Samstag, 4. September 2010: Straßenrennen um den Großen Preis des Naturparks Goricko in Grad, 76,5 km

Starker Regen bis unmittelbar vor dem Start und teilweise heftige Windböen waren keine ideale Kulisse für den 4. Großen Straßenpreis des Naturparks Goricko in der nördlichsten Ecke Sloweniens, nur einen Steinwurf von der burgenländisch-steirischen Grenze entfernt. Jedes Jahr hat es bisher hier eine andere Streckenführung gegeben, für 2010 hatte man eine 15-km-Runde gefunden, die in der Masterklasse fünfmal absolviert werden mußte. Geblieben ist in allen Rennen der Startort Grad mit der Zielankunft oben beim Schloß, was einen 1,5-km-Zielanstieg bedeutet.

Der Grazer Robert Bartonek, der das Rennen schon einmal gewinnen konnte – damals war es über 123 km gegangen – war auch heuer wieder am Start. Die 15-km-Runde wies zwei Anstiege auf. Die 106 Höhenmeter pro Runde summierten sich mit den 60 Höhenmetern des Zielanstieges auf 590 Höhenmeter – damit war diese heurige Auflage die wohl leichteste, was das Streckenprofil angeht. Mit 158 Teilnehmern allein in der Masterklasse gab es einen neuen erstaunlichen Teilnehmerrekord zu vermelden. Gestartet wurden alle drei Masterklassen (40+, 50+ und 60+) gemeinsam, gewertet wurde getrennt – auch eine Neuerung, zu der sich die Organisatoren durchgerungen hatten.

Die Geschichte des Rennens ist schnell erzählt: in der ersten Runde bereits setzte sich am zweiten Anstieg, Beli Kriz, 3 km vor dem Ziel, eine 25köpfige Gruppe ab, in der sich insgesamt 8 Fahrer der Kategorie 50+ befanden, in der auch Bartonek an den Start gegangen war. Nach der ersten Zieldurchfahrt war der Grazer in der Spitzengruppe dabei.

In der 2. und 3. Runde wurde ziemlich gleichmäßig gefahren, die wohl größte Selektion erfolgte da durch den heftigen böenartigen Wind, der die Spitzengruppe gnadenlos auf 13 Mann halbierte – Bartonek hielt zusammen mit zwei weiteren 50+-Fahrern in dieser Spitze nach wie vor mit, war damit bereits 31,5 km vor dem Ziel auf Podiumskurs!

In der letzten Runde setze sich eine 3-Mann-Gruppe ab, aber das waren alle drei Fahrer der jüngsten Master-Klasse, waren für Bartonek also ohne Bedeutung. In der Schlußrunde wurde dann an jedem der beiden Anstiege heftig angegriffen, was zur Folge hatte, daß die bis dahin einträchtig kurbelnde Gruppe völlig auseinanderbrach. Bartonek überquerte den letzten Anstieg Beli Kriz als Gesamtachter – und lag damit in der Klasse 50+ in Führung, hatte gut 100 Meter Vorsprung auf seinen härtesten Konkurrenten, Bojan Ropret.

Die drei Spitzenreiter retteten sich ebenfalls über diesen Anstieg, dahinter hatte sich – mit Bartonek – eine fünfköpfige Verfolgergruppe gebildet, die enorm Tempo machte und der Spitze bis Grad immer näher rückte. Am Zielort angelangt, hatten die drei Spitzenreiter gerade noch 15 Sekunden Vorsprung. Der 1,5 km lange Zielanstieg zum Schloß hinauf mußte also die endgültige Entscheidung bringen. Für Bartonek war sie längst gefallen. Er war der einzige 50+-Fahrer in dieser Gruppe, sein Klassensieg war auf diesem letzten Anstieg nicht mehr in Gefahr.

Auch die dreiköpfige Spitze brach am Schlußkilometer auseinander, Robert Vojt rettete sich knapp vor den Verfolgern als Tagessieger ins Ziel, Bartonek erreichte als Siebenter der Gesamtwertung den Zielstreifen vor dem Schloß Grad – das war der Sieg in der Kategorie 50+, der vierte Saisonsieg des 52jährigen Grazers! Und dieser Sieg hat Gewicht, landete doch mit Bojan Ropret der wohl prominenteste Masterfahrer Sloweniens an der zweiten Stelle, er ist mehrfacher Olympia- und Weltmeisterschaftsteilnehmer, gewann sogar mit dem Nationalvierer WM-Silber in der 100-km-Mannschaft.

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