Samstag, 28. August 2010: Straßenweltmeisterschaft in St. Johann/Tirol um den Großen Preis der Kitzbüheler Alpen, 76 km

Der Sommer ist definitiv vorbei! Strömender Regen den ganzen Tag über, starker böiger Wind, am Start 18°, beim Zieleinlauf dann nur mehr 13°, die 98 Teilnehmer an diesem letzten WM-Rennen in St. Johann/Tirol sind wahrlich nicht vom Wettergott begünstigt gewesen. Ein Martyrium mußte der Grazer Robert Bartonek von der UGB-Renngemeinschaft dabei ertragen, seine überwundene Krankheit und sehr gute Form berechtigte zu einigen Hoffnungen.

Doch bereits in den ersten 5 Minuten des Rennens wurden alle diese Hoffnungen brutal zunichte gemacht. Bereits nach 700 Meter wurde Bartonek beim Einbiegen auf die Bundesstraße von einem Teilnehmer, der über die Grünfläche direkt vor sein Vorderrad stürzte, zu Boden gerissen. Zwar sprang er sofort wieder aufs Rad und setzte das Rennen fort, doch seine gute Position im 98-Mann-Teilnehmerfeld war verloren. Und der Anstieg auf die Huberhöhe stand unmittelbar bevor, der sich zu einem wahren Bergsprint gestaltete. Mit 38 km/h sprinteten die Stärksten über diesen traditionellen Anstieg.

In der Linkskurve, die zum letzten der vier Steilpassagen führte, wurde Bartonek von einem Fahrer, der von einer Windböe irritiert wurde, förmlich umgemäht. Drei oder vier Fahrer stürzten über die beiden. Bartonek war sofort wieder auf den Beinen, mußte aber ein gut 100 Meter langes Loch auf die Letzten des inzwischen enteilten Feldes zufahren. Das gelang auch noch, aber in der Abfahrt zur Griesenau war dann endgültig Endstation: Vorderreifen platt, wahrscheinlich eine Folge eines der beiden Stürze.

Der Laufradwechsel gestaltete sich zu einem Geduldspiel, bis endlich ein Begleitwagen stehenblieb und dem Grazer mit einem neuen Vorderrad aushalf. Der konnte dann das Rennen zwar fortsetzen, an ein erfolgreiches Abschneiden war aber nicht mehr zu denken. Bartonek fuhr alleine die beiden Runden zu Ende, erreichte dabei immerhin einen Schnitt von 36 km/h – ganz beachtlich bei diesem Sauwetter!

Das Rennen machten andere. An der Spitze setzte sich eine 8-Mann-Gruppe ab und kam auch mit über 2 Minuten Vorsprung auf das große Hauptfeld ins Ziel, den Titel holten sich die beiden Niederländer Keller und Van Leeuwen. Dem großen Favoriten Dimitri Buben, der nach dem Zeitfahren neuerlich eine Niederlage hinnehmen mußte, blieb nur die Bronzemedaille.

Straßenweltmeisterschaft 76 km: 1. Alfred Keller (Niederlande) 1:48:30 (Siegerschnitt 42,3 km/h), – 2. Rob van Leeuwen (Niederlande), – 3. Dimitri Buben (Weißrußland), – 4. Mikhail Nowikov (Rußland), – 5. Jean-Claude Bougouin (Frankreich), – 6. Stefano Costantini (Italien), – 7. Werner Hügel (BRD), – 8. Txomin Oronoz (Spanien), alle gleiche Zeit, – 9. Aleksandrs Aleksandrovs (Lettland) 2:17 zurück, – 10. Matthias Grünig (BRD), gleiche Zeit, die Österreicher: 63. Klaus Moosbrugger (Mountainbiker Wattens) -9:30, – 70. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -21:27, – 71. Rupert Polak (RC UNION St. Johann/Tirol) -21:44

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