3. Oktober 2009: Straßenrennen um den Großen Preis der Naturparks Goricko in Grad, 98,5 km

Übersichtskarte

Wieder einmal ein ziemlich langes Straßenrennen, an dem der Grazer Robert Bartonek diesmal teilnahm. Nach einer krankheitsbedingt nicht unbedingt intensiven Trainingswoche war es schon spannend, wie die Form des zuletzt groß auftrumpfenden UGB-Fahrers denn nun sei. Das Training logischerweise in dieser Woche sehr vernachlässigt, trat der 51jährige Grazer ziemlich ramponiert zu diesem schweren Rennen an. Auf den 98 Kilometern mußten auch 815 Höhenmeter und immerhin acht Bergwertungen bewältigt werden, ehe der Sieger feststand.

Interessant war es allemal, zu sehen, wie jetzt die Form war, und der Grazer mußte sich ziemlich plagen und schinden, die Spritzigkeit war beinahe völlig verschwunden, und so konnte er – vorerst – überhaupt nicht aktiv in den Rennverlauf eingreifen. Bartonek, der die Erstauflage dieses Rennens im Vorjahr – damals über die Distanz von 130 km – solo gewonnen hatte, wußte wohl, daß eine Wiederholung dieses Sieges diesmal außer Reichweite war. Galt es doch vielmehr, alles zu tun, um die Form wieder zu finden, sorgsam neue aufzubauen, nicht zuviel davon zu zerstören, um für den Rest der Saison gerüstet zu sein.

Bostjan Slak, lange mit Ropret zusammen in Führung

Bereits nach 3 km bei der ersten Bergwertung mußte Bartonek reißen lassen, aus dem wilden Sprint den flachen Anstieg hinauf konnte sich eine zwölfköpfige Gruppe in der Abfahrt zusammenfinden, und auch Bartonek konnte wieder zu einer Verfolgergruppe aufschließen. Der nächste Anstieg, von Kuzma über 4 km auf den Silberberg, mit 405 m Seehöhe der höchste Punkt des Rennens, zerriß das Feld endgültig. Dort oben lag eine achtköpfige Gruppe voran, dahinter eine zehnköpfige Verfolgergruppe und mit etwa einer weiteren Minute Rückstand eine weitere achtköpfige Verfolgergruppe, Bartonek war in die vierte Gruppe zurückgefallen, dort oben nach 10 km lag er etwa 3 Minuten hinter den Führenden.

In der Abfahrt kam es wieder zu einer Neugruppierung, und der gleich darauf folgende Anstieg war wieder lang und selektiv, die Bergwertung passierten Bojan Ropret und Bostjan Slak, die beiden Slowenen, deutlich vor den Verfolgern. Bartonek fuhr hier in einer zweiten Verfolgergruppe etwa 2 Minuten hinter den beiden Führenden, in der Abfahrt schloß diese Gruppe zur ersten Verfolgergruppe auf, und im langen folgenden Flachstück kam diese Gruppe bis auf 25 Sekunden an die beiden Führenden heran. Die beiden Spitzenreiter retteten sich dann aber noch über die letzten beiden Bergwertungen zur ersten Zieldurchfahrt, und nach dieser ersten 65-km-Schleife war noch eine zweite, 33 km lange Runde zu fahren.

Zum ersten Mal ging es den Zielanstieg zur Burg hinauf, dort setzte sich Slak dann alleine ab, ließ seinen Fluchtgefährten stehen, der von einer auseinandergerissenen Verfolgergruppe aufgefahren wurde. Während Slak vorne solo dem Ziel entgegenfuhr, mußte Bartonek an diesem Anstieg ebenfalls reißen lassen, konnte aber mit ein paar anderen zurückgefallenen Fahrern in der langen Abfahrt wieder den Anschluß finden.

Der ehemalige Carrera-Profi Primoz Cerin

Auf den beiden letzten Anstiegen, zunächst dem Beli Kriz 3,5 km vor dem Ziel, und dann dem 1,5 km langen Zielanstieg selbst, zersplitterte die Verfolgergruppe völlig. Vorne fuhr Bostjan Slak ungefährdet dem Sieg entgegen, gewann oben beim Schloß mit 55 Sekunden vor seinen Landsleuten Primoz Cerin und 1:25 Minuten vor Bojan Ropret, während Robert Bartonek als Sechster ins Ziel kam, 2:45 Minuten hinter dem Sieger.

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