Samstag, 3. Juli 2010: Grafenbacher Radsportag, Rundstreckenrennen in Grafenbach, 61 km bzw. 54,9 km

Ein spektakulärer Radrenntag ging im niederösterreichischen Grafenbach in Szene. Spektakulär war das Rennen in mehrfacher Hinsicht: zum einen bot der selektive 6,1-km-Rundkurs mit seinem anspruchsvollen Streckenprofil keine Sekunde Zeit zum Verschnaufen, zum anderen war das tropische Wetter mit Temperaturen bis 36° C eine Hürde, unter der alle Starter zu leiden hatten. Und dann kam im Rennen der Masterklassen II und III, wo auch der Grazer Robert Bartonek an den Start ging, noch der absolute Alptraum jedes Rennfahrers dazu, ein Massensturz mit Folgen!

In der zweiten der zehn zu absolvierenden Runden hatte sich Jens Mateyka bereits mit dem Lokalmatador Karl Ganser vom Veranstalterverein RC Grafenbach abgesetzt. Daß die beiden letztlich erfolgreich bis zum Zieleinlauf durchhielten, verdankten sie auch eben diesem Umstand. Der Massensturz bremste die Verfolger nämlich ganz erheblich.

Klaus Teigl, ebenfalls einer der Lokalmatadore, beging in der schnellen Abfahrt durch den Wald einen schweren Fehler, er blickte sich um, verriß dabei den Lenker, kam zu Sturz und riß noch eine ganze Menge anderer Fahrer mit. Schmerzensschreie mischten sich mit dem metallenen Krachen der Rennmaschinen am Asphalt, es war ein Gemetzel. Das halbe Feld lag am Boden, zehn Fahrer mußten aufgeben, drei von ihnen wurden mit teils schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Am schlimmsten erwischte es den Niederösterreicher Fritz Gaubitzer, der einen offenen Oberarmbruch erlitt, sowie den Vorjahrssieger der Kategorie III, den Lokalmatador Ernst Schuler, der sich zwei Rippen brach, die Lunge verletzte, wo Blut eindrang. Dagegen mutete der Schlüsselbeinbruch eines dritten Fahrers direkt harmlos an. Das halbe Rennen lang wurden die Fahrer an der Unfallstelle verarztet und notversorgt, ehe alle vom Rettungswagen abtransportiert werden konnten.

Die Situation nach dem Sturz: vorne die beiden Spitzenreiter Mateyka und Ganser, dahinter eine kleine Verfolgergruppe, angeführt von Engelbert Gaubitzer und Gerhart Schäbinger, dann eine größere mit Bartonek, Gugler, Bauer und Gössler, dahinter die restlichen Fahrer, einzeln und weit abgeschlagen. In der 4. Runde kam es zum Zusammenschluß der Verfolger, doch in der Folge konnten sich die beiden Führenden immer weiter absetzen und schließlich ungefährdet mit 4 Minuten Vorsprung den Sieg unter sich ausmachen. Ein Reifendefekt von Mateyka entschied schließlich das Rennen zugunsten von Karl Ganser (RC Grafenbach). Dritter wurde Ulrich Gössler (RC Drahteisel Volksbank Köflach), Bartonek zeitgleich dahinter Fünfter.

Im 3 Minuten später gestarteten Rennen der Masterklassen 4 bis 6 kam es ebenfalls zu einem Fauxpas, jedoch blieb diese Altersgruppe von einem folgenschweren Sturz verschont. Hier wurde – aus welchen Gründe auch immer – die Glocke, die die Schlußrunde ankündigt, um eine Runde zu früh geschlagen. Hans Unterguggenberger belegte im Zielsprint den dritten Rang, nachdem er die Zielkurve, die sehr schnell und technisch nicht leicht zu fahren war, verhaut hatte. Der Sieg ging an unser vorjähriges Aushängeschild, den Lambacher Siegfried Rothauer, der heuer für die Union Wilhelmsburg antritt, vor Johann Brixler.

An dieser Stelle sei noch mal der Opfer des blutigen Gemetzels gedacht, allen voran Fritz Gaubitzer und Ernst Schuler, die es am schlimmsten erwischte. Gute Besserung, auf daß ihr bald wieder im Sattel sitzen könnt!

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