WORLD MASTER GAMES IN SYDNEY (Australien)

14.-18. Oktober 2009: WORLD MASTER GAMES IN SYDNEY (Australien)

Sigi Rothauer und Toni Gierer, die beiden einzigen Österreicher in den Radbewerben, haben einen wahren Spießrutenlauf hinter sich: davon mal abgesehen, daß die Kosten dieser aufwendigen Reise ans andere Ende der Erdkugel an ihnen selbst haften blieben, mußten sie sich auch um die logistische Abwicklung dieses „Abenteuers“ selbst kümmern, wie zum Beispiel Flugtickets, Aufenthalt, Unterkunft, Streckenbesichtigiung, Rennbüro, dann die Abwicklung der Rennen, die Betreuung, vor, während und nach den Rennen, die Termine und Örtlichkeiten der jeweiligen Siegerehrungen wahrnehmen, in diesem Monsterprogramm immer im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein, und das alles ohne jegliche Unterstützung, das alles erledigten die beiden mit Hilfe von Herbert Hain in Eigenregie.

Und warum das alles? Weil es der Österreichische Verband nicht der Mühe wert fand, zwei aussichtsreiche Kandidaten mit entsprechenden Betreuungspersonen zu diesen World Master Games zu entsenden. Mit Gierer (Zeitfahrmeister) und Rothauer (Straßen- und Kriteriumsmeister) waren immerhin die aktuellen österreichichen Staatsmeister dieser Altersklasse am Start! Wenn man all diese Schwierigkeiten, die logistischen und sprachlichen Probleme in einem fernen und fremden Land berücksichtigt, die Probleme, die die klimabedingte Umstellung sowie die Zeitumstellung mit sich bringen, grenzt es ja an ein Wunder, daß die beiden überhaupt in allen drei Bewerben den Weg an die Startlinie gefunden haben!

Vor diesem Hintergrund mutet es etwas seltsam an, daß die bloße Existenz dieser World Master Games in der heimischen Medienwelt so gut wie GAR KEINEN Widerhall gefunden hat. Immerhin finden diese Spiele, gemäß dem Vorbild der großen Olympischen Spiele, nur alle vier Jahre statt und können aber auf eine sehr viel größere Teilnehmerzahl als diese verweisen! Und immerhin handelt es sich hier um die weltweit sportlich größte und wertvollste Veranstaltung im Terminkalender der Mastersportler! So gesehen kann man die Ausbeute dieser österreichischen Mini-Delegation (Silbermedaille im Kriterium für Rothauer und 4. Platz mit nur 11 Sekunden Rückstand auf Bronze im Zeitfahren für Gierer) gar nicht hoch genug einschätzen.

Aber statt einen Spottbetrag des Budgets in die Entsendung einer größeren Truppe zu diesem Weltereignis zu investieren, bürgert man lieber ausländische Sportler in Österreich ein (hier einen adäquaten Querschnitt als Beispiel anzuführen, würde den Rahmen dieses Forums sicherlich sprengen!). Und wer sind wir schon, wenn wir hier die finanzielle Unterstützung einer minder bis schlecht ausgerüsteten österreichischen Bundesheer-Abordnung in den Tschad kritisieren, die sich in dortigen Kellerverliesen verschanzen müssen, um sich vor den räuberischen Übergriffen einheimischer Plünderer und anderem Gesindel zu schützen! Wer sind wir, daß wir uns zu fragen erlauben, was österreichische Vertreter auf Zypern und den Golanhöhen zu suchen haben, die sich dorthin freiwillig melden, um ihr eigenes persönliches Haushaltsbudget aufzubessern? Weiß die österreichische Bevölkerung eigentlich, daß sich seit kurzem auch in Afghanistan österreichische uniformierte Einheiten zum Zählen von Mohnkapseln herumtreiben?

Und ein Sigi Rothauer muß sich den Aufwand für eine Silbermedaille für Österreich bei den World Master Games in Sydney (Australien) aus eigener Tasche ersetzen??????

Kein Wunder, daß für alle Beteiligten trotz dieser Silbermedaille die Reise sportlich nicht ganz zufriedenstellend verlaufen ist, denn zuviel Kraft und Energie ist da verpufft, zu viele Plätze und Chancen sind vertan worden, zu viele Gelegenheiten und Möglichkeiten konnten nicht wahrgenommen werden. Was hätten die beiden bei besserer Betreuung und Unterstützung alles erreichen können! Welch einmalige Chance da vom Österreichischen Radsportverband stümperhaft vertan wurde, sieht man schon aus der Terminplanung: die nächsten World Master Games finden 2013 in Turin statt, und den Österreicher möchten wir sehen, der sich dort gegen eine Hundertschaft siegeshungriger Italiener und anderer großer europäischer Radsportnationen durchsetzen kann!

 

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