Monatsarchive: Juli 2010

Samstag, 31. Juli 2010: 2. Biedermeiertal-Radrundfahrt, 1. Etappe: Kriterium in Pernitz, 33,120 km

Zum zweiten Mal bereits veranstaltete der ARBÖ Sparkasse Pernitz die Biedermeiertal-Rundfahrt, ein 2-Etappenrennen im Großraum Pernitz. Am ersten Tag stand das Kriterium in Pernitz auf dem Programm, gefahren wurden 48 Runden auf einem schmalen, engen und sehr kurzen, nur 690 m langen Rundkurs. Im Rennen der Amateure, Junioren und Master-1-Fahrer ging auch Manfred Koch von der UGB-Renngemeinschaft an den Start. Insgesamt 38 Starter nahmen das Rennen auf, 32 davon konnten es auch beenden. Da alle vier Runden eine Sprintrunde zu bewältigen war, kam man auf insgesamt 15 Sprints.

Die Amateure fuhren den sehr hohen Schnitt von 44,3 km/h, und das war für den Niederösterreicher Manfred Koch eine Nummer zu schnell. Anfangs konnte er noch einigermaßen mithalten, doch bereits in der 16. Runde wurde zum ersten Mal überrundet. Bis zum Ende des Rennens mußte er insgesamt 5 Runden preisgeben! So verwundert es auch nicht, daß er nur den 31. Rang im Schlußklassement belegte. Der Sieg ging an den Kärntner Junior Daniel Biedermann (ARBÖ Kostel´s Radshop Grafenstein), der 27 Punkte erkämpfte und damit den hohen Favoriten, den Amateur Markus Willinger (ARBÖ Sparkasse Neunkirchen) knapp bezwang, der Amateur kam auf 25 Punkte. Rang 3 ging mit dem Amateur Alexander Gorenschek (ARBÖL Kostel´s Radshop Grafenstein) wieder nach Kärnten.

Samstag, 31. Juli 2010: 5. Internationales Kitzbüheler-Horn-Bergrennen in Kitzbühel, 7,2 km

Das Streckenprofil der Panoramastraße aufs Kitzbüheler Horn

Bei idealem Radsportwetter fand am steilsten und schwersten Radsportberg Österreichs das 5. internationale Bergrennen des SV Kitzsport statt, zugleich die Tiroler Bergmeisterschaft der Kategorien Elite und U-23. Mit am Start am Kitzbüheler Hauptplatz auch zwei Fahrer der UGB-Rennsportgemeinschaft, Robert Bartonek und Andrea Knapp. Insgesamt nahmen 165 Rennfahrer aus 5 Nationen (Österreich, BRD, Norwegen, CSSR, Belgien) das Rennen auf.

Die gute Form, die Bartonek bei den letzten Rennen unter Beweis stellen konnte, war diesmal nicht umzusetzen. Beim neutralisierten Start kam Bartonek schon nach knapp 50 Metern zu Sturz, weil ihm ein anderer Konkurrent hinten ins Rad fuhr. Und obwohl er sofort wieder am Rad saß und keine Zeit verlor, mußte er dann, auf der Panoramastraße aufs Horn angekommen, erkennen, daß der Werfer beschädigt war und er nur mehr ganz begrenzt schalten konnte. Auf den ersten 2,5 km bis zur Mautstelle, die Bartonek in 9 Minuten zurücklegte, fiel das nicht so sehr ins Gewicht, weil er mit 34/21 und 23 fahren konnte, danach aber, als er den 25er-Kranz benötigte, konnte er den nicht mehr schalten.

Das Kitzbüheler Horn

Mit der viel zu harten Übersetzung war es eine einzige Quälerei, das Steilstück einen Kilometer vor dem Ziel mit Steigungen zwischen 18 und 22 % besiegelte dann sein Schicksal endgültig. Mit der schwachen Zeit von 49:49 Minuten kam Bartonek ins Ziel und belegte in der Masterklasse 2 bis 6 nur den 9. Rang. Der Sieg ging in 37:45 an Michael Plattner (Toni´s Pro-Shop Kirchberg/T.) vor Ullrich Mattersberger (RC Sparkasse Figaro Lienz) und Johann Taucher (ARBÖ Kindberg), der 39:44 Minuten benötigte.

Der Schlußkilometer vor dem Alpenhaus

Andrea Knapp, die zum ersten Mal aufs Horn fuhr, belegte im Feld der Eliteklasse der Frauen den 8. Rang mit ihrer Zeit von 55:57 Minuten. Der Sieg ging an die Tiroler Vizeweltmeisterin Jacqueline Hahn (RICOH Ladies Cycling Team), die 40:13 Minuten benötigte, und vor Lisa Pleyer (Roadbike Holidays KTM) in 40:26 und Gisela Gartmair (RV Sturmbv ohgel München) in 42:14 triumphierte. Schnellste Dame im Feld war aber Patrizia Wacker (RC Reutte), die in unglaublichen 35:46 die Frauen-Sportklasse für sich entschied.

Tiroler Bergmeisterschaft – oder doch nicht??

Samstag, 31. Juli 2010: Tiroler Bergmeisterschaft – oder doch nicht??

Am 31. Juli stand das Kitzbüheler-Horn-Bergrennen am Programm, laut Ausschreibung wurden hier die Tiroler Landesmeistertitel vergeben. An Ort und Stelle mußte man dann allerdings erkennen, daß die Landesmeisterschaft nur die Kategorien Elite und Amateure betraf. Alle anderen Klassen würden die Landestitel Anfang September in Inzing ausfahren. Was soll dieses Tohuwabohu???

Hier am Horn wären wenigstens einmal ein paar Starter anwesend gewesen, immerhin so viele wie noch nie in den letzten fünf Jahren. Warum wird immer alles im letzten Moment geändert? Was ist der Grund dafür? Wer veranlaßt so etwas? Wer ist dafür verantwortlich? Diese Praxis, übrigens schon seit Jahren aktuell, wirft kein gutes Licht auf die Tiroler Radsportszene. Erinnern wir uns an das Chaos der Tiroler Bergmeisterschaft im Vorjahr in Erl. Da wurde ganz kurzfristig beschlossen, bei diesem Rennen die Medaillen zu vergeben, gewußt hat davon vorher niemand.

Kann es denn sein, daß da irgendjemand im LRV auf irgendetwas vergessen hat??? Leider muß man feststellen, daßü in den letzten Jahren das ein bundesweiter Trend ist, immer mehr Bundesländer verlieren eine oder mehrere ihrer Landesmeisterschaften, und die wenigen Rennen, die ausgetragen werden, erfreuen sich nicht gerade großer Starterfelder. Früher einmal war eine Landesmeisterschaft ein gefragtes Rennen, die Goldmedaille ein begehrter Titel. Doch heutzutage gibt es ja kaum mehr ein Bundesland, das in allen Disziplinen Landesmeistertitel vergibt. In Tirol sind das nur am Berg und im Zeitfahren der Fall, in allen anderen Disziplinen werden nur in einigen Kategorien die Titel vergeben.

Tirol, das einmal ein Vorzeigeradsportbundesland war, ist heute nicht mehr als geprügelter Nachzügler. Die wohl wichtigsten Landesmeisterschaften, nämlich die auf der Straße, werden in den Kategorien Elite und Master seit Jahren nicht mehr ausgefahren. Ein Armutszeugnis. Auf die Idee, diese Meisterschaft in einem Rennen in den Nachbarbundesländern Vorarlberg, Salzburg oder Kärnten auszutragen, ist auch noch niemand gekommen. Naja, wahrscheinlich besteht halt auch keine Nachfrage nach diesen Titeln. So gesehen hat wohl jedes Bundesland die Meisterschaften, die es verdient.

 

Ergebnisse Juli 2010

Samstag, 3. Juli 2010: Rundstreckenrennen in Grafenbach, 61 km bzw. 54,9 km

3. Hans Unterguggenberger (Master 6)

5. Robert Bartonek (Master 2)

 

Sonntag, 4. Juli 2010: Rundstreckenrennen in Grafenbach, 54,9 km

15. Natascha Hofer (Mädchen)

 

Sonntag, 4. Juli 2010: Österreichische Bergmeisterschaft, Bergreennen Wildbach – Freiland, 12 km, zugleich Steirische Landesmeisterschaft

2. Hans Unterguggenberger (Master 6)

11. Robert Bartonek (Master 2)

 

Freitag, 9. Juli 2010: Radsport-Strobl-Classic, Bergzeitfahren Schwarzenbach/Pielach – Steinrotte, zugleich Niederösterreichische Landesmeisterschaft, 5,5 km

12. Manfred Koch (Amateure)

 

Freitag, 9. Juli 2010: MTB-Bergrennen Thiersee – Kala-Alm, 3,2 km

4. Andrea Knapp (Damen 2)

 

Samstag, 10. Juli 2010: Radsport-Strobl-Classic, Rundstreckenrennen in Statzendorf, 105 km

Manfred Koch (Amateure) aufgegeben

 

Sonntag, 11. Juli 2010: Radsport-Strobl-Classic, Kriterium in Prinzersdorf, zugleich Landesmeisterschaft Niederösterreich, 47,4 km

11. Manfred Koch (Amateure)

 

Sonntag, 11. Juli 2010: Österreichische Marathon-Staatsmeisterwschaften im Tannheimer Tal beim Tannheimer Marathon, 230 km bzw. 130 km

2. Robert Bartonek (Master 2)

4. Hans Unterguggenberger (Master 6)

 

Samstag, 17. Juli 2010: Kriterium in Loretto, 21 km bzw. 18 km

3. Robert Baretonek (Master 2)

3. Hans Unterguggenberger (Master 6)

 

Sonntag, 18. Juli 2010: Kriterium in Wiener Neustadt um die Preise der Ösaterreichischen Lotterien-GesmbH, 20,9 km bzw. 17,4 km bzw. 52,2 km

2. Robert Bartonek (Master 2)

3. Hans Unterguggenberger (Master 3)

14. Manfred Koch (Amateure)

 

Sonntag, 18. Juli 2010: Bergrennen Tulfes – Funkturm/Glungezer, 10,8 km

6. Andrea Knapp (Damen)

 

Freitag, 23. Juli 2010: Internationale Erlauftaler Radsporttage, Kriterium in Purgstall, 38,1 km

19. Manfred Koch (Amateure)

 

Samstag, 24. Juli 2010: Hinterhorn-Challenge, Bergrennen Gnadenwald – Hinterhorn-Alm, 6,1 km

2. Andrea Knapp (Frauen-Elite)

 

Samstag, 24. Juli 2010: Giro del Polesine, 1. Etappe: Straßenrennen um das Memorial Sandro Cappellini mit Start und Ziel in Rovigo, 74,5 km (I)

21. Robert Bartonek (Gentlemen)

 

Sonntag, 25. Juli 2010: Giro del Polesine, 2. Etappe: Straßenrennen um das Memorial Sandro Cappellini mit Start und Ziel in Rovigo (I), 108 km

6. Robert Bartonek (Gentlemen)

 

Giro del Polesine, 182,5 km, Start und Ziel in Rovigo (I)

4. Robert Bartonek (Gentlemen)

 

Samstag, 31. Jui 2010: Kitzbüheler-Horn-Bergrennen in Kitzbühel, 7,2 km

8. Andrea Knapp (Frauen-Elite)

9. Robert Bartonek (Master 2-6)

 

Samstag, 31. Juli 2010: Biedermeiertal-Radrundfahrt, 1. Etappe: Kriterium in Pernitz, 33,120 km

31. Manfred Koch (Amateure)

Sonntag, 25. Juli 2010: Giro del Polesine, 2. Etappe: Straßenrennen um das Memorial Sandro Cappellini mit Start und Ziel in Rovigo, 108 km

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – diese Stimmungslagen durchlebte heute der Grazer Robert Bartonek bei der zweiten und letzten Etappe des Giro del Polesine mit Start und Ziel in Rovigo. In der Nacht hatte es noch heftig geregnet, doch am frühen Morgen vertrieb starker Nordwind die Regenwolken und schaffte es doch glatt, bis zum Start die Straßen aufzutrocknen. Doch jetzt hatten sich die Rennfahrer mit dem starken böigen Wind herumzuschlagen.

Ungewöhnlich heftige Attacken begleiteten schon die Startphase. Auch angesichts der doch ungewöhnlich langen Distanz kam da kein Gedanke an ein lockeres Einrollen auf, im Gegenteil, auch Bartonek zeigte sich ungewöhnlich aktiv, sprang gleich in die erste Ausreißergruppe rein, die sich schon nach 6 km absetzen konnte und bewies damit einmal mehr seine Nase für die richtigen Entscheidungen. Hauptinitiator dieser Gruppe war der Gesamtführende Alfio Maracani, der in dieser anfangs 12köpfigen Gruppe gleich vier Teamkollegen als Helfer dabei hatte, bestand doch die halbe Gruppe aus Fahrern des VC Rovigo!

Die drückten dann auch gewaltig aufs Tempo, und so gelang es dieser Gruppe, stetig den Vorsprung auszubauen, zunächst auf 3 Minuten, bei Halbdistanz betrug der Vorsprung dann schon sichere 6 Minuten! Bis dahin funktionierte die Ablöse und die ganze Führungsarbeit tadellos, alle zwölf Mann rackerten bis zum Umfallen. Dann, angesichts des großen Vorsprungs, kam anscheinend einigen der Gedanke, daß jetzt der VC Rovigo alleine für die Tempoarbeit zuständig sei!

Es kam zu einigen hitzigen Debatten, untermalt mit den typischen italienischen Flüchen und handfesten, nicht ganz jugendfreien Gesten. Ab diesem Moment hatte sich Bartonek völlig zurückgezogen, fuhr nur mehr konsequent am Ende der Gruppe mit. Dieses Beispiel machte anscheinend Schule, und so war die Harmonie der Gruppe endgültig dahin. Ergebnis: der Vorsprung schmolz so schnell, wie er aufgebaut worden war, zwei Mann mußten die Segel streichen und abreißen lassen, damit hatte Maracani schon mal zwei Helfer verloren.

Immer wieder wurde fallweise ganz gehörig aufs Tempo gedrückt, doch die Konstanz war weg, und die Verfolger kamen auf. Nach 88 km kam das auch schon dezimierte Hauptfeld erstmals wieder bis auf Sichtweite an die Spitzenreiter heran. Jetzt machte sich bei den Ausreißern Nervosität breit, Maracani sah seine Felle davonschwimmen, beschwor seine verbliebenen zwei Helfer, die mittlerweile auf 7 Mann geschrumpfte Gruppe zu ziehen.

Doch das Pendel schlug jetzt endgültig zugunsten der Verfolger aus. Nach 96 km, also 12 km vor dem Ziel, hatte eine größere Gruppe aufgeschlossen. Jetzt überstürzten sich die Ereignisse: im selben Moment nutzte Maracani verzweifelt seine vermeintlich allerletzte Chance, trat überraschend an, doch die Konkurrenz hatte nicht geschlafen – Robert Bartonek, Luciano Guidolin (GS Aliplast Zerotino) und Vittorio Parpaiola (GS Cicli Morbiato) hefteten sich ans Hinterrad des Gesamtführenden und konnten so gut 50 Meter Vorsprung herausfahren, da man im Feld sich anscheinend damit zufriedengab, den Rest der Ausreißer gestellt zu haben.

Doch auch in dieser kleineren, vierköpfigen Griuppe dasselbe Bild: kaum war der Vorsprung auf knapp 20 Skeunden angewachsen, nahmen Bartonek, Guidolin und Parpaiola die Beine hoch und überließen die Führungsarbeit Maracani. Der rackerte auch unermüdlich und schaffte es, sozusagen im Alleingang den Vorsprung bis auf 30 Sekunden auszudehnen. Doch das Finale war eröffnet, und die Verfolger attackierten ebenfalls heftig, die Gruppe zersplitterte ziemlich, es bildeten sich mehrere kleinere Gruppen und Grüppchen, und zwei Mann schafften es noch, etwa 4 km vor dem Ziel zu den Spitzenreitern aufzuschließen!

Während man einen großen Bogen östlich um Rovigo schlug und von Norden her auf die lange Zielgerade einschwenkte, war es dann klar, daß die Spitzengruppe diesmal durchkommen würde. Angesichts seiner Sprintschwäche riskierte Bartonek 1100 m vor dem Zielstreifen eine Soloattacke, kam auch weg, konnte aber nur knappe 15 Meter zwischen sich und die Verfolger legen. Und 400 m vor der Linie waren die wieder heran, bei Bartonek war der Dampf draußen und so rollte er als Sechster über die Ziellinie. Doch er hatte das Glück, daß zwei Mann dieser Spitzengruppe am Vortag nicht in der ersten Gruppe vertreten waren, sodaß Bartonek noch den 4. Gesamtrang erobern konnte.

Der Sieg ging an den hohen Favoriten Alfio Maracani, der heute auch die zweite Etappe gewann und sich somit völlig verdient den Gesamtsieg sicherte, Bartonek belegte zeitgleich den vierten Rang.

Samstag, 24. Juli 2010: Giro del Polesine, 1. Etappe: Straßenrennen um das Memorial Sandro Cappellini in Rovigo, 74,5 km

Nicht nur auf der Hinterhornalm herrschte gestern Schlechtwetter, auch im norditalienischen Tiefland mußten die Starter beim Giro del Polesine sich 74,5 km weit durch den strömenden Regen kämpfen! Bei Temperaturen um die 15° wahrlich kein Honiglecken! Vielleicht war das auch der Grund für den relativ eintönigen Rennverlauf. Fast die gesamte Distanz über blieb das Feld geschlossen und pflügte sich durch teilweise tiefes Wasser auf den Straßen. Der Grazer Robert Bartonek, der die UGB-Renngemeinschaft vertrat, hielt sich zurück und begnügte sich damit, im Hauptfeld mitzufahren.

Erst eine Attacke einer dreiköpfigen Ausreißergruppe etwa 15 km vor dem Ziel leitete das Finale ein, das dann aber außergewöhnlich heftig umkämpft war. Immer wieder wurde angegriffen, vor allem durch das VC-Rovigo-Due-Torre-Team, in dem der Lokalmatador Alfio Maracani durch seine Hochform glänzte.

Doch die Konkurrenz hatte nicht geschlafen und heftete sich flugs an die Hinterräder der Mannen um Maracani, und so fand sich bis zum Ziel eine 34köpfige Spitzengruppe zusammen, in der auch Bartonek vertreten war. Bis zum Schlußkilometer versuchten einzelne Fahrer ihr Heil in der Flucht, der Rennverlauf war in dieser Phase ziemlich unübersichtlich, doch der VC Rovigo leistete ganze Arbeit und führte die Gruppe immer wieder zusammen, sodaß sich dann auch der Lokalmatador und hohe Favorit Alfio Maracani, im Sprint bestens unterstützt durch seine starken und zahlreichen Helfer, ziemlich überlegen mit mehr als zwei Radlängen Vorsprung den Tagessieg und die Gesamtführung sicherte. Bartonek belegte zeitgleich dahinter den 21. Rang und hat somit am morgigen zweiten Renntag noch alle Chancen.

Samstag, 24. Juli 2010: Bergrennen auf die Hinterhorn-Alm, 6,1 km

Bei naßkaltem Wetter (Regen, tiefe Temperaturen, 12°) wurde die „Hinterhorn-Challenge“ auf der beliebten Ausflugsstraße auf die Hinterhorn-Alm abgewickelt. Von der Mautstation Gnadenwald mußten auf der 6,1 km langen Bergstraße 622 Höhenmeter absolviert werden.

In der Lizenzklasse der Damen mußte sich Andrea Knapp der Siegerin Jacqueline Hahn (ARBÖ Ricoh Ladies Cycling Team Wien) ganz klar geschlagen geben. In 38:09 fuhr Andrea auf die 1522 m hoch gelegene Hinterhorn-Alm. Auf einer der schönsten Bergstraßen Tirols fand bereits kurz nach Fertigstellung der asphaltierten Mautstraße in den siebziger Jahren das erste Radrennen statt. Die Fahrtzeit auf der 6,1 km langen Strecke entwickelte sich sehr schnell zu einem Gradmesser der Leistungsstärke der Radsportler.

Diesmal jedoch war angesichts des tristen Wetters eine gehörige Portion Motivation gefragt. Im Ziel auf der Hinterhorn-Alm auf 1522 mSeehöhe hatte es gerade mal 6° C!

Helmut Wechselberger etwa verlor in der Herrenklasse 2 sechseinhalb Minuten auf den Sieger Bernhard Haller und belegte den 8.Rang. Tagesbestzeit ging erneut an Manuel Natale (Bikepoint Innsbruck) in 24:10. Schnellste Dame war Patrizia Wacker (RC Reutte), die in 27:05 die Wertung der Unlizenzierten gewann und um 1:42 Minuten schneller war als Jacqueline Hahn! Insgesamt kamen 54 Fahrer ins Ziel auf die Hinterhorn-Alm – und das trotz des schlechten Wetters!

Freitag, 23. Juli 2010: Internationale Erlauftaler Radsporttage, Kriterium in Purgstall, 38,1 km

Zum Auftakt der 39. Internationalen Erlauftaler Radsporttage wurde – wieder einmal – ein Kriterium in Purgstall ausgefahren. Mit Start und Ziel in der Kirchenstraße mußten die Amateure und Junioren auf dem 1,270-km-Rundkurs 30 Runden absolvieren. Der Sieg ging dabei wie erwartet an die starken Ausländer, der ostdeutsche Junior Gregor Schulz (SC DHfK Leipzig) setzte sich dabei mit 20 Punkten klar und deutlich vor dem Amateur Markus Willinger (ARBÖ Sparkasse Neunkirchen, 10 Punkte) und dem tschechischen Junior Tomas Medek (Prodoli Remerx Racing Team, 8 Punkte) durch.

Bei dieser starken Besetzung war für den Niederösterreicher Manfred Koch von der UGB-Renngemeinschaft nicht viel zu holen. Er wurde zweimal überrundet und wurde in dem 27-Mann-Starterfeld diesmal nur 19.

Durch Armin Assinger wird definiert, was eine Trainingsfahrt ist

18. – 23. Juli 2010: Durch Armin Assinger wird definiert, was eine Trainingsfahrt ist

Daß auf den heimischen Landstraßen Krieg herrscht, wissen Radrennfahrer schon seit langem. Seit Armin Assinger weiß es auch die breite Öffentlichkeit. Der Mann polarisiert überhaupt sehr gerne. Ist es die Tatsache, daß er Ex-Polizist ist? Immerhin hatte er einen ganzen Zeitungsartikel gewidmet bekommen, seit bekannt wurde, daß er sich – in guter, alter Radlermanier – die Beine rasiert. Wer kann das schon von sich behaupten?

Zum richtigen unüberhörbaren Rauschen im Blätterwald kam es aber, als er Mitte Juli bei einer gemeinsamen Trainingsfahrt mit seinem Anwalt (schau, schau) von einem niederländischen Urlauber, der sich durch die beiden nebeneinander fahrenden Radler provoziert fühlte, mit einem Faustschlag niedergestreckt wurde. Alle Tageszeiten waren voll vom grausamen Schicksal des „Armin nationale“, die Leserbriefe aber bewiesen eine überwiegende Anzahl schadenfroher Leser.

Natürlich war dem ganzen eine beidseitig nicht astreine Auseinandersetzung vorausgegangen, der niederländische Tourist (im Zivilberuf übrigens ganz zufällig auch Polizist) hatte die beiden Radler angehupt, die ihm daraufhin den Stinkefinger gezeigt. Abgespielt hatte sich das alles auf der Wörthersee-Süduferstraße, wo tagtäglich eine Touristenblechlawine rollt – oder vielmehr einen Stau bildet.

Armin Assinger (rechts)

Im Zuge dieses Vorfalls wurde die aktuelle StVO aufgewärmt und siehe da, der Gesetzestext ist so schwammig formuliert, daß eine einhellige Auslegung anscheinend nicht möglich ist. Sehen wir uns doch einmal den betreffenden § 68 der StVO genauer an:

„Radfahrer dürfen nur auf Radwegen und in Wohnstraßen sowie auf sonstigen Straßen mit öffentlichem Verkehr bei Trainingsfahrten mit Rennrädern nebeneinander fahren; beim Nebeneinanderfahren darf nur der äußerst rechte Fahrstreifen benützt werden.“

So weit, so gut – aber wann spricht man tatsächlich von einer Trainingsfahrt? Was unterscheidet einen gewöhnlichen Radler von einem Wettkampfradler? Während in der StVO sehr wohl genauestens niedergeschrieben ist, wie ein Rennrad auszusehen hat, sind im Gesetzestext zum Thema „Training“ keinerlei Angaben zu finden. Wie definiert sich eine Fahrt zu Trainingszwecken? Muß man:

*) offiziell in einem Radsportverein Mitglied sein?

*) stets die Akkreditierung für ein bevorstehendes Radrennen bei sich tragen und vorweisen können?

*) sich einfach ein schnittiges Radtrikot überziehen?

Fragen, die immer wieder für heftige Streitereien auf den heimischen Straßen sorgen. Vor allem, weil „trainierende Radler“ offiziell nicht nur das Recht haben, nebeneinander zu fahren – ist es eine „Trainingsfahrt“, kann man auch getrost den Radweg ignorieren und sich zu den Verkehrsteilnehmern auf vier Rädern gesellen.

Nicht immer ist der Autofahrer schuld: Ein Viertel der Radunfälle ist von Radlern selbst verursacht

Verkehrsministerin Doris Bures will nun von Experten prüfen lassen, was genau unter einer Trainingsfahrt zu verstehen ist. Diese Frage ist nämlich in der StVO nicht geklärt und daher oft Auslöser heftiger „Straßenkämpfe“.

Verkehrsministerin Doris Bures hat in einem Erlaß noch einmal definiert, wann Radfahrer nebeneinander fahren dürfen und wann nicht. Danach dürfen „Radrennsportler auf der Straße nebeneinander fahren, wenn sie mit einer Geschwindigkeit unterwegs sind, die einem Radrennen entspricht“. Darüber hinaus müssen sie mit Rennrad, Sporttrikot und Helm als Rennfahrer gekennzeichnet sein.

P.S.: Heißt das jetzt, daß man bei einer offiziellen Trainingsfahrt mit 40 km/h rumrasen muß? Und was, wenn´s bergauf geht?

 

Sonntag, 18. Juli 2010: Bergrennen in Tulfes, 10,8 km

Zum ersten Mal wurde das Rennen auf der sehr schweren Strecke von der Tulferer Karlskirche bis zum Funkturm am Glungezer durchgeführt, wobei auf der 10,8 km langen Strecke 840 Höhenmeter zu überwinden waren! Bei optimalen Wetterverhältnissen und angenehmen Temperaturen ging das Rennen über die Bühne, 34 Rennfahrer nahmen diese Strecke in Angriff. Andrea Knapp von der UGB-Renngemeinschaft belegte in 54:30 Minuten den 6. Rang, 10:33 Minuten hatte sie Rückstand auf die schnellste Frau an diesem Tag, Rikki Obendorfer. Regina Helfenbein-Follmann vom Berglaufteam Volders plazierte sich mit 52 Sekunden Rückstand an der 2. Stelle, Birgit Hufnagl aus Bruckmühl (BRD) sicherte sich 2:53 Minuten zurück den dritten Rang.

Sonntag, 18. Juli 2010: Kriterium in Wiener Neustadt um die Preise der Österreichischen Lotterien-GesmbH, 20,9 km

Bei angenehmen Temperaturen (nachdem in der Nacht ein Unwetter für Abkühlung gesorgt hatte) wurde dieses vorletzte Rennen zum Ginner-Cup 2010 im Wiener Neustädter Musikanten-Viertel abgewickelt. Die Masterfahrer der Klassen 2 und 3 mußten auf dem 870 Meter langen Rundkurs 24 Runden absolvieren, sechs Wertungsrunden wurden ausgefahren. Der Grazer Robert Bartonek zog dabei im Zweikampf um den Sieg in seiner Klasse gegen den Tullner Christian Sattler klar und deutlich den kürzeren. In beinahe jeder Wertung konnte sich Sattler vor Bartonek im Sprint durchsetzen. Der Sieg war daher verdient und fiel mit 10 Punkten gegenüber den 4 Punkten von Bartonek auch realistisch aus. Der Grund dafür: Bartonek als Nichtsprinter ist angewiesen auf Solovorstöße, um zu Punkten zu kommen, und Sattler hat jedesmal aufgepaßt und ist mitgefahren. Eine lange Sprintergerade zum Zielstrich hin ist auch nicht gerade ideal für den Grazer, denn dann sind die Sprinter klar im Vorteil.

Im Rennen der Kategorien 4 bis 6 war Hans Unterguggenberger am Start, er hatte 20 Runden und 17,4 km zu fahren, mußte aber wie schon am Vortag in Loretto, auch diesmal wieder Staatsmeister Sigi Rothauer und Herbert Lackner den Vortritt lassen. Der Sieg von Rothauer fiel mit 8 Punkten klar und eindeutig aus, er konnte die vorletzte Wertung sogar gegen die viel jüngeren Konkurrenten gewinnen. Lackner kam auf 5 Punkte, Unterguggenberger mußte das Rennen punktelos beenden.

Zum Abschluß des bei sehr starkem Wind ausgetragenem Rennen machten die Amateure, bei denen der Niederösterreicher Manfred Koch mit dabei war. 16 Amateure nahmen das Rennen über 60 Runden und 52,2 km auf. Manfred erwischte einen fabelhaften Start, fuhr rundenlang ganz vorne an der Spitze des Feldes, ehe er unmittelbar vor der ersten Wertung dann leider doch noch zurückfiel. In einer dreiköpfigen Gruppe fuhr Manfred dann mit Platonov und Böhm eine halbe Runde hinter dem Feld, konnte sich fast das gesamte Rennen über gegen das Überrundet-werden erfolgreich zur Wehr setzen. Erst als sich Platonov alleine auf die Jagd nach dem Feld machte und seine beiden Mitstreiter abschüttelte, wurden die beiden vom Feld dann sehr schnell überrundet. Platonov schaffte es tatsächlich, wieder zum Feld aufzuschließemn, während Manfred dann an der 14. Stelle klassiert wurde, mit einer Runde Rückstand.

Samstag, 17. Juli 2010: Kriterium in Loretto, zugleich Landesmeisterschaft Oberösterreich, 22,5 km bzw. 19 km

Nachdem dieses traditionelle Kriterium lange Zeit von der Absage bedroht und die Durchführung als nicht gesichert galt, war man umso glücklicher, dieses Rennen doch noch abwickeln zu können. Der traditionelle Mai-Termin war jedoch nicht mehr möglich, und so fand das Rennen knapp 2 Monate später als geplant statt. Wie vorgesehen wurde der Bewerb in den Ginner-Cup 2010 eingebunden.

Bei tropisch heißem Wetter und einem drohenden nahen Unwetter, das sich aber glücklicherweise Zeit ließ, wurden die Runden auf dem 750 Meter langen Oval, das eine leichte Steigung mit 5 Höhenmetern pro Runde aufwies, absolviert. Das Rennen der Masterklassen 2 und 3, an dem auch der Grazer Robert Bartonek teilnahm, sollte sich als das schnellste des gesamten Tages herausstellen. Andauernde Attacken, spannende Positionskämpfe und ein bis zum Finale offener Rennverlauf ließen das Tempo hochgehen. Der Sieg war schlußendlich dem Vizestaatsmeister Günther Iby (RC ARBÖ Ginner Amstetten) nicht zu nehmen, er gewann gleich 6 der 7 Wertungen und siegte mit 30 Punkten überlegen vor Hannes Krivetz (RC Raiffeisen Kosmopiloten Zwettl), 6 Punkte, und Robert Bartonek von der UGB-Renngemeinschaft, der es auf 5 Punkte brachte.

In der Masterklasse 6 stand mit Hans Unterguggenberger ein weiterer Fahrer der UGB-Renngemeinschaft am Start. Auch er fuhr ein sehr ambitioniertes Rennen, konnte jedoch nicht verhindern, daß gleich drei Fahrer nach der vierten der insgesamt sechs Wertungen punktegleich an der Spitze lagen: der Favorit und Staatsmeister Sigi Rothauer, Herbert Lackner und eben Hans Unterguggenberger. In den beiden letzten Wertungen kamen diue dreiu zu keinen Punkten mehr, so mußte der Zieleinlauf der Schlußwertung die Entscheidung bringen, und da setzte sich völlig überraschend Herbert Lackner (Union Langenlois) vor Siegfried Rothauer (RC UNION Wilhelmsburg) und dem Hans durch.
Hans Unterguggenberger (rechts) vor dem Start

Die erfreuliche Ausbeute: die UGB-Renngemeinschaft war mit zwei Fahrern bei diesem traditionellen Kriterium vertreten, beide holten den jeweils dritten Rang in ihren Altersklassen.

Sonntag, 11. Juli 2010: Österreichische Rad-Marathon-Staatsmeisterschaft im Rahmen des Marathons im Tannheimer Tal in Tannheim/Außerfern, 230 km bzw. 130 km

Zum zweiten Mal erst wurde heuer der Marathon im Tannheimer Tal im Tiroler Außerfern durchgeführt, nach der vorjährigen gelungenen Premiere gab es heuer als Belohnung gleich einmal die Österreichische Marathonmeisterschaft als Draufgabe. Auf einer superschweren Strecke über 230 km mit den Alpenpässen Hochtannberg, Flexen-Paß, Arlberg, Hahntennjoch und Gaicht-Paß wurden die Österreichischen Titelträger ermittelt. Die Frauen kürten ihre Meisterin auf der „Kurzstrecke“ über 130 km. Mit im Feld der über 1500 Starter auch zwei Mitglieder der UGB-Renngemeinschaft, Hans Unterguggenberger und Robert Bartonek.

Mehr als 650 Starter und Starterinnen nahmen pünktlich um 6 Uhr früh die 230 km lange Meisterschaftsdistanz in Angriff. Nach einem kurzen Anstieg in Grän ging es gut 8 km und 250 Höhenmeter hinunter auf deutsches Bundesgebiet nach Pfronten. Mit im großen Feld dabei der Grazer Robert Bartonek, der sich in dieser Abfahrt an der Spitze des Feldes behaupten konnte. Und als die Fahrer nach Pfronten bei Vils wieder auf österreichisches Gebiet wechselten, lag der Schnitt noch immer bei 51 km/h!

Um die vielen befürchteten Stürzen zu entgehen, fuhr Bartonek stets an der Spitze des Feldes, immer unter den ersten 20 bis 40 Positionen, doch wider Erwarten kam es zu keinem einzigen (!) Sturz, ungewöhnlich für einen Marathon dieser Größe. Bartonek, der im Vorfeld lange überlegt hatte, ob er diesen Marathon überhaupt bestreiten sollte, weil für ein spezielles Training keine Zeit mehr gewesen war, hatte mit viel Eß- und Trinkbarem wohlbestückt, die lange Reise um 6 Uhr angetreten. Der erste Teil des Vorhabens, mit der Spitze die Abfahrt nach Pfronten zu überstehen, war ihm gelungen, und der zweite Teil, mit der ersten Gruppe nach Steeg zu kommen, wo der Anstieg auf den ersten großen Paß begann, den Hochtannberg, war ebenfalls von Erfolg gekrönt. Gut 150 Mann stark war diese erste Gruppe, mit dabei auch zwei ganz prominente Fahrer, nämlich Ex-Profi Helmut Wechselberger, der Tour-de-Suisse-Sieger, und der deutsche Skilanglauf-Olympiasieger Peter Schlickenrieder.

Bartonek fuhr den ersten Anstieg, den 12 km langen Hochtannberg-Paß, gleichmäßig und nicht mit letztem Einsatz. In der dritten Gruppe erreichte er die Abzweigung zum Flexen-Paß in Warth, ungefähr 7 Minuten hinter der Spitze. Nach einer kurzen Abfahrt begann dann in Zürs der unangenehme, weil unrhythmische und steile Anstieg auf den 1773 m hohen Flexen-Paß. Bartonek konnte die Gruppe halten, inzwischen war auch die Sonne durch den Morgendunst gedrungen und begann, die Luft aufzuheizen.

In der Abfahrt runter zur Alpe Rauz verlor Bartonek kurzfristig diese Gruppe, konnte dann aber im dritten Anstieg des Tages, am Arlberg, wieder aufschließen. Auf den 3 km von der Alpe Rauz zur Paßhöhe zerfiel diese Gruppe völlig, Bartonek forcierte das Tempo und erreichte zusammen mit zwei anderen Fahrern die Paßhöhe. Kaum jemand hielt sich an der hier eingerichteten Labestation auf. Es ging gleich hinter der 1810 m hohen Paßhöhe hinunter nach St.Christophen, und dann in der langen Galerie und einer sehr steilen Abfahrt hinunter in den Nobelort St.Anton am Arlberg. In einer wilden Tempojagd versuchten die Fahrer, hier zu vorderen Gruppen aufzuschließen.

Bis Landeck war die Gruppe mit Bartonek auf 14 Mann angewachsen. In der langen Abfahrt hatte Bartonek viel gegessen und getrunken, um so einem befürchteten Hungerast vorzubeugen. Bananen, Äpfel, Kohlehydrat-Gels sowie Elektrolytgetränke und Magnesiumdrinks waren seine Verpflegung. Jetzt war es lebenswichtig, in so frischem Zustand wie nur irgend möglich nach Imst zu gelangen, wo der brutal schwere Anstieg auf das Hahntennjoch wartete. Inzwischen hatte die Sonne ganze Arbeit geleistet. Die Temperatur hatte bereits die 30°-Grenze erreicht und überschritten.

In Imst waren 175 km absolviert. Die Sonne hatte die Luft auf gut 34° aufgeheizt. Der 3 km lange Anstieg auf die Karrerhöhe unmittelbar vor Imst zersplitterte die Gruppe. Bartonek setzte sich mit drei anderen Fahrern ab, fuhr dann an der Verpflegungsstelle in Imst vorbei und nahm solo das Hahntennjoch in Angriff. Der Plan war, jeden Vorteil wahrzunehmen, um so schnell wie möglich die Paßhöhe zu erreichen und bei der dortigen Labestation vor allem die Trinkflaschen aufzufüllen.

Doch bereits auf den ersten Kilometern des Anstiegs, den flacheren, vor dem Hotel Linserhof, wartete der berühmt-berüchtigte Mann mit dem Hammer. Und der schlug den Grazer kurzerhand nieder. Die Folge war eine unglaubliche Tortur, mit 34/23 und 25 mußte jeder einzelne Kurbeltritt mühsam erkämpft werden. Und hier in den Steigungen dieses gefürchteten Anstiegs endete auch der Traum von einem vorderen Platz, der hier endgültig die Geröllhalden hinunterschwamm. Insgesamt dreimal mußte Bartonek eine Pause einlegen, rettete sich mit letzten Kräften hinauf auf den Maldonboden, wo 3 km unterhalb der Paßhöhe eine kurz Abfahrt Gelegenheit gab, endlich so „schnell“ zu fahren, daß man den Fahrtwind wahrnehmen konnte.

Kaum zu glauben, aber eine etwa 3minütige Rast auf der Paßhöhe reichte aus, um wieder zu Kräften zu kommen. Darauf vertrauend, daß er sich in der Abfahrt vollends würde erholen können, stürzte sich der Grazer in die enge, steile und von einigen Tunneln und Galerien gewürzte Abfahrt hinunter nach Bschlabs. Fahrer um Fahrer konnte Bartonek einholen und auch hinter sich lassen, dennoch war der Rückstand von der Auffahrt nicht mehr aufzuholen. Schließlich war er da eineinhalb Stunden unterwegs gewesen, die drei Pausen hatten auch gut 15 Minuten gekostet, in Summe war das ein Zeitverlust von gut 40 Minuten auf die geplante Auffahrtszeit gewesen. Bis dahin war Bartonek ziemlich exakt im vorher festgelegten Zeitrahmen unterwegs gewesen. Eine bittere Binsenweisheit: ein so langes und vor allem schweres Rennen kann man nicht exakt planen, zuviel Unvorhergesehenes kann da passieren!

Unten im Tal kam dann langsam Euphorie auf, denn das Ziel war in Sicht, jetzt fehlten nur mehr 32 km! Inzwischen war die Temperatur auf unglaubliche 39° geklettert. Bartonek hatte sich anscheinend tatsächlich erholt, und mit hohem Tempo von 42 bis 44 km/h ging es – bei leichtem Seitenwind – Weißenbach entgegen, wo mit dem Gaicht-Paß der letzte Anstieg wartete. 6 Mann war die Gruppe um Bartonek stark, die geschlossen in diesen letzten Anstieg ging. Hohes Tempo, Bartonek hielt mit und war binnen kürzester Zeit alleine vorne. Das war nun gar nicht geplant gewesen, doch er nahm diese Gelegenheit wahr und versuchte, so gleichmäßig zügig wie möglich zu fahren und konnte seinen Vorsprung anfangs sogar ausbauen, nach ca. 2 km des 4 km langen Anstieges hielt sich der Abstand konstant, dann kamen die Verfolger langsam, später schneller näher.

Nach dem Anstieg ging jedoch – richtig, der Anstieg weiter. Bis Nesselwängle rauf waren insgesamt 8 km Anstieg zu bewältigen. Und dort oben, kurz vor der Ortschaft, ereilte Bartonek zum zweiten Mal an diesem Tag die Schwäche. Die Muskeln waren leer, die Energiespeicher ebenso, natürlich auch die Trinkflaschen. 6 km vor dem Ziel, entlang des Haldesees, quälte sich der Grazer mutterseelenallein dem Ziel entgegen.

Der Bundesdeutsche Jonas Schmeiser fuhr in 6:18:07 Stunden dem Solosieg entgegen, an zweiter Stelle landete der Wiener Ewald Robeischl vom NORA-Sport-Team, der damit den Österreichischen Marathonmeistertitel gewann. Sein Rückstand: 6:58 Minuten. Bartonek landete in 8:02:56 Stunden an der 204. Stelle, ohne seinen Einbruch am Hahntennjoch und den drei im Anstieg wäre er gut 40 Minuten schneller gewesen und knapp unter den ersten 100 gelandet. In der Klasse Master 2, die der Tiroler Dieter Hye (ARBÖ Devine Tom Tailor Wörgl) vor Josef Omminger (Radteam Stubai Schlickeralm) und Helmut Wechselberger (Cycleclub Tyrol) gewann, belegte Bartonek den 30. Rang. In der Rangliste der Österreichischen Meisterschaften, wo nur die Lizenzfahrer zählten, rangierte Bartonek an der 28. Stelle, hinter Josef Omminger war das der 2. Rang und damit die Silbermedaille in der Masterklasse 2.

In der kürzeren und leichteren Version des Tannheimer Marathons, die über flache 130 km führte, ging der Wörgler Hans Unterguggenberger um 7 Uhr an den Start.

Einzig der Gaichtpaß im Finale stellte die einzige Schwierigkeit dar. Auch hier war es unbedingt nötig, an der Spitze des Feldes zu fahren, um Stürze zu vermeiden. Es gab einen unruhigen Rennverlauf, keine Spitzengruppen, das Feld war geschlossen, wurde aber immer nervöser und unruhiger, je näher es dem Gaichtpaß ging. Kaum in Weißenbach, gingen die Attacken dann auch schon los.

Unterguggenberger hatte im 4 km langen Anstieg keine Probleme, orientierte sich an seinen Alterskollegen und hielt deren Hinterrad. Das ungefähr 100 Mann starke Feld platzte auseinander und der Deutsche Rico Rapps (RSC Logwin Kempten/Allgäu) fuhr in 3:11:25 mit einem Schnitt von 40,75 km/h zu einem knappen Sieg. In der Klasse der über 50jährigen setzte sich schließlich der Deutsche Klaus Gebhardt (RC Kaufbauren) in 3:16:17 durch, 43 Sekunden dahinter sprinteten drei Verfolger um die Plätze, und da ging der Hans leider leer aus – nur Rang 4, er mußte als Master-6-Fahrer gegen die teilweise um 20 Jahre jüngeren Konkurrenten (!) klein beigeben. Das war das Manko der Altersklasseneinteilung – es gab nur die Hauptklasse, Klasse bis 50 Jahre und Klasse über 50 Jahre, und in eben dieser traf Hans auf 20 Jahre jüngere Teilnehmer! Auf dieser 130-km-Distanz sind nur die Frauen um den Meistertitel gefahren.

Sonntag, 11. Juli 2010: RADSPORT-STROBL-CLASSIC, Kriterium in Prinzersdorf, zugleich Niederösterreichische Landesmeisterschaft, 47,4 km

Zum Abschluß der dreitägigen Radsport-Strobl-Classic stand das Kriterium in Prinzersdorf auf dem Programnm, das als Niederösterreichische Landesmeisterschaft gewertet wurde. Auf der 790 Meter langen Runde mußten 60 Runden absolviert werden.

Der Sieg ging dabei an Franz Petz (ARBÖ Sparkasse Neunkirchen), der sich in einem heiß und hart umkämpften Rennen knapp mit 20 Punkten vor Alexander Kronister und Florian König (beide Sportunion Prinzersdorf, beide 19 Punkte) durchsetzte. Manfred Koch bot eine der besten Leistungen der heurigen Saison, fuhr ein tadelloses Rennen und klassierte sich schließlich an der ausgezeichneten 11. Stelle.

Samstag, 10. Juli 2010: RADSPORT-STROBL-CLASSIC, Rundstreckenrennen in Statzendorf, 105 km

Das zweite Rennen im Rahmen der dreitägigen Radsport-Strobl-Classic war das Rundstreckenrennen auf dem 7,5-km-Rundkurs in Statzendorf, das über Inzersdorf und Anzenberg wieder zurück nach Statzendorf führte. Im Rennen der Junioren und Amateure ging auch der Niederösterreicher Manfred Koch an den Start. Er war jedoch leider unter jenen 19 Fahrern von den insgesamt 34 Starttern, die das Rennen aufgeben mußten. Der Sieg ging schließlich an den Junior Maximilian Kuen (ARBÖ Devine Tom Tailor Wörgl).