Samstag, 28. März 2009: Giro di Gorenjska, 2. Etappe: Kranj – Jesenice (SLO), 69 km

Heute stehen zwei Etappen auf dem Programm, am Vormittag gleich die Königsetappe über 69 km nach Jesenice. Kreuz und quer geht es nach Norden, der starke Wind bläst meist seitlich ins Feld. Kurz vor dem Ziel ist dann noch ein schwerer 4 km langer Anstieg zu bewältigen, der Gipfel liegt nur 7 km vor dem Ziel.

Das Feld im Anstieg kurz vor dem Ziel

Bis dahin ist das Feld aber schon sichtlich kleiner geworden, am Anstieg dann geht es voll zur Sache. In der Mitte etwa wartet eine ca. 300 m lange 12 % steile Passage, an deren Ende greift der slowenische mehrfache WM- und Olympiateilnehmer Bojan Ropret an und kann sich absetzen. Dahinter ist die Hölle los, das Feld zerreißt völlig, ich verliere ziemlich an Boden, kann aber mein Tempo auch auf den restlichen eineinhalb Kilometern des Anstiegs halten. Ropret fährt alleine über den Gipfel, dahinter aufgesplittert die kleinen Gruppen und einzelnen Fahrer der Verfolger. Da ich alleine fahre, entschließe ich mich zu einem Gewaltsprint auf den letzten 200 m vor der Kuppe, der mich in die zweite Gruppe reinbringt.

 Da sind auch einige sehr starke Slowenen und vor allem Italiener drin, die machen in der Abfahrt gehörig Tempo. Ich hänge zwar nur hinten dran, habe aber alle Hände bzw. Beine voll zu tun, um mitzuhalten. Schnell haben wir ein paar einzelne Versprengte und die Verfolgergruppe eingeholt, und auch Ropret, der alleine im starken Gegenwind vor uns herumwürgt, kommt langsam wieder näher. Unmittelbar nach der 1000-m-Marke weiß ich, daß wir ihn noch schnappen werden. Trotzdem wehrt er sich verzweifelt und schafft es doch glatt, sich ins Ziel zu retten. Aber da er nur mehr einen knappen Meter Vorsprung hat, werden wir alle zeitgleich gewertet.

Leider kommt 2 km vor dem Ziel von hinten noch eine Gruppe heran, so sind wir dann 35 Mann, die um den Sieg fahren. Aber nur 19 davon waren auch am Vortag in der ersten Gruppe dabei, und da es hier keine Zeitgutschriften gibt, bin ich nach wie vor zeitgleich mit dem neuen Führenden, der jetzt Bojan Ropret heißt. Laut Ausschreibung entscheidet bei Zeitgleichheit die Summe der Platzziffer, und weil ich bei beiden Etappen ganz hinten in der Gruppe übern Zielstrich gefahren bin, liege ich auch nur am 19. Rang. Das Resümee bleibt aber dasselbe: ich habe bisher keine einzige Sekunde verloren, und so soll es dann auch am Nachmittag bleiben!

Robert

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