 startete, wurde ebenfalls zurückgewiesen und durfte die Startrampe erst erklettern, nachdem er einen zufällig im Kofferraum mitgeführten Kindersattel montiert hatte. Durch die völlig ungewohnte Position, die überdies starke Schmerzen verursachte, kam Bartonek in 19:23 Minuten auf den 4. Rang. Der Sieg ging an den hohen Favoriten, Lokalmatador Wolfgang Forobosko vom Veranstalterverein ÖAMTC Althofen, der sich in 18:06 mit 8 Sekunden vor Peter Endthaler (ARBÖ Aflenz-Hochschwab) und 36 Sekunden vor Josef Handler (TSV Hartberg) durchsetzte. Bartonek als Vierter hatte schon 1:16 Minuten Rückstand aufzuweisen.

 

Einzelbergzeitfahren um den Großen Elektro-Bauer-Preis Sachendorf – Gaalgraben, 16,5 km

Samstag, 27. August: Einzelbergzeitfahren um den Großen Elektro-Bauer-Preis Sachendorf – Gaalgraben, 16,5 km

Österreichs Radsportlegende Rudi Mitteregger einmal als Veranstalter: in seiner näheren Heimat Gaal wurde dieses Bergzeitfahren auf einer idealen Strecke ausgetragen: von Sachendorf bei Knittelfeld ging es in den Gaalgraben über 16,5 km und 385 Höhenmeter. Bei schwül-heißem Wetter mußten die 70 Teilnehmer Mittereggers Haus- und Trainingsstrecke der vergangenen Jahrzehnte absolvieren. Von der UGB-Renngemeinschaft stellte sich der Grazer Robert Bartonek der Herausforderung.

So kannten ihn die Fans: Rudi Mitteregger unterwegs zum Hochtor am Großglockner

Zum 35. Mal bereits fand auf dieser Strecke ein Radzeitfahren statt. Im Minutentakt gingen die Rennfahrer beim Gasthof Egghart in Sachendorf von der Startrampe, mehr als eine halbe Stunde später passierten sie die Ziellinie beim Ghs. Wachter vulgo Lasser im Gaalgraben, nachdem die letzten 3 km mit ihrer durchgehenden Steigung den Fahrern alles abverlangt hatten. Bemerkenswert auch die Sachpreisverlosung nach der Siegerehrung: dank großzügiger Warenspenden gingen da ein Mountainbike, ein Flachbildfernseher und zahlreiche andere wertvolle Preise an die Teilnehmer.

In der Altersklasse 3 belegte Robert Bartonek in 35:56 den 4. Rang, der Sieg ging an den Steirer Burkhard Plank, der in 32:04 vor Josef Gugl (34:39) und Josef Lutzmann aus Tirol (34:59) siegte. Zehn Fahrer wurden in dieser Kategorie klassiert.

Bei den letzten Fahrern verdunkelte sich der Himmel bereits, kaum waren die letzten im Ziel, brach ein Unwetter mit sintflutartigen Regenfällen los, und es kühlte um gut 15° ab.

 

Straßenrennen Masters Cycling Classic in St.Johann/Tirol, 40 km

Freitag, 26. August: Straßenrennen Masters Cycling Classic in St.Johann/Tirol, 40 km

Zum erstenmal heuer also keine Master-Straßen-WM mehr, der Titel des Rennens ist nur mehr „Cycling Classic“, was immer das bedeuten mag. Ein Klassiker also bereits im ersten Jahr seines Bestehens, mal was Neues. Alt und vertraut hingegen Klasseneinteilung, Streckenführung und Starterfeld – international und schwer wie eh und je.

Hans Unterguggenberger wollte mit dem Gewinn der Silbermedaille auch im Straßenrennen eine Plazierung auf dem Treppchen herausfahren. Mehrmals versuchte Hans, dem Feld davonzufahren, was auch jedesmal gelang, doch immer wieder konnte das Feld aufschließen. Und schlußendlich passierte genau das, was in solchen Fällen meist passiert: wenn der eine eingeholt wird, fährt ein anderer weg – und der kommt durch! So geschehen mit dem Franzosen Jacques Gestraud, dem Vorjahrssieger, der auf und davon fuhr und bis ins Ziel noch 57 Sekunden rausholte. Den Sprint der Verfolger gewann der Niederländer Gerrit Hairwassers, auch kein Unbekannter, vor dem Deutschen Wilhelm Pauli, einem weiteren geschlagenen Favoriten. Für Hans blieb nur mehr – zeitgleich – der 14. Rang im Feld,das nicht mehr in der Lage war, den einsam führenden Franzosen einzuholen. Als bester Österreicher belegte Norbert Hager den 9. Rang.

Hans haderte mit seinem Schicksal, schimpfte über die inaktiven Verfolger, die ihn eingeholt, den Franzosen aber ziehen ließen. Mit an der Nase nehmen müssen sich da aber auch die restlichen Österreicher, nämlich Norbert Hager und Erich Lebersorger, die beide in diesem großen Hauptfeld vertreten waren, aber nichts taten, um einem Landsmann zum Sprung aufs Podest zu verhelfen.

Weltmeisterschaft im Einzelzeitfahren in Erpfendorf, 20 km

Mittwoch, 24. August 2011: Weltmeisterschaft im Einzelzeitfahren in Erpfendorf, 20 km

Hurra, wir haben einen Vizeweltmeister! Hans Unterguggenberger, 72, holte sich auf der traditionellen Zeitfahrstrecke von Erpfendorf auf den Loferberg und zurück über 20,2 km den Vizeweltmeistertitel! Auf derselben Strecke, auf der vor einem Monat die Tiroler Landesmeisterschaften ausgetragen wurden, fanden diesmal die Welt-Titelkämpfe statt.

In einem an Spannung kaum mehr zu überbietenden Rennen gingen die Favoriten hintereinander ins Rennen.

 


Hans Unterguggenberger hatte die ungute Aufgabe, den Reigen der Favoriten mit der Startnummer 100 zu eröffnen.  Ihm im Nacken saß der Titelverteidiger, der Franzose Jacques Gestraud. Die beiden lieferten sich einen tollen Kampf, den Hans dann leider knapp verlor. Er hatte – wie in jedem Zeitfahren – sehr stark begonnen, auf den ersten fünf Kilometern sogar einen kleinen Vorsprung herausgefahren. Den konnte er dann leider nicht mehr bis ins Ziel retten, er verlor im Finale wertvolle Sekunden. Der Franzose, der ihn immer im Blickfeld hatte, konnte somit auf den psychologischen Vorteil bauen, jeden Meter sofort wahrzunehmen, den er dem Gegner näherkam.

Am Ende legte der Hans die tolle Zeit von 29:15 hin, der Franzose, der gleich nach ihm ins Ziel kam, unterbot sie mit 28:46 um 29 Sekunden. Und dahinter kam der Deutsche Günter Hoffmann, der um 3 Sekunden nur denkbar knapp an Hans scheiterte. Und damit waren die Medaillengewinner auch schon ermittelt.

1. Jacques Gestraud, Frankreich, 28:46

2. Hans Unterguggenberger, Österreich, 29:15

3. Günther Hoffmann, BRD, 29:18

4. Marcel Eve, Frankreich, 29:49

5. Joze Hafner, Slowenien, 29:50

 

Bergrennen Kirchdorf/Tirol – Kaiserbachtal/Griesner Alm um den Wilden-Kaiser-Bergpokal, 11,5 km

Montag, 22. August: Bergrennen Kirchdorf/Tirol – Kaiserbachtal/Griesner Alm um den Wilden-Kaiser-Bergpokal, 11,5 km

Nachdem der Grazer Robert Bartonek wegen seiner Schulterverletzung schweren Herzens für die St. Johanner WM-Woche absagen mußte, blieb Hans Unterguggenberger der einzige Vertreter der UGB-Renngemeinschaft bei diesem „Heimrennen“. 384 Höhenmeter hatten die Fahrer bei diesem Bergrennen zurückzulegen, das meiste davon am Anfang und am letzten Kilometer der 11,5 km langen Strecke ins Kaiserbachtal.

Hans mußte sich nach einer starken Leistung mit dem etwas enttäuschenden 4. Rang zufriedengeben. Der Sieg ging an einen Favoriten: der Franzose Michel Aubree setzte sich in 29:16 ganz klar durch, er hatte im Ziel 34 Sekunden Vorsprung auf den Luxemburger Even Albert und 37 Sekunden auf seinen Landsmann Roger Gagnieux. Hans verlor den Sprint um Platz 2 und landete, nachdem er vorher viel Energie verbraucht hatte, auf dem 4. Rang – nur eine Sekunde trennte ihn von einem Podestplatz.

 

Deutschlandsberger Weltradsportwoche: Ölspur-Nationen-Radmarathon in Deutschlandsberg, 92 km

Sonntag, 21. August: Deutschlandsberger Weltradsportwoche: Ölspur-Nationen-Radmarathon in Deutschlandsberg, 92 km

Am Sonntag wird die Radsportwoche mit dem traditionellen Marathon, der aber nicht mehr zur Gesamtwertung zählt, abgeschlossen. Heuer wurde erstmals auf die lange Strecke (160 km über Hebalpe) verzichtet, somit war der 90-km-Bewerb, den der Grazer Robert Bartonek in den letzten drei Jahren gewonnen hatte (zweimal absolut, letztes Jahr Klassensieger), die einzige Alternative zur kurzen 60-km-Distanz.

Bartonek absolvierte diesmal den Marathon nicht als Titelverteidiger mit der Ambition, den Sieg ein viertes Mal zu ergattern, sondern gab sich mit der zurückgelegten Distanz zufrieden. Nach der langen Verletzungspause eine willkommene Gelegenheit, ein paar schnelle Kilometer in die Beine zu bekommen. Und schnell wurde gefahren! Gleich beim ersten Anstieg nach eineinhalb Kilometern ging eine kleine Spitzengruppe weg, in der Bartonek nicht vertreten war.

Der Grazer fand sich erst in der zweiten Gruppe wieder, die, angeführt vom Lokalmatador Lukas Grünwalder, lange Zeit vergeblich versuchte, den Anschluß zu finden. Vorne waren einige der stärksten Marathonfahrer des Landes darauf bedacht, ihren Vorteil nicht mehr aus der Hand zu geben. Nach etwa 30 Kilometern lag die zweite Gruppe gut eineinhalb Minuten zurück, aber von da an ging der Vorsprung schnell in die Höhe.

Hinten fand man sich mit der Niederlage ab, was dazu führte, daß das Tempo etwas absank. In der hügeligen Schlußrunde, die nicht mit allerletztem Einsatz gefahren wurde, konnte sich Bartonek dank dieses Umstandes ganz gut halten und kam auch mit dieser Gruppe ins Ziel, wo er den dritten Rang in diesem Pulk belegte. Da keiner der Fahrer der Altersklasse 40+ in der ersten Gruppe vorne vertreten war, wurde dieser Titel mit drei Minuten Verspätung im Sprint vergeben. Während sich der Wiener Günter Baringer (Sport-Nora) den Marathonsieg holte, ging der Altersklassen-Sieg an den Belgier Kenneth Mercken, Bartonek blieb der zweite Rang.

 

Deutschlandsberger Welt-Radsportwoche, Einzelzeitfahren in Stainz, 19,7 km

Samstag, 20. August: Deutschlandsberger Welt-Radsportwoche, Einzelzeitfahren in Stainz, 19,7 km

Das knapp 20 km lange Einzelzeitfahren mit Start und Ziel in Stainz war der letzte Bewerb, der zur Gesamtwertung der Welt-Radsportwoche zählte. Nach dem gestrigen Tief zeigte sich heute wieder die Sonne, wenngleich es nicht mehr ganz so heiß wurde wie an den vorangegangenen Tagen.

Strecke Einzelzeitfahren

Als erster ging der Grazer Robert Bartonek ins Rennen. Besonders im Zeitfahren war der Trainingsrückstand nicht zu übersehen, es fehlte einfach ganz gewaltig an Grundschnelligkeit. So wurde Bartonek bereits nach knapp 8 km vom hinter ihm gestarten Hartberger Josef Handler eingeholt (Startintervalle wegen der hohen Starterzahl 30 Sekunden), nach 16 km stieß dann noch der eine Minute hinter ihm gestartete Kremser Gerald Leutgeb dazu, und zu dritt rückte man dem vorne fahrenden Wiener Rudolf Hansl auf den Leib. Daß der Weißrusse Dimitri Buben kurz vor dem Ziel an allen noch vorbeifuhr zum Sieg, war nur ein kurzes Intermezzo.

Getrieben von der „Gruppe“, steigerten sich alle drei Fahrer zu sehr guten Leistungen, natürlich fuhr man nicht direkt am Hinterrad, sondern im entsprechenden Abstand. Bartonek belegte schließlich in 27:56 Minuten den 17. Rang, der Sieg ging an Dimitri Buben, der in 23:38 mit einem Schnitt von 48,2 km/h triumphierte.

In der Gesamtwertung der Radsporttage siegte Dimitri Buben (Weißrußland, 81 Punkte) vor dem besten Österreicher, dem Niederösterreicher Wolfgang Treitler (46) und Andrij Mozzhukhin (Ukraine, 33 Punkte). Als viertbester Österreicher belegte Bartonek mit 0 Punkten den 13. Rang.

Hans Unterguggenberger schließlich stellte seine hervorragende Form einmal mehr unter Beweis, wurde aber nach dem am Vortag unter nicht einwandfreien Bedingungen verlorenen Sieg auch heute wieder ein Opfer – des Zufalls?

Als Sieger wurde der Münchener Ex-Profi Otto Altweck in 27:13 geführt (Schnitt 41,9 km/h). Auf einer ersten Ergebnisliste schien der Hans mit einer Zeit von 27:14 auf, hatte also gerade einmal eine Sekunde verloren. Später dann, auf der offiziellen Ergebnisliste, war seine Zeit auf 27:28 berichtigt worden. Um seine Niederlage besser aussehen zu lassen? Der Norweger Ivar Wesby lag 30 Sekunden hinter Altweck.

Der Gesamtsieg in dieser Altersklasse ging an Wilhelm Pauli (BRD, 66 Punkte) vor Reiner Liebert (BRD, 45) und John Mewes (BRD, 40). Punktegleich dahinter belegte Hans Unterguggenberger den äußerst undankbaren 4. Rang, zumal bei Punktegleichheit die Platzziffer entscheidet und da der Hans nur um einen einzigen Rang (!!!) den kürzeren zog. Keine Frage, wenn das Straßenrennen nicht abgebrochen worden wäre, dann wäre der Hans ganz klarer Gesamtzweiter geworden!

Hier der Hans bei der Siegerehrung des Zeitfahrens mit dem Norweger Wesby. Der Sieger, Otto Altweck, kam gar nicht zur Preisverteilung, worüber sich jeder denken mag, was er will.

 

Deutschlandsberger Weltradsportwoche, Straßenrennen in Bad Gams, 62,8 km bzw. 31,5 km

Freitag, 19. August: Deutschlandsberger Weltradsportwoche, Straßenrennen in Bad Gams, 62,8 km bzw. 31,5 km

BESCHISS WIRD NICHT ZUR KENNTNIS GENOMMEN!

Zum Abschluß eines durchwegs gelungenen Tages ging um 14.40 Uhr nachmittags Hans Unterguggenberger in das Straßenrennen über eine Runde. Als Vorjahrssieger rechnete er sich auf diesem Kurs abermals sehr große Chancen aus und liebäugelte mit dem Sprung aufs Podest in der Gesamtwertung der Radsportwoche.

Am Vormittag war der Grazer Robert Bartonek an der Reihe. Nachdem er im ersten Straßenrennen dieser Radsportwoche am Dienstag aufgeben mußte, war jetzt Rehabilitation angesagt. Und auch der Beweis, daß es nach seiner schweren Verletzung mit seiner Form weiterhin bergauf geht. Um es vorwegzunehmen: diese Wiedergutmachung ist einwandfrei gelungen! Die beiden Bad Gamser Hügel gleich nach dem Start stellten kein allzu großes Hindernis für den Grazer dar, und der Anstieg in Kraubath wurde in der ersten Runde auch einwandfrei geschafft.

Das Feld der Master-4-Fahrer trat geschlossen zum Zielsprint an, Bartonek hatte auch in der zweiten Runde alle Steigungen überwunden, war diesmal ausreichend mit Essen und Trinken versorgt, um nicht – wie am Dienstag – völlig dehydriert aufgeben zu müssen. Nach 1:34:58 Stunden (Siegerschnitt 39,7 km/h) setzte sich der Favorit durch: der weißrussische Gesamtführende Dimitri Buben gewann vor Klaus Teigl (HRC Grafenbach) und Wolfgang Treitler (RC Schnecke). Bartonek belegte den 19. Rang.

Der Wetterbericht für diesen Tag sollte Recht behalten. Nach dem drückend heißen Vormittag würde es am Nachmittag lokale Wärmegewitter geben. Als der Start näherrückte, rückte auch eine ganz tiefschwarze Wolkenfront über Hebalm und Weinebene auf die Südsteiermark zu. Der Start verlief noch im Trockenen, doch während ihrer Runde wurden die Teilnehmer dann vom Unwetter eingeholt. Es begann zu regnen und Wind kam auf.

Gleich zu Beginn des Unwetters – aus dem taktischen Lehrbuch – setzte sich Hans Unterguggenberger von seinen Konkurrenten ab und fuhr alleine dem Ziel in Bad Gams entgegen. Ungefährdet, denn er konnte seinen Vorsprung ständig vergrößern. Eine Kopie des vorjährigen Rennverlaufs.

Der Zielbogen wurde umgerissen, Dächer abgetragen, Keller überflutet, Äste und entwurzelte Bäume und Sträucher bildeten Hindernisse auf den Straßen. Der Veranstalter entschloß sich, das Rennen abzubrechen und kein Ergebnis offiziell bekanntzugeben. Nur eine halbe Sache, meinen wir, denn zu dem Zeitpunkt waren die ersten Fahrer noch lange nicht im Ziel erwartet worden, und wie sich nachher herausstellte, litt die Strecke nur unter dem Handikap des starken Regens. Als die ersten Fahrer im Ziel eintrafen – allen voran Hans Unterguggenberger, der seine Solofahrt vermeintlich siegreich beendete – waren die gröbsten Aufräumarbeiten bereits beendet, das Unwetter vorüber.

Dieser Abbruch war eine halbe Sache – nicht mal alle Fahrer wurden davon in Kenntnis gesetzt – und es wurde auch nicht dafür gesorgt, daß sie ins Ziel gebracht wurden, im Gegenteil, die Meinung des Renngerichts war absurd („Sollen sie sich halt irgendwo unterstellen!“). Was hätte man wohl gemacht, wenn es ein paar Stunden weitergewettert hätte, bis Einbruch der Dunkelheit etwa? Zugegeben, die Situation im Zielbereich war alles andere als regulär, aber da waren die Fahrer ja noch lange nicht da, und bis zu ihrem Eintreffen war ohnehin alles bereinigt gewesen. Aus derSicht der Fahrer war es ein Abbruch wegen Regens – einmalig in der Geschichte der Deutschlandsberger Radsportwoche!

Auf das Unverständnis der Fahrer stieß auch der Umstand, daß das Vorausfahrzeug – mit blinkendem Signallicht, etwa 40 km/h und unmittelbar vor dem führenden Fahrer, Hans Unterguggenberger – wie im richtigen Rennen einherfuhr, es somit gar nicht erkennbar war, daß das Rennen abgebrochen war. Was natürlich den schlimmen Verdacht nährt, daß der Fahrer ders Vorausfahrzeugs davon gar nicht in Kenntnis gesetzt worden war. Tatsache ist, daß der Hans der am meisten betroffene Fahrer war, wurde ihm doch der Sieg GESTOHLEN – oder kommt das daher, weil Fußballer Radrennen veranstalten wollen?

 

Deutschlandsberger Weltradsportwoche, Bergrennen Hollenegg/Ghf. Fuchswirt – Burg Deutschlandsberg, 3 km

Donnerstag, 18. August: Deutschlandsberger Weltradsportwoche, Bergrennen Hollenegg/Ghf. Fuchswirt – Burg Deutschlandsberg, 3 km

Klein, aber intensiv, so könnte man das Bergrennen auf die Burg Deutschlandsberg beschreiben. Der Anstieg ist nur 1,1 km lang, aber gerade in dieser Kürze liegt hier die Würze. Bei vielen Fahrern stößt dieses Profil auf Abneigung, die echten Bergspezialisten hätten lieber einen „richtigen“ Berg anstatt diesen Bergsprint. Steigungen bis 14 % müssen dabei am letzten Kilometer überwunden werden.

Strecke

In der Masterklasse 4, in der auch der Grazer Robert Bartonek an den Start ging, siegte – erwartungsgemäß – der Weißrusse Dimitri Buben, der die Strecke in 6:37 Minuten zurücklegte. Bartonek, der wegen seiner Schulterverletzung noch immer nicht im Sattel stehen oder am Lenker ziehen kann, war da natürlich schwer gehandikapt. Er mußte den Anstieg sitzend zurücklegen und fuhr in 8:40 Minuten etwa eine halbe Minute langsamer als in den letzten Jahren, damit belegte er diesmal nur den 16. Rang.

 

Vom Pech verfolgt war Hans Unterguggenberger in der Klasse 8. Er fuhr ein starkes Rennen, lag etwa 200 Meter vor der Ziellinie an der fünften Stelle, als er zur Attacke auf die beiden knapp vor ihm liegenden Fahrer antrat. Dabei löste sich die erst am Vortag montierte Schuhplatte und er konnte nur mit Mühe einen Sturz vermeiden. Daß er in die Böschung fuhr, war das geringere Übel.Das viel größere war dann der Start in einem der steilsten Passagen des Anstieges mit einer viel zu harten Übersetzung. 50 Meter vor dem Ziel touchierte er den Zaun auf der linken Seite, verlor abermals Zeit. Daß er durch dieses Mißgeschick keinen Platz einbüßte, hatte er seiner Leistung zu verdanken, dank derer er vorher schon genügend Vorsprung auf seine unmittelbaren Verfolger herausgefahren hatte. Dennoch bitter: statt dem erhofften Podestplatz blieb es bei Rang 5! Wilhelm Pauli (BRD) gewann ungefährdet in 8:13, Unterguggenberger fuhr in 8:50 auf Platz 5.

Deutschlandsberger Weltradsportwoche, 300-m-Sprint in der Deutschlandsberger Siemens-Straße

Mittwoch, 17. August: Deutschlandsberger Weltradsportwoche, 300-m-Sprint in der Deutschlandsberger Siemens-Straße

Die ungeliebte Disziplin. Heute waren mit Bartponek und Unterguggenberger wieder beide Vertreter der UGB-Renngemeinschaft am selben Tag vertreten, beim 300 Meter langen Straßensprint, der nicht bei vielen Teilnehmern großen Zuspruch genießt. Auf dem 300 m langen abgesperrten Straßenstück wurden mit Verkehrshüten zwei Bahnen ausgesteckt, und so traten jeweils zwei Konkurrenten über 300 Meter gegeneinander an.

Sprint Strecke

 

Robert Bartonek kam als erster an die Reihe, konnte aber wegen seiner schmerzenden Schulter die 300 Meter nur im Stil einer Trainingsfahrt absolvieren, an ein Aufstehen oder gar Antreten war nicht mal zu denken… Entsprechend auch das Ergebnis: in 32,25 Sekunden blieb dem Grazer damit nur der – leider erwartete – 19. Rang. Der Sieg ging im Finallauf am Nachmittag an den 51jährigen Polen Franciszek Harbacawicz.

In der Masterklasse 8 trat Hans Unterguggenberger an, und in 29,92 Sekunden fuhr er auf den 8. Rang, den Sieg holte sich der Deutsche Wilhelm Pauli.

 

Deutschlandsberger Radsportwoche, Straßenrennen Giro Gianni Motta, Groß St. Florian – Eibiswald, 68 km

Dienstag, 16. August: Deutschlandsberger Radsportwoche, Straßenrennen Giro Gianni Motta, Groß St. Florian – Eibiswald, 68 km

Das erste Straßenrennen für die jüngeren Master-Klassen im Rahmen dieser Radsportwoche! Auf der 68 km langen Strecke mit dem superschweren Finale über die beiden steilen Anstiege in St. Ulrich mußte auch RobertBartonek erstmals seit seiner schweren Verletzung Farbe bekennen: wie weit ist die Heilung schon fortgeschritten, wie groß der Formverlust tatsächlich? Sechs Anstiege, große Hitze, schwere Konkurrenz – ein echter, würdiger Test.

Strecke Straßenrennen

An den beiden ersten Anstiegen zeigte Bartonek Kämpferherz, mehr mit Einsatz anstatt physischer Form konnte er die beiden ersten Anstiege zwischen Bad Gams und Stainz „überleben“. Doch die dann ständig gefahrenen Attacken, die Unruhe ins Feld brachten und das Tempo hoch hielten, kosteten Kraft und Substanz. Genau das also, was ihm beim steilen Anstieg in Kraubath fehlten. Doch der „Tank“ war damit leer, und die Rückfahrt bis Deutschlandsberg (km 41) raubte auch den Überlebenswillen.

Schweren Herzens mußte Bartonek einsehen,daß die Form und auch die Schmerzunterdrückung bei weitem nicht ausreichten, um dieses Rennen auch nur zu Ende fahren zu können. Es tut schließlich immer weh, wenn man ein Rennen aufgeben muß…

Der Namensgeber des Rennens, der italienische Ex-Profi Gianni Motta, ist seit einigen Jahren glühender Liebhaber der Region um Deutschlandsberg und so folgte er auch diesmal wieder sehr gerne der Einladung, der Radsportwoche höchstpersönlich beizuwohnen.

Der 68jährige Gianni Motta heute…

 


… und zu seinen Glanzzeiten im Rosa Trikot des Giro.

 

Deutschlandsberger Radsportwoche, Paarzeitfahren Frauental-Deutschlandsberg, 11,9 km

Montag, 15. August: Deutschlandsberger Radsportwoche, Paarzeitfahren Frauental-Deutschlandsberg, 11,9 km

Bei strahlend schönem Sommerwetter, aber starkem Wind, wurde dieses Zeitfahren auf der um 4,6 km verkürzten Strecke durchgeführt. Da die Wende schon in Furth war, brauchten wir diesmal auch den letzten Teil des Anstiegs nach Bad Gams nicht zu fahren.

Leicht war´s trotzdem nicht. Der Grazer Robert Bartonek startete gemeinsam mit seinem ehemaligen Teamkollegen Gerald Leutgeb aus Krems in der Klasse „Großer & Kleiner Chef 2“ – wer von den beiden war der „kleine“, wer der „große“ Chef?

Mit Helmut Pitzl und Gerhard Hrinkow setzte sich – erwartungsgemäß – das hohe Favoritenpaar klar durch. In 13:58 Minuten fuhren die beiden absolute Bestzeit. Nikolai Baklanau und Dimitri Buben (Weißrußland) blieben in 14:31 doch klar dahinter. Bartonek/Leutgeb fuhren in 16:14 auf den 13. Rang. Wie knapp das Ergebnis ausgefallen ist, zeigt ein Blick auf die Ergebnisliste: da fehlten 13 Sekunden auf einen Top-10-Platz, 1:15 Minuten auf einen Podestplatz…

Trotz der starken Schmerzen in der Schulter zeigte sich Bartonek stark verbessert, konnte sogar drei Führungen absolvieren. Zwar fiel da jedesmal das Tempo etwas ab, doch die Leistung hätte insgesamt viel schwächer sein können…

 

Deutschlandsberger Weltradsportwoche, Straßenrennen Giro Gianni Motta in Deutschlandsberg, 37 km

Sonntag, 14. August: Deutschlandsberger Weltradsportwoche, Straßenrennen Giro Gianni Motta in Deutschlandsberg, 37 km


Dreimal versucht Hans Unterguggenberger, dem Feld zu enteilen, wird aber jedesmal wieder zurückgeholt, und zwar immer wieder vom Niederösterreicher Anton Gierer. Beim Zielsprint fehlt dann die Kraft und somit kann der Hans nur den 7. Rang belegen, der Sieg geht an Wilhelm Pauli in 1:02:25 (Schnitt 35,6 km/h) vor Reiner Liebert und John Mewes (alle BRD). In der Gesamtwertung übernimmt damit Wilhelm Pauli vor dem punktegleichen Reiner Liebert die Führung.