Sonntag, 14. September 2008: Internationaler Tirol-Marathon in Schwaz, 98,5 km

Ich bin mit dem festen Vorsaztz an den Start gegangen, hier meine Klasse zu gewinnen. Leider hat das Wetter überhaupt nichzt mitgespielt: 6 Grad, strömender Regen, die Höhen waren alle mit Schnee gezuckert. Eimngepackt in mehrere Schichten Trikots und einige Plasticksackerl, bin ich dann doch an den Start gegangen. Ein kleines Häufchen von nicht mal 100 Fahrern hat das Rennen unter diesen Bedingungen aufgenommen.

Anfangs habe ich mich in unmittelbarer Nähe der Spitze aufgehalten, bis Kundl hatte ich keine Probleme, dort ist es dann über den Inn gegangen und den Anstieg nach Kleinsöll hinauf. Den kannte ich noch von der Tirol-Rundfahrt her, wollte ihn ganz vorne fahren, ist mir leider nicht gelungen. Über den Inn sind alle ein Wahnsinnstempo gefahren, da bin ich nicht mehr nach vorne gekommen. Aber da ich den Anstieg genau kannte, bin ich auch das Risiko eingegangen, anfangs etwas distanziert zu werden, über die folgenden Kuppen am Angerberg habe ich dann zur ersten Gruppe aufgeschlossen, da waren wir etwa 12 bis 15 Mann, die dann in die Abfahrt nach Mariastein gegangen sind.

Unten, am Ende der Abfahrt, als es in einer scharfen Linksabzweigung wieder auf den Angerberg raufgegangen ist, da hat mich ein Nachzügeler abgeschossen, der mir mit voller Geschwindigkeit hinten links ins Hinterrad geknallt ist. Ohne zu wissen, was und wie das passiert ist, bin ich auch schon am Asphalt gelegen, das Rad ist übers Bankett in die Wiese gerutscht. Da habe ich innerlich geflucht und geschrien, aber es hat nichts genutzt, bis ich das Rad wieder auf der Straße hatte und aufsteigen konnte, war auch die zweite Gruppe schon vorbei. Mit großem Frust und dicker Wut im Bauch bin ich die Steigung hochgespurtet, aber da der Berg auf dieser Seite bis zu 16 % Steigung aufweist, habe ich sehr schnell einsehen müssen, daß ich mich da nur kaputtfahre. Ich war noch nicht mal am halben Anstieg, als von hinten die dritte Gruppe gekommen ist, dort habe ich dann endlich mitfahren können.

In der Gruppe haben die Italiener den Ton angegeben, und auf den vielen kleinen Steigungen, die danach noch gefolgt sind, auf den Kuppen, wie zum Beispiel bei den Reintaler Seen, sind die Jungs voll drübergeknallt, die Gruppe ist dadurch immer kleiner geworden, und am Ende sind sie dann überhaupt nichts mehr gefahren, der Faden war gerissen, der Zug war weg. Von da weg war es nur mehr eine Quälerei, es war ein unrhythmisches Fahren, und da alle durch das naßkalte Wetter sowieso schon ausgelaugt waren, war das kein Spaß mehr. Ich habe mich mal gründlich umgesehen, und als ich gemerkt habe, daß eigentlich niemand aus meiner Klasse in dieser Gruppe dabei war, habe ich etwa 10 km vor dem Ziel die Beine hochgenommen, habe die Gruppe ziehen lassen und bin dann mein eigenes Tempo ins Ziel gefahren.

Das war dann der dritte Rang in meiner Klasse, knappe 10 Minuten hinter den beiden Ersten, Aldo Fürst (RV Simplon Hard) und Raimund Frischmann (Ötzi-Radteam Umhausen). Da habe ich mich nochmal ordentlich grün und blau geärgert, denn mit den beiden war ich in Mariastein noch in einer Gruppe gewesen. Schade, vielleicht gelingt dann nächstes Jahr der ersehnte Sieg. Über einen Stockerlplatz brauche ich mich halt auch nicht zu beklagen.

– Robert

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