2. August 2009: Straßenrennen um die Trofeo Trattoria La Paesana, 2. Etappe zum Giro di Vicenza in Grumolo della Abbadesse (I), 66 km

Zweites Rennen an diesem Tag für Robert Bartonek, nach nur drei Stunden Pause steht wieder ein schweres Rennen am Programm, schwer aus mehrerlei Gründen: zum einen zählt dieses Rennen zum Giro di Vicenza, da sind schon mal alle Asse aus dieser Provinz sowie den benachbarten am Start, überdies findet das Rennen auf einem engen, schmalen 5,5-km-Rundkurs rund um Grumolo statt.

Ein mit 88 Startern sehr großes Starterfeld zwingt einen dazu, vom ersten Kilometer an ganz vorne unter den ersten 20 Positionen mitzufahren, um einerseits den gefürchteten Stürzen zu entgehen und um andererseits sicherzugehen, daß man bei der unvermeidlichen Selektion aufgrund der schmalen Straßen vorne mit dabei ist. Brüllende Hitze, 41° C im Schatten (!), dazu die schweren Rennkilometer vom Vormittag in den Beinen, kein Honigschlecken also.

Und das Rennen beginnt so wie alle in Italien: mit hohem Tempo, ständigen Angriffen, ständig muß man aufs Neue nach vorne in Position fahren, das zehrt an den Nerven und natürlich an der Substanz. Der Favorit, auf den alle ein Auge werfen: UDACE-Straßenweltmeister Dario Grisenti aus dem Trentino, der ist mit seinem weißen WM-Trikot auch nicht zu übersehen.

Das ganze Rennen über wird attackiert, weggefahren, eingeholt, aufs Neue weggefahren, eingeholt, usw. Bartonek hält anfangs im Hauptfeld mit, aber schon bei halber Distanz ist er mit seinen Kräften am Ende. Und genau dann setzt sich eine größere Gruppe mit etwa 15 Mann ab, Grisenti ist mit dabei, und die bauen ihren Vorsprung langsam aber stetig aus. Erst in der 9. Runde gelingt es einer achtköpfigen Verfolgergruppe, sich vom Feld zu lösen und die Verfolgung aufzunehmen. Bartonek gelingt es, mit letzter Kraft als Letzter in dieser Gruppe mitzuspringen.

In der 11. und vorletzten Runde kommt es dann zum Zusammenschluß beider Gruppen, 23 Mann gehen in die Schlußrunde. Und da zeigt sich, daß Grisenti wahrlich ein würdiger UDACE-Weltmeister ist. 4 km vor dem Ziel setzt er sich alleine ab, kraftvoll, gewinnt schnell an Boden, doch die Verfolger fackeln nicht lange, reihen sich ein, und kurz vor der 1000-m-Marke ist Grisenti wieder gestellt. – Und trotzdem gewinnt er dann den Sprint um den Sieg in diesem schnellen und selektiven Rennen! Bartonek kommt zeitgleich als 18. ins Ziel.

 

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