Sonntag, 30. November 2008

Gestern ist der Flug planmäßig gestartet worden, aber verspätet angekommen, nämlich erst um 21.30 Uhr. So ein Nachtflug ist sowas von fad, alles ist finster, draußen sowieso, aber nach kurzer Zeit schlafen auch im Flugzeug alle. Hatte sowieso so einen unguten Sitznachbarn, einen dicken, fetten, der geschnauft und gerochen (gestunken!) hat. Dann die Landung auf Gran Canaria, das Warten auf das Gepäck. Aber dann haben die Strapazen angefangen. Mußte mir erst mal einen Leihwagen organisieren.

Ist nicht sehr einfach, denn ich mußte ja mein Gepäck immer mitschleppen. Der Radkarton, vollgestopft mit Rad, Laufräder, Reservelaufräder, Werkzeugkiste, Ersatzmaterial, Reifen, Schläuche, Luftpumpe, Helm, Radschuhe, Zahnkränze, Speichen, Kette, Bremsbeläge, Seilzüge, den Rennrahmen habe ich mit Dämmaterial eingewickelt. Dazu eine große Sporttasche mit 20 kg Gepäck, dazu das Handgepäck, all das mußte ich mitschleppen auf der Suche nach einem Stand einer Leihwagenfirma. Weil die ganze Aktion so überhastet abgewickelt worden war, hatte ich nur den Flug gebucht, sonst nichts. Kein Leihwagen, kein Quartier. Das muß ich alles jetzt erst vor Ort machen.

Gegen 23 Uhr bin ich dann mit dem Wagen losgefahren. Ein Opel Commodore mit Bordcomputer und GPS ausgestattet, mein Gepäck im Kofferraum. Rauf auf die Autobahn, die einzige der Insel, die von Palma nach Süden bis Maspalomas führt, immer am Meer entlang. Ich also Richtung Süden, bin dann bald von der Autobahn runter, auf die Seite in die Wildnis gefahren, Auto geparkt, Sitzlehne runtergeklappt und geschlafen. Es war eine warme, um nicht zu sagen, heiße, Nacht. Nach kurzer Zeit mußte ich die Scheiben runterfahren, weil´s so heiß war. Hab dann bis halb acht geschlafen.

Bin dann bis Playa del Ingles weitergefahren, Auto auf einem großen Parkplatz im Zentrum geparkt, Rad zusammengebaut, Karton geleert und verstaut, umgezogen, dann bin ich eine kleine Trainingsrunde gefahren, und zwar die gesamte morgige erste Etappe. Es war ein herrlicher Tag, strahlend blauer Himmel, kein noch so kleines Wölkchen am Himmel, 24°, kurzärmelig, Windjacke eingesteckt, bin ich rein nach Maspalomas und dann rauf nach Ayagaures.

Der 10 km lange Anstieg, den bin ich locker und langsam, gleichmäßig und mit richtig wohltuendem Tempo raufgefahren, wichtig war mir dann der Zieleinlauf, über Sonnenland und Oasis de Maspalomas runter, auf der Rückfahrt rauf nach Maspalomas war da noch ein kurzer, aber steiler, knackiger Anstieg zu fahren, über den ich mich richtig plagen mußte. Der war nämlich gut 400 Meter lang. Wirklich erstaunlich, daß es hier im einzigen Flachland der Insel, so einen Anstieg gibt.

Der Barranco de Ayagaures mit dem Stausee, im Vordergrund ist auch die Straße zu sehen.

Danach habe ich mich in ein Strandrestaurant gesetzt und mal eine Portion Nudeln verdrückt, ehe ich mich aufgemacht habe, in den Süden von Maspalomas und mir ein Quartier gesucht habe. In der riesigen Appartment-Anlage bin ich dann fündig geworden, ich bekam die Nummer 475 c zugeteilt. Das war ein eigenes Haus, im Erdgeschoß ein WC, ein Abstellraum, eine Kochecke, ein Wohnzimmer, dann im ersten Stock oben ein Schlafzimmer, ein WC, ein Balkon, alles vollständig eingerichtet.

Am Nachmittag bin ich dann noch eine Einheit gefahren, diesmal auf einer anderen Rennstrecke, nämlich auf der nach Nordosten, der Küste entlang Richtung Palma, bin ich einfach eine Stunde lang gefahren, dann habe ich umgedreht und bin gegen den Wind zurückgefahren.

Maspalomas/Playa del Ingles

Als nächstes war dann ein Besuch im Hotel Oasis in Playa del Ingles am Programm, dort mußte ich mich einschreiben, die Startnummer mit Startpaket abholen, mit der Konkurrenz plaudern, die war ja da reichlich vorhanden. Ein kleines Buffet gab es da auch, und vor lauter Tratschen ist es dann schon fast finster geworden. Auf dem Rückweg habe ich noch schnell eingekauft, eine 6er-Packung Mineralwasser, Orangensaft, Nudeln, Pasta, Parmesan. Alles heimgeschleppt und schlafen gegangen.

Laut Programm sind auch drei Stargäste angekündigt, nämlich Miguel Indurain und Marino Lejaretta (beide Spanien) und Claudio Chiappucci (Italien). Bei der heutigen Nummernausgabe und dem anschließenden Bankett ist Chiappucci aber nicht erschienen, er hat sich entschuldigen lassen. Die beiden anderen aber waren anwesend. Dementsprechend sind sie auch vor allem mit Autogrammwünschen bedrängt worden. Angeblich soll Indurain morgen auch selber an den Start gehen. Es können schließlich nicht viele von sich sagen, daß sie Indurain in einem Rennen geschlagen haben.

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