Sonntag, 15. März 2009: Straßenrennen um den Großen Preis des Casinos/Cabarets Mond in Sentilj (SLO), 54,3 km

Das Casino Mond (Werbeslogan Alles dreht sich um den Mond)

Nachdem ich die ganze Woche krank und verkühlt war, auch Fieber hatte, war natürlich klar, daß ich das geplante Straßenrennen Rund um den Gardasee streichen würde können. Nach längerer Internet-Suche bin ich dann aber doch noch fündig geworden, und nachdem ich gestern mal zum Test ein 80-km-Training gefahren bin, habe ich mich entschlossen, in Spielfeld auf der slowenischen Seite bei einem Straßenrennen an den Start zu gehen.

Eine seltsame Strecke war da ausgewählt worden (eigentlich gibt es hier ja keine!). Vom Start in Sentilj sind wir 9 km nach Süden gefahren, dann Wende und wieder 9 km zurück. Bei beiden Wendepunkten gab es eine klitzekleine Umkehrschleife, im Norden in Spielfeld sind wir über den Parkplatz des Casinos Mond gefahren, im Süden war es der Parkplatz eines klitzekleinen Bahnhofs.

Es gab nur eine einzige Altersklasse, von 15 bis 60 und älter sind alle in einer Gruppe gefahren, wir waren 37 Starter aus der näheren (ich) und ganz nahen Umgebung.

Im starken böigen Sturm sind alle nur geschlichen. Habe ich nicht verstanden, denn wir hatten Rückenwind. Erste Attacke also gleich nach dem Start, nachdem aber niemand reagiert hat, habe ich mich wieder einholen lassen. Danach habe ich mich darauf beschränkt, in den vordersten Positionen zu fahren und alle Löcher vor mir zuzufahren. Schon die erste Runde haben nur ganz wenige überlebt. Spätestens dann war mir klar, daß dieser Bewerb nicht mal Schüler-Niveau hat. Nicht mal die einfachsten Regeln des Hinterradfahrens haben sie beherrscht, haben wahllos nach rechts und links gewechselt. Als wir dann nur mehr 8 Mann waren, habe ich versucht, ihnen beizubringen, wie man am Hinterrad fährt und daß der Vordermann immer IN DEN WIND REIN wegschwenkt.

Das ist ungefähr 200 Meter lang gut gegangen, dann war es wieder so wie vorher. Zu viert sind wir in die Schlußrunde. Zunächst wieder mit Rückenwind, dann die letzten 9 km im Gegenwind. Die drei Schüler haben brav gewechselt, aber leider immer auf die falsche Seite, und in der Gruppe sind sie auch auf der falschen Seite gefahren. So sind wir alle vier schön brav voll im Wind gestanden.

Auf den letzten 4 km habe ich dann Ernst gemacht, auf einen Sprint wollte ich es nicht ankommen lassen, das erschien mir viel zu gefährlich. Als ich weg geschwenkt bin, habe ich beschleunigt, natürlich sitzend, Oberlenker, so daß der nachfolgende Fahrer gar nicht mehr vorbeigekommen ist. Ich gebe zu, da war mehr Gaudium als Kalkül dabei, ich habe mich dann umgedreht und mit einer resignierenden Handbewegung zu verstehen gegeben, daß ich dann halt alleine weiterfahre. Gesagt, getan.

Ich kann mich wirklich nicht erinnern, jemals einen Sieg derart aufgedrängt bekommen zu haben. Also habe ich das Geschenk angenommen. Zweites Rennen, zweiter Sieg. Ich glaube, das kann ein ganz interessantes Jahr werden.

Robert

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