Einzel- und Paarzeitmeisterschaften in Althofen

20. Juni 2009: Einzel- und Paarzeitmeisterschaften in Althofen

 An dieser Stelle müssen wir wieder einmal – leider, leider – eine ganz harsche Kritik anbringen, nämlich am Veranstalter dieser beiden Bewerbe in Althofen in Kärnten. Ich glaube, mittlerweile sind wir ja in dieser Hinsicht schon berüchtigt, aber das tut unserer Pflicht keinen Abbruch, diese Mißstände immer wieder aufzuzeigen.

Der Veranstalter in Kärnten, der ÖAMTC RC Raiffeisen Althofen, täte wirklich gut daran, mit seiner Veranstaltung wieder zum altbewährten und allseits beliebten Straßenrennen zurückzukehren. Dieser 13-km-Rundkurs ist schwer, selektiv, schön, besitzt eine ausreichende Fahrbahnbreite und eine einwandfreie Asphaltdecke, schließlich wurden dort auch schon mal die Österreichischen Straßenmeisterschaften der Masterklassen abgewickelt. Zu Recht.

Was aber das Zeitfahren angeht, das nun nach 2008 schon zum zweiten Mal veranstaltet wurde, kann ich nur raten: IN ZUKUNFT FINGER WEG DAVON! Es gab nämlich mehrere ganz gravierende organisatorische Mängel, die – noch dazu bei einer Österreichischen Meisterschaft – wahrlich nichts verloren haben. Aus diesen Mängeln resultierte diesmal etwa ein sehr schwerer Unfall des Juniorenfahrers Marco Haller, der mit Glück sagen kann, mit dem Leben davongekommen zu sein. Verdanken darf er diesen Unfall zur Gänze dem Veranstalter!

Es stimmt nämlich überhaupt nicht, was immer gesagt wird: ein Zeitfahren ist das am leichtesten zu veranstaltende Rennen, weil alle Fahrer einzeln auf die Strecke gehen und es daher keine Fahrerfelder gibt. Im Gegenteil, es gibt eine Menge zusätzlicher Auflagen, die zu bedachten sind. Unsere Kritik im Detail:

1.) Ein Zeitfahren wird – meist – mit Zeitfahrmaschinen gefahren, und die sind – wie man weiß – schwer zu steuern, vor allem bei hohen Geschwindigkeiten und in Kurven, denn sie sind einzig und allein auf eine schnelle, gleichmäßige Geradeausfahrt konzipiert. Im Grunde hat ein Zeitfahren auf FLACHER Strecke stattzufinden, mit WENIG KURVEN, wenn möglich KEINER Wende, bei Meisterschaften mit entsprechender ABSPERRUNG.

2.) Es ist absolut unzulässig, auf dem Zeitfahrparcours Anstiege bzw. Abfahrten einzubauen, die von der Distanz und demSteigungsgrad her am besten bei Straßenrennen untergebracht wären.

3.) Es ist absolut unzulässig, bei Meisterschaften Ort´sdurchfahrten einzubauen, die kurvig, schmal und unübersichtlich sind, vor allem dann, wenn ich noch dazu eine WENDE einbaue, die Strecke im Rennen also in beiuden Richtungen befahren wird.

4.) Es ist absolut unzulässig, solche Gefahrenstellen, die noch dazu von vornherein einem logisch denkenden Menschen als solche bekannt sein müßten, völlig unzureichend abzusichern. Die einzig mögliche Absicherung einer solchen Stelle wäre eine totale SPERRE für den normalen Straßenverkehr.

5.) Gleich zweimal auf einer gerade mal 17 km langen Strecke eine WENDE einzubauen, grenzt schon an Frotzelei. Dazu war die erste Kreuzung (mit schmalen Straßen) ein richtiger Knotenpunkt, denn dort sind Fahrer aus DREI Richtungen dahergekommen! Die einzelnen Fahrbahnen wurden dabei mit Verkehrshüten abgetrennt. An sich eine ganz lustige Idee (ist sicher mal was anderes), hat bei einem Zeitfahren aber nichts zu tun.

6.) Wenn ich schon unbedingt eine Wende einbauen muß, dann muß ich eben eine Stelle wählen, wo ich eine WENDESCHLEIFE fahren kann!

Daraus folgt:

7.) Wenn ich all diese Punkte nicht beachten kann, weil ich einfach die dazu nötige Strecke NICHT auftreiben kann, dann MUSS ICH ES EBEN BLEIBEN LASSEN, nicht um jeden Preis die Veranstaltung durchpeitschen!  Denn dann provoziere ich Unfälle und Zwischenfälle, deren Verantwortung ich nicht übernehmen kann.

Ich weiß schon, der Veranstalter sichert sich auf alle Fälle ab, indem er den Passus in die Ausschreibung aufnimmt, daß die Straßenverkehrsordnung einzuhalten ist. Laut dieser habe ich bei Abzweigungen Handzeichen zu geben, mich an die StVO zu halten, ich darf nicht Kurven schneiden, etc. Ich weiß auch, daß das eine rein versicherungstechnische Formulierung ist, aber es sei auch die Gegenfrage gestattet: veranstaltet man ein Radrennen oder eine Kindergartenveranstaltung???

Solange nichts passiert, bleiben wohl alle diese Punkte unbeachtet und unbemerkt, aber wehe, es passiert ein Unfall! Dann erhebt sich ein allgemeines Gezeter und Geschrei, es mündet in diverse Schuldzuweisungen. Tatsache ist: in Althofen war ein Anstieg eingebaut, steil und viel zu lang für eine Zeitfahrmaschine, der gleich ZWEIMAL zu absolvieren war, inklusive Abfahrten natürlich. Unmittelbar am Ende der Abfahrt eine Wende auf schmaler Straße, dann wieder der Berg, und am Ende der Abfahrt die Ortsdurchfahrt durch Guttaring. Schmal, eng, unübersichtlich und VÖLLIG UNGESICHERT. Eine Strecke ist auch dann ungesichert, wenn zur Absicherung irgendwelche VOGELSCHEUCHEN hingestellt werden, die Zeitung lesen, Würschtel fressen oder sich mit Zuschauern unterhalten, mit einem Wort, schlicht und einfach inkompetent sind. Ich sehe ein, es ist nicht jedermanns Sache, stundenlang irgendwo auf der Straße zu sitzen oder zu stehen, man wird müde, unkonzentriert und soll sich dann auch noch wilde Vorwürfe gefallen lassen.

Noch einmal: unter solchen Umständen hat man eine Veranstaltung ZU UNTERLASSEN!!! Daß dann die Funktionäre präpotent reagieren, überheblich und – wieder – völlig inkompetent, ist logisch, denn die Nerven sind angespannt, besonders bei Unfällen mit Personenschaden. Und die kann ich nur verhindern, wenn ich die Rahmenbedingungen von Anfang an beachte.

Abschließende Frage: was ist, wenn ein auf solche Art gestürzter Fahrer eines Tages NICHT mehr aufsteht???

Zum besseren Verständnis unserer Kritik sei hier noch einmal der Unfall von Marco Haller erwähnt. Der Kärntner Junior ist mit hoher Geschwindigkeit vom Berg runter Richtung Guttaring gerast, im Ort ist dort aber in der Zwischenzeit wegen der schmalen und engen Kurven eine ganze Autokolonne zusammengekommen. Und weil die Strecke unübersichtlich war, ist er dann plötzlich hinter einer Kurve vor einem Pkw gestanden und ist in dessen Heckscheibe geknallt. Mit vollem Tempo und einer Geschwindigkeit, die eigentlich ärgere Verletzungen verursachen hätte müssen. Gut, mittlerweile ist der Nachwuchsfahrer wieder auf dem Weg der Besserung, er wird nach einer entsprechenden Pause seine Karriere auch wieder fortsetzen können. Daß es einen der stärksten Junioren Österreichs erwischt hat, ist wahrscheinlich Zufall. Aber daß die Verletzungen sich als so leicht herausgestellt haben, ist sicherlich NICHT das Verdienst des Veranstalters.

Ein seltenes Fotodokument aus besagtem Rennen in Althofen, aufgenommen in der kleinen, aber feinen Ortschaft Silberberg, wo die Fahrer aus drei verschiedenen Richtungen kommend, aufeinandertrafen: ein kleiner, aber ziemlich aggressiver, vermutlich nervöser und aufgeregter Beagle wetzte ein paarmal über die Fahrbahn, immer mit der Besitzerin im Schlepptau, einer örtlichen Lokalbesitzerin, einem drallen Vollblutweib. Wie durch ein Wunder passierte nichts. Alle Streckenposten haben zugesehen.

 

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