Mittwoch, 25. August 2010: Zeitfahr-Weltmeisterschaft in Erpfendorf, 20 km

Die erste Weltmeisterschaft ist die im Zeitfahren, auf der traditionellen 20-km-Strecke von Erpfendorf zur Wende auf den Loferberg und wieder zurück nach Erpfendorf. Für den normalen Straßenverkehr völlig gesperrt, genießen die Rennfahrer echte WM-Atmosphäre. Im 30-Sekunden-Intervall wird gestartet, von der Frühe bis in den späten Nachmnittag, schließlich wollen um die 700 Fahrer die Strecke bewältigen. Bei sommerlichen Temperaturen und nur leicht bewölktem Himmel, aber mäßigem Wind, absolvieren die Fahrer die Strecke, die von den Allerschnellsten im 50-km/h-Schnitt bewältigt wird!

Hans Unterguggenberger, der aussichtsreichere der beiden Starter der UGB-Renngemeinschaft, geht bereits um 9.39 Uhr ins Rennen. Er hatte Medaillenchancen, nachdem er zuletzt in sehr guter Form war. 52 Starter waren in seiner Altersklasse Master 8 am Start, darunter leider nur 6 Österreicher. Der Sieg ging an den Franzosen Marcel Eve, der die Strecke in 28:42 (Schnitt 42 km/h) bewältigte. Er hatte nur 0,15 Sekunden Vorsprung (!!!) auf den Deutschen Günther Hoffmann und 11 Sekunden auf seinen Landsmann Jacques Gestraud. Die Medaillen wurden also sehr knapp vergeben.

Der Vierte, der Fritz Fleischer (BRD), lag da schon 26 Sekunden zurück. Hans hatte das Pech, daß der UCI-Verantwortliche, der die Maße der Rennmaschinen kontrollierte, sowohl sein Rad als auch seinen Zeitfahrhelm beanstandete, mit beiden war er jahrelang schon die Rennen gefahren und es hatte nie Beanstandungen gegeben. Doch diesmal mußte er sowohl die Sattelstellung verändern, was eine geänderte, ungewohnte Haltung auf der Rennmaschine zur Folge hatte, und deswegen mußte er auch auf das Aufwärmen verzichten, konnte nur „kalt“ ins Rennen starten. Unter diesen Umständen ist sein 6. Rang mit der Fahrtzeit von 30:13 (1:31 Minuten Rückstand) wirklich sehr, sehr schade, denn die Medaillenchance war – nachträglich gesehen – wirklich realistisch. Der 5. Rang ging an Anton Gierer, den besten Österreicher, der 29:19 erzielte.

Robert Bartonek in der Masterklasse 4 war der zweite UGB-Starter, er hat seine Krankheit, die ihn noch in der Radsportwoche in Deutschlandsberg stark behindert hatte, anscheinend doch überwunden, er konnte ein gleichmäßiges Rennen fahren und erzielte mit 29:26 eine um eine gute halbe Minute bessere Zeit als noch im Vorjahr. Dennoch war für ihn in diesem Klassefeld nichts zu holen, er belegte den 54. Rang in diesem 69 Mann starken Teilnehmerfeld. Seine Rechnung, mit dem 2 Minuten hinter ihm gestarteten Österreichischen Zeitfahrmeister Jens Mateyka mitzufahren, ging nicht auf, weil der ihn nicht wie erwartet bei der Wende einholte, sondern erst gute 4 km vor dem Ziel.

Der Sieg war auch in dieser Altersklasse sehr hart umkämpft, schließlich setzte sich der Amerikaner Eugene Palumbo in 25:22 (Schnitt 47 km/h) mit 1,2 Sekunden vor Titelverteidiger Buben (Weißrußland) und 1,7 Sekunden vor dem Deutschen Werner Hügel durch. Von den 10 gestarteten Österreichern fuhr Staatsmeister Jens Mateyka in 26:12 die schnellste Zeit, doch das reichte diesmal nur für den 12. Rang. Sicherlich eine kleine Enttäuschung, nachdem er im Vorjahr noch eine Medaille geholt hatte.

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