Fortsetzung Rennbericht Ölspur-Nationen-Radmarathon Deutschlandsberg am Sonntag, 23. August 2010

Gerhard Krois feuert den Startschuß ab, Bartonek rechts

Den Ton gaben – wie stets in dieser Radsportwoche – die Ausländer an. Mit hohem Tempo wurde der erste Anstieg in Graschuh gefahren, knapp 30 Mann überlebten das Gemetzel am Berg, Bartonek schaffte in der langen Abfahrt mit drei Russen wieder den Anschluß. Bis Bad Gams hatte sich die Spitze auf 38 Mann vergrößert, und dann wurden die beiden Gamser Hügel in Angriff genommen. Am Vocheraberg konnten sich 16 Mann absetzen, Bartonek schaffte als letzter in der Abfahrt hinunter nach Stainz gerade noch den Anschluß. Immer wieder die Russen und Slowenen waren es, die das Tempo hochhielten. Letzter Anstieg, wieder in Graschuh, 12 Mann kommen vorne über den Berg, Bartonek mit kleinem Rückstand – und wieder schließt er in der Abfahrt auf. In Groß St.Florian dann erneut mehrere Attacken, die Gruppe zerfällt, vorne 7 Mann, und erst ausgangs der Ortschaft schließt Bartonek ein letztes Mal zur Spitze auf.

Jetzt, auf den letzten flachen Kilometern, läßt sich die achtköpfige Gruppe nicht mehr einholen, obwohl die fünf Mann Verfolger alles geben und nicht lockerlassen. Im Ziel beträgt der Abstand zwischen den beiden Gruppen gerade mal 20 Sekunden! In Frauental wieder ein heftiger Vorstoß eines Sowjetrussen, der aber einmal mehr vereitelt wird, danach versucht es ein Slowene, auch vergeblich.

Bartonek fährt konsequent an achter und letzter Stelle, spielt den leidenden, toten oder sterbenden Mann und entscheidet das Rennen im letzten Moment mit einer Überraschungsattacke: 300 Meter vor dem Ziel nimmt er den Kreisverkehr auf der linken Seite, hat somit neben dem Überrasachungseffekt auch einen kleinen Raumgewinn zu verbuchen, der ausreicht, um seinen Reifen am Zielstrich um Zentimeter vor dem Weißrussen Wladislav Srebniak und dem Slowenen Dusan Hajdinyak zu setzen!

Damit feiert Bartonek beim Ölspur-Nationen-Marathon den bereits dritten Sieg in Serie! Nach einer 55-km-Solofahrt im strömenden Regen 2008, die er mit dreieinhalb Minuten Vorsprung abschließt, kann er sich im Vorjahr 5 km vor dem Ziel aus der Spitzengruppe lösen und distanziert die Verfolger um 23 Sekunden – heute muß er sprinten, um die Konkurrenten, übrigens allesamt deutlich jünger, in die Schranken zu weisen! Es wird immer knapper! Man darf gespannt auf die nächstjährige Austragung sein.

Damit hat also die UGB-Renngemeinschaft zwei Rennen im Rahmen dieser Weltradsportwoche gewinnen können. Und Bartonek scheint seine Krankheit, die ihn in dieser Woche so sehr behindert hat, im richtigen Moment abgestreift zu haben – jetzt wartet die Weltmeisterschaft in St. Johann/Tirol!

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