Sonntag, 28. September 2008: Österreichische Bergmeisterschaft, Birkfeld – Sommeralm, 21,5 km bzw. 8 km

Kaltes, winterliches Wetter, dazu ein saukalter Wind, das sind die Begleitfaktoren bei dieser selektiven Bergmeisterschaft. Auf den letzten 8 km sind immerhin Steigungen von bis zu 16 % zu bewältigen. Ich starte zusammen mit den Master-4-Fahrern, da kommt wenigstens ein halbwegs erträgliches Starterfeld zusammen. Wie überhaupt die Starterzahlen deutlich zu wünschen übrig lassen. Wo sind all die Fahrer hingekommen? Ausgewandert? Gestorben??

Die 13 km lange Anfahrt beginnt mit einem kurzen, aber steilen Anstieg, ich muß da reißen lassen, fahre aber in der 2 km langen Abfahrt wieder ran. Danach folgt eine kurze, sanfte Steigung, aber die fahre ich ganz vorne, ich bin jetzt schön warmgefahren und habe keine Probleme.

Dann geht es in den Berg rein, die letzten 8 km beginnen in Gasen. HochprozentigeSteigung, das Tempo der Spitzengruppe ist hoch, und ich muß gleich einmal reißen lassen. Aber sehr schnell pendelt sich das Tempo ein, sowohl das der Spitzengruppe als auch meines. Die ganze Auffahrt über kämpfe ich mit denselben Fahrern herum, mit Wolfgang Forobosko und Johann Stocker. Mal ist der eine vorne, mal der andere, mal bin ich etwas abgerissen, aber ich kämpfe mich jedesmal wieder ran. Und sobald einer der anderen ein paar Meter verliert, fühle ich mich gleich stark.

Etwa bei Halbzeit der Auffahrt, also ca. 4 km vor dem Ziel, als es das letzte ganz steile Stück zu bewältigen gilt, kann sich Stocker etwas absetzen. Das ist überraschend, denn gerade im Steilen hatte er bisher Probleme. Sein Vorsprung ist auch nicht groß, anfangs gerade mal zehn Meter, dann vielleicht fünfzehn, später zwanzig oder dreißig, dann fünfzig Meter. So sehr ich mich auch bemühe, ich komme nicht mehr an ihn ran. Forobosko reiß mal ab, dann ist er wieder da, dann fährt er vorbei, im nächsten Moment ist er wieder hinten. Das wechselt andauernd.

Dann wird es flacher, ich werde schneller, kann zulegen. Vorne kommen wieder ein paar Fahrer in Sichtweite, als ersten können wir Engelbert Gaubitzer einfangen. Dann ist da auch schon die Abzweigung, es geht rechts weg, und sofort steigt die Straße wieder ziemlich steil an, die letzte steile Passage vor dem Ziel ist auch nicht sehr lange. Aber hier hängen wir Gaubitzer ab, ich kann auch Forobosko etwas distanzieren, spüre aber, daß er sofort wieder da sein wird, wenn wir ob en die Kuppe mit den Weidegittern erreicht haben.

Und richtig, es wird flach, die letzte Kuppe, und einen Kilometer voraus sehen wir auch schon das Ziel, die Stoakogler-Hütte. Und natürlich ist er jetzt wieder an meinem Hinterrad. Noch tausend flache Kilometer, ich schalte auf das große Blatt, er auch. Er zieht den Sprint an, ich halte dagegen. Noch 500 Meter, da fährt plötzlich von der rechten Straßenseite ganz langsam ein Pkw direkt vor uns auf die Straße raus,  Wolfgang zwängt sich vorbei und schimpft und flucht lauthals, ich bremse, mir ist das zu riskant. So rolle ich hinter ihm ins Ziel, und weil wir da noch so gesprintet sind, haben wir auf diesem letzten Kilometer auch mächtig aufgeholt, Schneider war nur mehr 6 Sekunden vor uns, Stocker eine halbe Minute.

Der Groß Rudi gewinnt erwartungsgemäß, der zweite Platz von Sebastian Pfisterer überrascht mich aber schon mächtig, obwohl er doch schon 1:23 zurückliegt. Taucher wird Dritter und gewinnt damit die Kategorie 4, mit 4:35 Minuten Rückstand belege ich den 18. Rang und werde damit in der Kategorie 3 auf Platz 13 klassiert. Nicht schlecht, aber eigentlich hatte ich mir etwas mehr erwartet. Nur eine Minute schneller, und ich wäre hinter Habacher Achter geworden!

Robert

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