Sonntag, 7. September 2008: Kriterium in Trumau, 19,8 km bzw. 16,5 km

Das ist ein ganz wichtiges Rennen, ist es doch das letzte im diesjährigen Ginner-Cup, heute wird die Gesamtwertung endgültig entschieden. Hans Unterguggenberger liegt an der 5. Stelle und hat ganz gute Chancen, bei einem Stockerlplatz noch auf den dritten Gesamtrang vorzustoßen. Das Rennen ist stark besetzt, der Kurs schnell mit Rechts- und Links-Kurven, und Unterguggenberger und Rothauer fahren aufmerksam, sprinten in den Wertungsrunden durchaus erfolgreich mit, obwohl die jüngeren Fahrer der Kategorie 5 meist den Ton angeben, allen voran Schalk.

Es gibt viele Attacken, viele Vorstöße, viele Konterangriffe, aber immer wieder werden die Ausreißer eingeholt, und zu guter Letzt läuft erst wieder alles zusammen, und die letzte Wertung wird von einer kompakten Gruppe ausgesprintet, Josef Schalk gewinnt, der damit auch das Kriterium für sich entscheidet. Die beiden starken Sprinter des UGB-Wörgl-Teams, Hans Unterguggenberger und Sigi Rothauer, der frischgebackene Straßen-Weltmeister, lassen jedoch nichts anbrennen und belegen die ausgezeichneten Ränge 2 und 3. Diese Kategorien müssen auf dem 1,1 km langen Rundkurs 15 Runden zurücklegen (= 16,5 km), der Sieg der Kategorie 6 geht an Norbert Hager (ARBÖ Wien-Strom Lamster) mit 7 Punkten, dahinter Hans Unterguggenberger (6 Punkte) und Sigi Rothauer (5 Punkte).

Mit der aktiven und offensiven Fahrweise nimmt Unterguggenberger seine Chance wahr und stößt in der Gesamtwertung des diesjährigen Ginner-Cups noch an die dritte Stelle vor! Die Gesamtwertung wird eine Beute des Wieners Norbert Hager (241 Punkte) vor dem Benefit-Wien-Fahrer Rudi Horak (212 Punkte) und Hans Unterguggenberger (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) mit 207 Punkten. Weltmeister Sigi Rothauer belegt mitm158 Zählern den 6. Gesamtrang, hat aber nicht alle Rennen dieser Serie bestritten.

Preisverteilung Ginner-Cup (von links): Horak, Hager, UInterguggenberger, Lebersorger, Rothauer

Und auch bei mir geht es noch um sehr viel. Ich liege in der Gesamtwertung auf Platz 3, habe nur gerade mal 5 magere Pünktchen Vorsprung auf Helmut Nutz, der der klar stärkere Sprinter und Kriteriums-Fahrer ist, noch dazu vom Veranstalterklub RC Trumau kommt. Gesund bin ich auch nicht, hatte gestern noch Fieber und heute früh auch noch. Denkbar ungünstige Voraussetzungen also, um diesen Podestplatz in der Gesamtwertung zu behalten.

Startaufstellung der Kategorien Master 3 und 4, ich bin in der Mitte hinter Habacher zu sehen, vorne die ARBÖ-Kollar-Fahrer aus Stattersdorf, hinten rechts neben mir Helmut Nutz, mein schärfster Konkurrent in der Gesamtwertung des
Ginner-Cups

Das Rennen beginnt mit einer Startattacke des Lokalmatadors und Gesamtführenden im Ginner-Cup, Herbert Habacher. Dessen Teamkollege Gerhard Schäbinger (Kategorie 4) hängt sich dran, und auch Helmut Nutz (RC Trumau) ist mit von der Partie. Da darf ich natürlich auch nicht fehlen, überlege nicht lange, und mit aller Energie und Kraft, die ich habe, sprinte ich dem Tripo hinterher. Nach etwa 200 Metern bin ich auch wirklich dran. 4 Mann Spitze also praktisch vom Start weg.

Gleich bei der ersten Wertunhg sehe ich, daß Habacher niemand schlagen wird können, daß Nutz der klar stärkere Sprinter ist als ich, daß ich mir da nicht den Funken einer Chance ausrechnen darf. Also verlege ich mich darauf, unmittelbar nach den Wertungen anzugreifen und versuche da, wegzukommen. Es gelingt mir auch jedesmal, doch Habacher ist auf der Hut und schließt immer wieder auf, ehe mein Vorsprung zu groß wird. Natürlich mit Schäbinger und Nutz im Schlepptau. Es ist zum Aus-der-Haut-fahren! Was auch immer ich versuche, wo auch immer ich wegkomme, wenige Meter später hängen alle drei wieder an meinem Hinterrad.

Insgesamt zweimal schaffe ich es, Nutz zu überrumpeln und ihm in der Wertungsrunde die Punkte abzunehmen, aber an Habacher komme auch ich nicht vorbei. Eine letzte Chance sehe ich, als wir vier zum Rest des Feldes auflaufen und zur Überrundung ansetzen. Habacher sprintet plötzlich los und schließt die Lücke zum vor uns fahrenden Feld, ich ziehe sofort mit, ohne lange zu überlegen. Er geht auch sofort wieder an die Spitze, ich dahinter. Und sofort greift er wieder an, setzt sich aus dem Feld ab, ich ziehe mit. Das ist vielleicht die Chance, Schäbinger, der mir sowieso egal ist, aber auch Nutz abzuhängen, die erst zum Feld aufschließen müssen. Und Schäbinger bleibt dann auch in dieser Gruppe hängen,  doch Nutz setzt mit aller Kraft nach und zieht das ganze Feld wieder mit. Wenig später ist wieder alles beisammen. Aber er hat hart arbeiten müssen, also greife ich sofort wieder an, doch diesmal ist es Habacher, der alle wieder an mich heranführt. Es ist hoffnungslos. Einer gegen alle kann sich nicht durchsetzen.

Zu allem Überdruß läßt Habacher in der nächsten Wertungsrunde in der Zielkurve Nutz innen vorbei, doch ich steige sofort nach, und ehe Habacher seine Felle davonschwimmen sieht, sprintet er doch noch und gewinnt auch diese Wertung. Wenigstens etwas, wenigstens hat Nutz nicht die vollen Punkte geholt.

In der Tonart geht es bis zum Finale, abwechslungsreich, spannend, ich immer in der Offensive, aber ohne Glück und ohne einer realen Chance, alleine wegzukommen. Viel Wirbel um nichts. Die letzte Wertung ist ein Spiegelbild des ganzen Rennens: Habacher gewinnt vor Nutz und mir. Gut, ich habe mir nichts vorzuwerfen, ich habe alles gemacht, was in meiner Macht stand, bin sogar in diesem Kriterium Dritter geworden, aber da Nutz nur Zweiter wurde, nimmt er  mir nur 3 Punkte ab. Von meinen 5 Punkten Vorsprung verbleiben damit also 2 Punkte, damit bin ich Dritter im Ginner-Cup 2008!

Siegerehrung im Ginner-Cup 2008 (von links): Sieger Herbert Habacher, ich als Dritter, Helmut Nutz als Zweiter

Robert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.