Auflösung der Masterkategorien durch die UCI

Auflösung der Masterkategorien durch die UCI

Doch jetzt zu einem ganz anderen Thema, das seit St.Johann/Tirol Ende August ganz Radsport-Österreich bewegt. Ein Informationsblatt mit folgendem Inhalt wurde in St.Johann aufgelegt:

Liebe Radsportler und Radsportlerinnen! Vor nunmehr 17 Jahren, im Anschluß an den 25. Radweltpokal, wurde ich von der UCI gebeten, meiner Veranstaltung eine „UCI-Master-Rad-Straßen-WM“ anzuschließen. Mit der Option, die WM zehn Jahre lang zu organisieren, nahm ich das Angebot an. Im Jahr 2000 kam auf unsere Initiative hin noch die „UCI-Master-Rad-Zeitfahr-WM“ hinzu.

Inzwischen sind daraus 17 Jahre geworden und es kommen nahezu 3000 Master-Radsportler und -sportlerinnen aus 67 Nationen nach St.Johann/Tirol. Trotz dieses großen Erfolges teilte mit die UCI kurz vor Beginn der WM 2010 mit, daß es in Zukunft eine von der UCI sanktionierte Master-WM in dieser Form nicht mehr geben wird.

Bereits vor einigen Jahren wurde die UCI-Master-Kommission aufgelöst und innerhalb der UCI kam es nach und nach zu Umstrukturierungen zugunsten von Breitensportveranstaltungen wie z.B. Gran Fondos. In Zukunft soll der Master-Radsport der Sektion Breitensport („Cycling for all“) angeschlossen werden.

Diese Entscheidung bedaure ich sehr, war die „UCI-Straßen-WM“ doch eine würdige Anerkennung der außerordentlichen Leistungen, die die Masterfahrer bis in ihr hohes Lebensalter erbringen! Der Rückzug der UCI hat keinerlei Auswirkungen auf die St. Johanner Radsportwoche und die Ausrichtung der Master-Straßen-WM 2011 in St.Johann (20. – 27. August 2011). Die UCI-WM im Einzelzeitfahren wird beibehalten.

Mein Team und ich arbeiten bereits am Konzept für 2011, wir werden noch einiges verbessern und freuen uns schon auf Eure Teilnahme! Ich wünsche euch erfolgreiche, unfallfreie Rennen unhd weiterhin viel Freude an unserem wunderschönen, geliebten Radsport! Genießt den ganz besonderen Geist von St.Johann. Gezeichnet Harald Baumann & sein Team

Von der UCI gibt es keine klare Aussage dazu. Nur soviel: dort erwägt man, den ganzen Master-Bereich dem Breitensport anzuschließen, weil der Masterbereich finanziell nicht zu vermarkten sei. Was das bedeutet, darüber kann man nur rätseln: soll das heißen, daß die Altersklassen keine Lizenz mehr benötigen? Daß man nur Marathons bestreiten kann und dort gegen Profis fährt? Sind Unlizenziertenrennen gestattet oder nicht? Und was heißt, daß es die St. Johanner Rennen weiterhin geben wird, wenn es die Masterklasse gar nicht mehr gibt? Die Straßen-WM nicht mehr von der UCI sanktioniert, die Zeitfahr-WM aber schon? Wenn es doch die ganze Kategorie dann nicht mehr gibt? Fragen über Fragen. Unsicherheit und Ungewißheit überall.

In St. Johann gab es also eine Sitzung aller Master-Vertreter der großen nationalen Landesverbände. Einzig Italien, Frankreich und die Niederlande blieben diesem Termin fern. Bei dieser Tagung kam man überein, geschlossen auf die UCI einzuwirken, die Masterklassen nicht fallenzulassen. Es gab aber auch bereits Überlegungen für den Fall, daß sich die UCI nicht mehr umstimmen ließe. Dann wolle man einen eigenen internationalen Verband gründen, einen „Gegenverband“ zur UCI quasi, geschaffen nur für nationale Masterverbände.

Genau dann aber beginnen die ganzen Schwierigkeiten und Probleme, ein solcher internationaler Verband läßt sich nämnlich nicht sozusagen aus dem Ärmel schütteln. Wer übernimmt welche Funktionen, wer bewältigt das verwaltungstechnische und logistische, wer das sportliche, wer den Marketing-Bereich, und die wohl wichtigste Frage: wer zum Teufel finanziert das alles???

Erwartunsgemäß kam man in all diesen Fragen nicht zu einem einheitlichen Beschluß. Typisch auch, daß der ÖRV zu all diesen Fragen schweigt und seine Mitglieder im ungewissen läßt. Wir werden jedenfalls in dieser Frage am Ball bleiben und weiterhin berichten, sobald sich neue Fakten ergeben.

 

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