4. Oktober 2009: Kolsassberg-Classic, Bergrennen Kolsass – Kolsassberg, Tiroler Saisonabschlußrennen, 5,8 km

Zum Abschluß der Tiroler Radsportsaison findet alljährlich Anfang Oktober das nun schon traditionelle Kolsassbergrennen statt: nur 5,8 km lang, aber sausteil, 590 Höhenmeter und Steigungen bis 16 %. Im Vorjahr wurde hier die Tiroler Landesmeisterschaft ausgetragen, heuer war wieder einmal ein „normales“ Jahr. Im Gegensatz zum Vorjahr spielte diesmal auch das Wetter mit, bei angenehmen herbstlichen Temperaturen und Sonnenschein gab es keinerlei Beeinträchtigungen.

Auch heuer wieder war die UGB-Renngemeinschaft aus Wörgl mit dabei, die angekündigten Manfred Koch und Stephanie Strobl kamen zwar nicht, dafür waren aber Hans Unterguggenberger und Robert Bartonek am Start.

Da es im Verlaufe dieses Anstieges zwei Prämiensprints gibt, ist für hohes Tempo vom Start weg gesorgt, so zog sich das unglaublich große Starterfeld – immerhin über 200 Starter – in die Länge. Wer da nicht gleich ganz vorne dabei war, hatte keine Chance mehr. Doch die Fähigkeit, schnell zu starten, bleibt meist den Elitefahrern vorbehalten.

Bartonek hatte zwar mit anfänglichen Schwierigkeiten zu kämpfen, konnte nicht so schnell starten wie erforderlich und verlor da viel an Terrain. Und obwohl er dann bis ins Ziel auf Überholkurs war, kann man da natürlich das, was man anfangs verliert, einfach nicht mehr zur Gänze wettmachen. Mit Fortdauer des Rennens wurde er immer stärker, arbeitete sich immer weiter nach vorne und landete schließlich in seiner Altersklasse am 5. Rang. Dabei unterbot er seine Vorjahreszeit doch deutlich. Mit der Zeit von 28 Minuten hat er eine deutliche Leistungssteigerung gezeigt.

Hans Unterguggenberger hatte ebenfalls große Probleme, am Anfang seinen Rhythmus zu finden, aber das rührt wahrscheinlich auch daher, daß bei diesem Rennen die Altersklassen mit den Elitefahrern zusammen starten, die natürlich gleich vom Start weg maximales Tempo fahren, während der ältere Rennfahrer da so seine Probleme hat. Der Hans fuhr ebenfalls ein großartiges Rennen, hatte am Ende dann sogar den mehrfachen Kolsassberg-Sieger hinter sich, den Deutschen Otto Kreuzer, den er dann im Finale routiniert auf Distanz halten konnte. Der Hans fuhr damit in einer Fahrtzeit von 30 Minuten einem ungefährdeten Sieg entgegen.

Bei den Frauen gab es einen ungefährdeten Sieg der Favoritin und Vorjahrssiegerin Doris Posch, doch dahinter machte die völlig unbekannte Andrea Knapp an der 5. Stelle auf sich aufmerksam: es war ihr allererstes Radrennen, dazu fährt sie erst seit zwei Monaten, und dann gleich eine mehr als passable Zeit von 33 Minuten – da hat sich bisher ein unglaubliches Talent versteckt! Jetzt ist´s mit dem Verstecken aber vorbei, im nächsten Jahr wird sie Mitglied der UGB-Renngemeinschaft sein!

Einmal mehr beeindruckend war das, was Organisator, Ex-Rennfahrer Thomas Kreidl, in seiner engeren Heimat auf die Beine gestellt hat. Ein immens großes Starterfeld, aber auch qualitativ waren die Spitzenfahrer allererste Sahne, dazu eine schier unglaubliche Zuschauerkulisse, eigene Sprecher, die bei den Prämiensprints die Stimmung zusätzlich anheizten. Als Fahrer kann man vor einem solchen Veranstalter nur den Hut ziehen: Bravo, Thomas, und auch in Zukunft weiter so!

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