Sonntag, 5. Oktober 2008: Steirisches Saisonfinale, Kriterium Rund um den Burger King in Graz-Seiersberg, 21,6 km

Das Rennen ist das steirische Saisonfinale, für  mich aber geht die Saison danach noch lange weiter. Herrliches Wetter, mild, 18°, leichter NW-Wind, strahlend blauer Himmel, ein perfekter Rundkurs mit einer technisch sauschweren Zielkurve, aber leider: KAUM STARTER!!! Ein unglaublich kleines Starterfeld in den Klassen Master 3 und 4, da fragt man sich wirklich, wo die alle hingekommen sind? Schon im Winterschlaf? Gegenfrage: sind die überhaupt irgendwann mal munter gewesen??

Der Zieleinlauf ist ein Hit: bergauf, man kommt von einer Abfahrt mit hohem Tempo auf diese letzten 150 Meter, hat dann eine scharfe 90gradige Rechtskurve und eine folgende 180gradige Linkskurve mit dem Zielsprint über die Kuppe. Ist wahrscheinlich der technisch schwierigste Zielsprint Österreichs.

Vom Start weg führt der Groß Rudi das Feld an, er führt konseqauent eineinhalb Runden lang, dabei sind wir nicht mal langsam. Ich fahre ganz vorne mit, aufmerksam und konzentriert. Der erste Punktesprint kommt bald, aber ich habe nicht den Hauch einer Chance. Aber diese ersten Runden reichen mir, um zu erkennen, daß ich das gestrige sauschwere Bergrennen gar nicht mehr spüre. Meine Taktik ist klar: im Sprint habe keine Chanmce, also muß ich mit Ausreißversuchen zum Erfolg und zu Punkten kommen.

Es sind eine Menge starker Sprinter dabei, Groß, Taucher, Stocker, Gössler, der Slowene Csar und noch ein paar andere, auf die ich auch achten muß. Zu Beginn der zweiten Wertungsrunde greife ich an, weil ich merke, daß da so ein Moment ist, in dem sich alle nur dumm anstarren. Hohes Tempo, so um die 50 km/h, zwei Gerade, dann die Abfahrt mit der folgenden eckigen Linkskurve, kurze Gerade, dann der Bergauf-Zieleinlauf, zu spät geht ihnen ein Licht auf, mein Vorsprung ist schon zu groß – 2. Wertung gewonnen!

In derr Tonart geht es weiter: ich versuche es bei jeder Gelegenheit, meist nach der Wertung und immer dann, wenn mal für einen Moment das Tempo abzusinken droht, man darf den LÜMMELN keine Atempause gönnen! Erst wenn sie permanent gefordert werden und langsam mürbe werden, sind sie reif für die große Attacke. Leider ist die Distanz viel zu kurz dafür. Das weiß ich natürlich, also muß ich mich mit ein paar Pünktchen zufriedengeben und versuchen, bei Ausreißversuchen anderer mitzuspringen oder eben den richtigen Moment zu erwischen, um alleine wegzukommen.

Die dritte Wertung läuft wieder ohne mich, dafür greife ich unmittelbar danach an, aber jedesmal rafft sich dahinter jemand auf und führt die Gruppe wieder heran. Ist nervig. Die vierte Wertung scheint sich beinahe wieder auszugehen, ich habe wieder einmal eine meiner zahllosen Attacken gefahren und komme hinter Stocker als Zweiter aus der letzten Kurve, lasse mich sicherheitshalber durch den Schwung ganz nach rechts raustragen bis zur Absperrung, aber im allerletzten Moment zwängt sich Taucher noch vorbei, wird Zweiter und nimmt mir damit einen schon sicher scheinenden Punkt weg.

Damit halte ich jetzt bei 7 Punkten. Über den aktuellen Stand habe ich keine Ahnung, aber daß ich noch ein paar Punkte brauche, das weiß ich. Leider geht sich keiner mehr aus, alle Attacken bleiben ergebnislos, aber ich versuche es immer wieder, greife bei jeder Gelegenheit an. Dadurch wird das Rennen verdammt schnell und wenn ich schon keine Punkte mache, ich erreiche wenigstens, daß kein anderer angreift.

Am Ende gewinnt der Gössler (ARBÖ Drahteisel Volksbank Köflach) vor Hans Taucher (ARBÖ Kindberg) und Johann Stocker (RC ARBÖ Haus/Ennstal), die drei haben einen ziemlich sicheren Punktepolster, dahinter aber wird es sehr knapp: Groß Rudi 9 Punkte, ich 7 und der Slowene Ljubo Csar 6 Punkte, der Rest bleibt bei null Punkten.

Damit bin ich Fünfter. Nicht schlecht, aber ich hatte schon mit einem Stockerlplatz gerechnet. Naja, meine Sprintschwäche kann ich halt nicht ablegen, die ist ein Hindernis für ein solches Vorhaben. Da hätte ich schon eine paar Runden dauernde Alleinfahrt hinlegen müssen, mindestens eine Wertung noch gewinnen müssen. Hätte, sollte, so kann man halt auch nicht gewinnen.

Robert

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