Donnerstag, 5. August 2010: Straßenrennen um dieTrofeo San Lorenzo e sportivi di Liettoli in Liettoli Campolongo Maggiore (I), 58,5 km

Der Grazer Robert Bartonek war unter den 45 Startern der Gentlemen-Kategorie beimStraßenrennen in Liettoli. Auf einem 19,5 km langen Rundkurs mußten die Rennenfahrer drei Runden (= 58,5 km) zurücklegen. Bei bestem Radsportwetter (stark bewölkt, leichter O-Wind, 26°) entwickelte sich sehr schnell ein spannender Rennverlauf. Bereits die erste Runde sah viele Attacken, doch bei der ersten Zieldurchfahrt war das Feld wieder geschlossen.

In der zweiten Runde aber konnte sich nach einigen heftigen Angriffen eine 14 Mann starke Gruppe absetzen, und da alle Favoriten in dieser Spitzengruppe vertreten waren, war das auch die Vorentscheidung. Von hinten drohte keine Gefahr mehr, und sehr schnell wuchs der Vorsprung auf mehrere Minuten an. Der bekannt starke Sprinter Alfio Maracani (VC Rovigo), der gleich drei Helfer in dieser Gruppe dabei hatte, versuchte andauernd, mit ruppigen Attacken die Gruppe zu sprengen. Diese Versuche hatten dann Ende der zweiten Runde Erfolg, da die dauernde Unruhe in der Gruppe einigen Fahrern den Anschluß kostete.

Das hohe Tempo in Zusammenarbeit mit dem Wind sorgte für eine beinharte Selektion auf jedem Kilometer des Rundkurses. Maracani erwies sich auch sehr schnell als der stärkste Fahrer der Gruppe, an ihm orientierten sich alle anderen. Als die Gruppe dann auf 9 Mann geschrumpft war und er nur mehr einen einzigen Helfer bei sich hatte, wurde auch Maracani etwas umgänglicher und verlegte sich aufs Abwarten.

Darauf hatte die Konkurrenz jedoch nur gewartet. Spartaco Marchini (GS Pennelli Cinghiale) trat an und setzte sich reaktionslos ab, und als wie erwartet Maracanis Helfer Alessandro Marchiori (VC Rovigo) nachsetzte, heftete sich Bartonek an dessen Hinterrad. Die beiden kamen ebenfalls schnell von der Gruppe weg und hatten Marchini bald gestellt. Drei Mann Spitze also 7 km vor dem Ziel. Bei der langen Ortsdurchfahrt durch Boion war Marchiori noch etwas ratlos, da sein Kapitän hinten war und der Vorsprung des Trios immer größer wurde. Sowohl Marchini als auch Bartonek drückten aufs Tempo, das in der Phase bei 50 bis 52 km/h lag, Marchiori fuhr nur an den Hinterrädern mit und führte keinen Meter.

Als 3 km vor dem Ziel die Brenta überquert wurde, war der Vorsprung bereits groß genug, um Hoffnungen auf das Siegespodest aufkommen zu lassen. DieTaktik war klar: Bartonek tat nur mehr das Nötigste, führte sporadisch einige wenige Male und auch da nur ganz kurz, der Löwenanteil der Führungsarbeit lag ganz klar bei Marchini. Und weil die drei nicht mehr an einem Strang zogen, kamen die Verfolger im Finale wieder stark auf, die beiden letzten Kilometer waren wieder sehr umkämpft, und für einen Moment sah es doch glatt so aus, als könntzen die drei doch noch gestellt werden.

Doch sowohl Bartonek als auch Marchiori taktieren bis zum letzten Meter, Marchiori hoffte bis zuletzt, daß Maracani vielleicht doch noch den Anschluß schaffen könnte, Bartonek hatte keine Wahl, mußte seine einzige Chance wahren, und die kam 400 Meter vor dem Zielstrich, als Marchiori aus der dritten Position heraus antrat und im bereits erschöpften Marchini keine Gegenwehr vorfand. Doch er hatte Bartonek am Hinterrad, den er nicht abschütteln konnte. Im Gegenteil, auf den letzten 20 Metern fuhr der Grazer links an Marchiori vorbei und mit denkbar knappem Vorsprung von etwa 20 Zentimetern zum überraschenden Sieg. Der Nichtsprinter hatte im Sprint seinen zweiten Saisonsieg gefeiert! Maracani gewann nur 5 Sekunden dahinter den Sprint der Verfolger und belegte damit den vierten Rang.

Morgen folgt dann noch das Bergrennen in Ozbalt (Slowenien), ehe dann am Wochenende zwei Rennen in Tirol am Programm stehen.

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