Monatsarchive: März 2010

Ergebnisse März 2010

14. März 2010: Straßenrennen in Murska Sobota (SLO), 65 km

18. Robert Bartonek (Master 50+)

 

20. März 2010: Straßenrennen in Lenart (SLO), 56 km

10. Robert Bartonek (Master 50+)

 

27. März 2010: Giro di Gorenjska, 1. Etappe: Nachtrundstreckenrennen in Krain (SLO), 59,5 km

59. Robert Bartonek (Master 50+)

 

28. März 2010: Giro di Gorenjska, 2. Etappe: Krain – Jesenice (SLO), 69 km

39. Robert Bartonek (Master 50+)

 

28. März 2010: Giro di Gorenjska, 3. Etappe: Bled – Krain (SLO), 55 km

22. Robert Bartonek (Master 50+)

 

29. März 2010: Giro di Gorenjska, 4. Etappe: Straßenrennen rund um Krain (SLO), 126,5 km

31. Robert Bartonek (Master 50+)

 

Gesamtwertung Giro di Gorenjska (SLO), 310 km

20. Robert Bartonek (Master 50+)

Sonntag, 29. März 2010: Giro di Gorenjska, 4. Etappe: Straßenrennen „Rund um Krain“ in Krain, 126,5 km

Die dominierende italienische Mannschaft Idea Uno Arreda, links der Rundfahrtsieger

Die lange Schlußetappe, die kreuz und quer rund um Krain führt, brachte noch mal vehemente Angriffe der Slowenen, die hinter den beiden Italienern auf Lauerstellung lagen. Trotzdem die beiden Italiener Pagnin und Verza die Rundfahrt derart dominierten, waren die Abstände ja sehr gering, und noch mindestens zehn Fahrer haben Chancen auf den Rundfahrtsieg, liegen sie doch nur ein paar Sekunden zurück.

Und diese Chancen nutzen sie heute alle, andauernd gibt es die eine oder andere Fluchtgruppe, immer wieder sind die Slowenen in der Offensive, doch die Italiener führen das Feld immer wieder heran und holen so die Ausreißer zurück. Die wollen´s aber nicht und nicht wahrhaben, anstatt sich auf überraschende Vorstöße zu verlegen, denn so durchsichtig wie sie es anstellen, reagieren die Italiener sofort. Dadurch wird das Rennen schnell, hektisch und unruhig.

Immer wieder schließen die Italiener auf, das Hauptfeld wird kleiner und kleiner, Robert Bartonek, der sich heute völlig passiv verhält, ist lange Zeit in aussichtsreicher Position mit dabei. Erst nach etwa 100 km bildet sich nach mehreren kurz aufeinanderfolgenden Angriffen eine sechsköpfige Spitzengruppe ohne Italiener, dafür aber mit Bostjan Slak, dem slowenischen Zeitfahrer, und Janez Zakotnik, die beide gerade mal eine halbe Minute Rückstand auf Pagnin haben.

Eine Zeitlang versuchen ein paar Fahrer aus dem Hauptfeld, Anschluß zu finden, doch die Spitzenreiter sind sich einig, fahren harmonisch und halten ihren Vorsprung. Erst im Finale, 5 km vor dem Ziel, unmittelbar vor Krain, geht Pagnin selber an die Spitze des Feldes, übernimmt die Führung und da dauert es nicht mal einen Kilometer, und er selbst hat mit knapp 60 km/h das Loch zur Spitze zugefahren.

In Nullkommanix, im Handumdrehen sozusagen. Und was der früher als Profi draufgehabt hat, zeigt er jetzt noch: er hält die Spitze, forciert das Tempo, und im „Gänsemarsch“ jagen die etwa 40 Fahrer der Spitzengruppe dem Ziel entgegen, wo Pagnin den Zielsprint antritt und wie selbstverständlich auch gewinnt. Mit 3 Sekunden Vorsprung! Damit hat er nicht nur die Gesamtwertung gewonnen, sondern auch alle vier Etappen, was in der 12jährigen Geschichte dieser Rundfahrt noch keinem Fahrer geglückt ist!

Der Gesamtsieg geht also an Roberto Pagnin 7 Sekunden vor seinem Teamgefährten Fabrizio Verza (beide Idea Uno Arreda) und 15 Sekunden vor dem Slowenen Ales Hren (KK Adria Mobili), Bostjan Slak liegt 16 Sekunden zurück. Robert Bartonek kommt in der Schlußetappe mit der Spitzengruppe ins Ziel, belegt zeitgleich mit dem Etappensieger den 31. Rang in der Tageswertung und beendet die Rundfahrt damit an der 20. Stelle, 9:58 Minuten hinter Pagnin.

Samstag, 28. März 2010: Giro di Gorenjska, 3. Etappe: Bled – Krain (SLO), 55 km

Fabrizio Verza

Die Nachmittagsetappe fordert noch einmal nach den Anstrengungen des Vormittags alles ab. In Summe sind heute immerhin 124 Rennkilometer zu absolvieren. Und sofort nach dem Start blasen die Italiener wieder zum Angriff. Die geben keine Sekunde Ruhe, und obwohl sie durch Pagnin und Verza bereits eine Doppelführung verteidigen, begnügen sie sich nicht damit. Pagnin selbst ist es, der durch massive Antritte immer wieder versucht, das anfangs noch einigermaßen kompakte Hauptfeld aufzureißen.

Die Strecke ist topfeben, daher wird hohes Tempo gefahren, es sind Passagen mit gut und gerne 55 km/h dabei. Pagnin fährt vorne an der Spitze, mit einer harten Übersetzung, 53/13 oder 14, kurbelt wie bei einem Sprint, dann läßt er sich ein paar Positionen zurückfallen, nippt nan seiner Trinkflasche, und mit frischem Elan geht es zurück an die Spitze, neuerliches Temposteigern ist angesagt. Immer weiter zieht sich das große Feld in die Länge, und dann reißt die lange Perlenschnur an mehreren Stellen.

Mit viel taktischem Geschick und Routine hält sich Bartonek anfangs in der ersten Gruppe, erst 12 km vor dem Ziel in Krain fällt er durch eine Unachtsamkeit etwas zurück. Die Italiener um Pagnin und Verza kurbeln weiterhin wie besessen an der Spitze, und daß Pagnin in Krain auch die dritte Etappe im Sprint für sich entscheidet, wundert eigentlich niemanden mehr. Doppelsieg in Krain durch Pagnin und Verza, in der Gesamtwertung führt Pagnin weiterhin mit 4 Sekunden vor Verza, an der dritten Stelle liegt jetzt Primoz Cerin vor Ales Hren (beide KK Adrija), beide 12 Sekunden zurück. Bartonek belegt in Krain den 22. Rang in der Tageswertung, 55 Sekunden hinter Pagnin, in der Gesamtwertung kann er sich mit nunmehr 9:55 Minuten Rückstand auf den italienischen Ex-Profi an die 20. Stelle verbessern.

Samstag, 28. März 2010: Giro di Gorenjska, 2. Etappe: Krain – Jesenice (SLO), 69 km

Bild vom Renngeschehen

Am zweiten Tag sind zwei Etappen zu fahren, die Königsetappe am Vormittag, 7 km vor dem Ziel in Jesenice wartet ein schwerer Anstieg, 4 km lang, der wird sicherlich die Entscheidung bringen. Leider ist an dieser Stelle das Rennen dann schon entschieden: eine 3-Mann-Spitze, darunter auch der Gesamtführende Roberto Pagnin, geht mit knapp 3 Minuten Vorsprung in diesen Anstieg, rettet sich über den Berg und Pagnin gewinnt in Jesenice ganz problemlos auch die zweite Etappe.

An der Spitze also keine Änderungen, im Gegenteil, Pagnin vergrößert seinen Vorsprung und festigt seine Führung. Das Hauptfeld zerbricht am letzten Anstieg, es bilden sich viele kleine Gruppen und Grüppchen, die zwar einigermaßen in der Abfahrt wieder zusammenfinden, aber da es nicht mehr weit ist bis ins Ziel, bleibt ihnen der zeitliche Rückstand erhalten.

Bartonek, der noch um eine bessere Form kämpft, kann nach dem Anstieg nichts mehr aufholen, kommt mit 7:45 Minuten Rückstand ins Ziel und belegt den 39. Platz in der Tageswertung. Nach 2 Etappen führt also Roberto Pagnin (Idea Uno Arreda) mit 4 Sekunden Vorsprung vor seinem Mannschaftskollegen Fabrizio Verza (Italien). Erst auf Rang 3, 6 Sekunden zurück, mit Bostjan  Slak der stärkste Slowene.  Mit genau 9 Minuten Rückstand liegt Bartonek jetzt an der 31. Stelle der Gesamtwertung.

Der letzte Anstieg ist geschafft

Freitag, 27. März 2010: Giro di Gorenjska, 1. Etappe: Nacht-Rundstreckenrennen in Krain (SLO), 59,5 km

Roberto Pagnin, der Exprofi, ist am Start

Wie im Vorjahr so ist diese Rundfahrt auch heuer für mich ideal zum Formaufbau, ideal für den Saisoneinstieg. Kurze, schnelle Etappen, gute Besetzung,  leichtes Streckenprofil, könnte also gar nicht besser sein. Interessanterweise ist die ausländische Besetzung diesmal stärker als im Vorjahr, die Strecke ist dieselbe, nur fahren wir diesmal 3 Runden mehr als im Vorjahr. Der 3,5-km-Rundkurs, auf dem wir jetzt 17 Runden absolvieren, ist komplett abgesperrt, schönes, relativ mildes Wetter, vor allem im Start/Zielbereich viele Zuschauer, windstill.

Roberto Pagnin, der Exprofi, ist am Start. Dieser Rundkurs, diese Rundfahrt überhaupt, ist ein gefundenes Fressen für ihn. Bereits in der Anfangsphase enteilt er mehrere Male dem Feld, das Tempo ist dadurch ständig sehr hoch, es wird andauernd attackiert, nachgefahren, es ist immer Bewegung und eine gewisse Unruhe im Feld. Das große Starterfeld ist sehr schnell sehr viel kleiner geworden, und das ist auch schon die ganz große Schwierigkeit am Anfang. Da den Stürzen zu entgehen, aber trotzdem immer vorne sein, das ist nicht einfach.

Ungewiss ist nur die Frage nach den Ehrenplätzen. Der Sieg ist von Beginn an vergeben, und Pagnin (GS Idea Uno Arreda) läßt auch nie einen Zweifel darüber aufkommen. Im letzten Drittel kann er sich absetzen, zunächst alleine, dann fährt eine kleine Gruppe nach, und in einer 6-Mann-Gruppe geht er in die Schlußrunde und seinem Zielsprint kann keiner seiner Fluchtgefährten irgendetwas Gleichwertiges entgegensetzen. Im Gegenteil, im Sprint hängt er sie noch alle ab und fährt sogar 2 Sekunde Vorsprung heraus! Der Schnitt von 44,6 km/h ist unwahrscheinlich hoch, eigentlich war das ja ein Eliterennen.

Robert Bartonek fährt im Feld mit, gegen Ende wird es sehr schwer, weil das Feld immer kleiner wird und sich mehrere Male teilt, am Ende aber immer wieder zusammenfindet. Dennoch gelingt dem Grazer kein so gutes Ergebnis wie im Vorjahr (zeitgleich mit dem Sieger), denn das Feld platzt in den letzten Runden völlig auseinander, mehrere Gruppen und Einzelfahrer können sich noch absetzen und ein paar Sekunden herausfahren. Bartonek belegt den 59. Rang mit 1:15 Minuten Rückstand auf Pagnin.

Samstag, 20. März 2010: Straßenrennen in Lenart (SLO), 56 km

Beim zweiten Saisonrennen herrschten angenehme Temperaturen um die 20°, auf einem sehr schweren und anspruchsvollen Rundkurs im nordslowenischen Lenart fanden sich 105 Fahrer am Start ein, Robert Bartonek war wieder unter ihnen. Nachdem er bereits nach 7 km am ersten Anstieg zurückgefallen war, konnte er kurz vor Gornja Radgona doch wieder den Anschluß finden, und als es der Mur entlang nach Westen ging, wuchs die Spitzengruppe nach und nach auf gut 30 Mann an.

Mit hohem Tempo wurde nach 33 km der zweite Anstieg in Angriff genommenb, und hier platzte an diesem 2-km-Berg die Gruppe sofort auseinander. Bartonek fiel zurück, konnte sich aber in einer Gruppe über die Kuppe retten, die nur eine knappe Minute Rückstand aufwies. Leider kam hier keine seriöse Verfolgung zustande, und am gleich darauffolgenden dritten Anstieg (nach 38 km) teilte sich sowohl die Spitzengruppe als auch die der Verfolger. In der Abfahrt waren die Fahrer auf sich allein gestellt, und nach und nach bildete sich an der Spitze eine 8köpfige Gruppe, Bartonek hatte es dahinter nicht geschafft, an diese Spitze heranzufahren, und damit war das Rennen für ihn im großen und ganzen gelaufen.

Beim vierten Anstieg nach 46 km, der kurz und steil war, gelang es Bartonek, sich mit zwei anderen Fahrern aus der Verfolgergruppe abzusetzen, doch der Rückstand war schon viel zu groß.

Wieder auf der Hauptstraße, fiel am letzten Berg, 4 km vor dem Ziel, die Vorentscheidung: vorne konnten sich Ropret, Csar, Cerin und Cuderman absetzen, bei den Verfolgern drückte Bartonek aufs Tempo und konnte – leider nur kurzfristig – seine Mitstreiter abschütteln.

Durch eine Solofahrt auf den letzten eineinhalb Kilometern fuhr der Slowene Primoz Cerin zu seinem ersten Saisonsieg (vor dem Sieger der Vorwoche, Ropret). Auch Bartonek kam solo ins Ziel, lag aber 3:45 Minuten hinter Cerin zurück, ihm blieb der 10. Rang. Die Form? Deutlich besser als vor Wochenfrist, Tendenz klar ansteigend.

Sonntag, 14. März 2010: Straßenrennen in Murska Sobota (SLO), 65 km

Der Grazer Robert Bartonek war so wie in den letzten Jahren auch der erste Fahrer der UGB-Rennsportgemeinschaft, die in die neue Saison starteten. Bartonek war im slowenischen Murska Sobota beim dortigen traditionellen Straßenrennen zum Frühlingsbeginn über 65 flache, aber sehr windige Kilometer einer im Monsterstarterfeld von über 170 Rennfahrern – alle aus der Klasse der 50-60jährigen, wohlgemerkt!

Erwartungsgemäß war viel Spreu und nur wenig Weizen unter den Startern, der starke Wind und die tiefen Temnperaturen von max. 6° C sorgten für eine baldige Selektion, bereits nach wenigen Kilometern war eine etwa 30köpfige Gruppe mit Bartonek an der Spitze des Rennens übriggeblieben. Beim Prämiensprint in Lendava bei Halbzeit zerriß diese Gruppe, vor allem durch den starken Wind, in mehrere kleinere Gruppen, Bartonek befand sich in einer abgeschlagenen Truppe, die sich vergeblich mühte, wieder den Anschluß zu finden. Erst als der Wind nach ca. 45 km von hinten kommend, die Fahrer vor sich hertrieb, fanden die vielen kleineren Gruppen schnell wieder zu einer größeren zusammen. Und 15 km vor dem Ziel war die Spitze wieder geschlossen und vor allem auf 28 Mann angewachsen.

Leider war der Grazer wegen des Trainingsrückstandes nicht in der Lage, seinen Vorjahrssieg erfolgreich zu verteidigen. Die lange Winter, die tiefen Temperaturen und vor allem die vielen Schneetage im letzten Monat zeichneten dafür verantwortlich. Doch sein Riecher, sein Gefühl für die entscheidende Rennsituation, funktionierte bereits vorzüglich. Genau 4 km vor dem Zielstrich gelang es Bartonek,  in einem Moment der Unaufmerkamkeit  zu entwischen.

Nur war er wegen oben erwähntem Trainingsmanko nicht fähig, diesen Vorsprung – wie im Vorjahr – von etwa 50 bis 100 Metern, erfolgreich ins Ziel zu bringen. Und obwohl er die 1000-m-Marke noch solo passierte, hatte er keine Chance auf den Sieg. Etwa 800 Meter vor dem Zielstreifen jagte das Feld rechts und links an ihm vorbei. Und so blieb ihm letztlich „nur“ der 18. Rang, aber zeitgleich mit dem Sieger.

Den Siegespokal sicherte sich in einem knappen Sprint der slowenische Meister und mehrfache WM- und Olympiateilnehmer Bojan Ropret.