Sonntag, 17. Oktober 2010: Straßenrennen „Trofeo Trinox-Aba grigliati“ in Massanzago (I), 100 km

Der Winter ist da! Auch in Italien ist jetzt der Herbst weg, zumindest hat er heute Pause gemacht: strömender Regen den ganzen Tag über, 5°, garniert mit Sturmböen – und dazu ein Festtagsschmaus über 100 Kilometer kreuz und quer durch das padovanische Hinterland auf schmalen, engen Nebenstraßen, die voller Dreck und Schlamm waren. Das waren die äußeren Umstände des zum 8. Mal durchgeführten Klassikers „Trofeo Trinox-Aba“ in Massanzago, an dem auch Robert Bartonek von der UGB-Renngemeinschaft teilnahm.

Nach dem verregneten Rundstreckenrennen am Vortag in Dingolfing in Bayern war es heute noch einmal ein paar Grade kälter – und die Distanz mehr als dreimal so lang! Wegen des Wetters und auch wegen des Umstandes, daß in Montecchio Maggiore die Regionalbergmeisterschaft stattfand, waren unerwartet wenige Teilnehmer nach Massanzago gekommen. Nachdem der Veranstalter die Strecke nicht verkürzen konnte (es war nur eine einzige große Runde vorgesehen), gab es als einziges Zugeständnis an das Sauwetter nur einen einzigen Start. Alle Kategorien fuhren also zusammen und wurden dann getrennt gewertet.

Kurz vor dem Starthatte es zu regnen aufgehört, und ein paar Minuten vor dem geplanten Start um 12 Uhr brach sogar die Sonne durch. Ein verhängnisvoller Fehler, daß ein paar Starter, so auch Bartonek, auf lästige Überkleidung, Regenjacke und warme Handschuhe verzichteten. Denn praktisch mit dem Startschuß öffnete der Himmel wieder seine Schleusen, die Fahrer waren binnen Sekunden naß bis auf die Haut. Bartonek als Brillenträger sah sich mit der Aufgabe konfrontiert, als praktisch Blinder sich im Feld zurechtzufinden. Sicht null, Brillen dreckverschmiert, Augen, Mund und Ohren voller Dreck und Sand, mußten die Fahrer diese Tortur mehr als zweieinhalb Stunden lang über sich ergehen lassen.

Treuer Begleiter an beiden Renntagen an diesem Wochenende: eine Unmenge Regenwasser!

So rollte man auch ungefähr 80 km lang einträchtig und gleichmäßig nebeneinander dahin, ehe dann auf den letzten Kilometern die Gruppe vollends auseinanderfiel. Viele Fahrer erlebten diesen Moment nicht mehr, sie hatten das Rennen aufgegeben und den Platz im Rennsattel mit einem Platz am warmen Ofen in irgendeiner Taverne getauscht. Als der Kampf um die Podiumsplätze eröffnet wurde, brach das Feld in mehrere kleine Gruppen auseinander. Alle Asse und Favoriten kurbelten in der ersten Gruppe, die etwa 30 Mann umfaßte. Da Bartonek auch in dieser Kopfgruppe dabei war, und nicht mehr viele seiner Altersklasse hier mithalten konnten, war ihm ein Spitzenplatz bereits mehrere Kilometer vor dem Zielstrich sicher.

Knapp verpaßte Bartonek als Vierter den Sprung aufs Podest, doch mit leichten Erfrierungserscheinungen war er nicht mehr in der Lage gewesen, das Finale hochkonzentriert hinter sich zu bringen. Rang 4 ließ ihn daher etwas unbefriedigt zurück, zumal er nur ganz knapp am Podest vorbeigeschrammt ist.

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