Sonntag, 29. März 2009: Giro di Gorenjska, 4. Etappe: Straßenrennen rund um Kranj (SLO), 126 km

Regen, Regen, Regen!!!

Der heutige Schlußtag der Rundfahrt hat es in sich: nicht nur, daß mit 126 km die längste Etappe gefahren wird, regnet es auch noch in Strömen und es hat einen Temperatursturz gegeben, das Thermometer zeigt am Start nur mehr magere 9° C an. Verkürzt wird trotzdem nicht, alleine die Prozedur der Startvorbereitungen nimmt seine Zeit in Anspruch. Man muß sich sehr warm einpacken, man muß mehr essen vorher, man muß sich für dieses Wetter richtiggehend präparieren.

Schade, diese Rundfahrt hätte einen besseren Abschluß verdient gehabt. Die Etappe ist wieder topfeben, im Gebiet zwiwschen Kranj und Laibach wird kreuz und quer gefahren, jede Nebenstraße wird benutzt. Dadurch gibt es wieder viele Richtungsänderungen, sehr viele Kurven, natürlich ändert sich damit auch die Windrichtung alle paar Momente. Das ist auch deshalb wichtig, weil heute wieder ein sehr starker O-Wind bläst.

Vom Start weg wird heute – wegen des starken Regens – viel vorsichtiger und damit auch gleichmäßiger gefahren. 12 Fahrer liegen zeitgleich an der Spitze, ich bin der Zwölfte. Aber weil die Plazierungen zusammengerechnet werden, habe ich da schon einen so gewaltigen Rückstand, daß ich keine Chance mehr habe, durch eine vordere Etappenplazierung ganz vorne reinzufahren.

In den ersten beiden Rennstunden gibt es keine einzige Attacke – der Pulk, der sehr schnell kleiner wird, weil dauernd viele Fahrer aufgeben -, es wird gleichmäßig dem Ziel entgegengefahren. Ich habe auch keine Probleme damit, kann mich so voll und ganz darauf konzentrieren, dem Wind und Wetter zu trotzen. Der Bremsweg wird länger, die Kurven müssen vorsichtiger gefahren werden, am Hinterrad wird etwas mehr Abstand gehalten. Dazu braucht man einfach mehr Konzentration und Aufmerksamkeit. Der Gesamtführende Bostjan Slak kontrolliert mit seinem Team das Geschehen an der Spitze, er scheint mir sehr sicher zu sein. Seine Führung ist aber knapp, er führt nur mit 4 Plätzen vor seinem Landsmann Marco Cuderman.

So spulen wir also im unwirtlichen Sauwetter Kilometer um Kilometer ab, ich bin dick eingepackt in zwei Langarmtrikots und einem Kurzarmtrikot, darüber eine Regenjacke, kurze Hose, zwei Paar Socken mit jeweils einer Plastikeinlage dazwischen, Kappe und Helm, Winterhandschuhe. Aber schon nach einer Minute bin ich naß bis auf die Haut, und nach einer Weile kriecht dann auch die Kälte rein bis auf die Haut.

Anfangs wird gleichmäßig gefahren, konstantes Tempo, die Gruppe wird dennoch immer kleiner, weil ständig Fahrer aufgeben und das Handtuch werfen. Dieser Versuchung widerstehe ich ganz leicht, denn wenn so viele aufgeben, verbessert das meine Position automatisch. Erst auf den letzten 20 Kilometern wird dann aggressiv gefahren, und Slak und Cuderman kämpfen um den Toursieg. Slak führt mit 4 Plätzen Vorsprung, und weil die Spitzengruppe am Ende dann nicht mehr sehr groß ist, ist da nicht sehr viel Unterschied in den Ergebnissen zu erwarten.

Ich schlage mich so gut ich eben kann, reihe mich auf den allerletzten Kilometern ganz vorne ein und versuche dann, diese Position so lange wie möglich zu halten. Marjan Srnel (GS Barbariga) gewinnt diese Schlußetappe mit einem Schnitt von 41,4 km/h, Marco Cuderman wird Fünfter und gewinnt damit die Gesamtwertung. Nur mehr 9 Fahrer der zeitgleichen Spitzengruppe waren heute in der ersten Gruppe vertreten, ich war auch dabei, daher bin ich in der Gesamtwertung noch an die 9. Stelle vorgerückt. Mehr war für mich nicht drin, weil meine Platzziffer einfach zu schwach war. Dennoch, mit dem 9. Gesamtrang bin ich mehr als nur zufrieden. Die Slowenen, die vor mir klassiert sind, die sind allesamt ehemalige Olympia- und WM-Starter.

Endstand Gesamtwertung: 1. Marco Cuderman (SLO, Adria Mobile Novo Mesto) 299 km in 7:02:14/Gesamtschnitt 42,0 km/h/Platzziffer 53, – 2. Bostjan Slak (SLO, GS Barbariga) 55, – 3. Ljubo Csar (SLO, NK Maribor) 66, – 4. Primoz Cerin (SLO, KK Astra Lubljana) 67, – 5. Daniele Ferrari (ITA, New Moto Bike Team) 68, – weiters: 9. Robert Bartonek (ÖST, RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 131, alle gleiche Zeit

 

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