Samstag, 30. August 2008: Straßenrennen in Pordenone/Localita La Torre, 51,8 km

Leider ist im letzten Moment noch vor dem Start die Distanz von 8 auf 7 Runden verkürzt worden, weil wir sonst angeblich in die Dämmerung gelangt wären. Irgendwie schade, denn die längere Distanz wäre mir lieber gewesen. Der Rundkurs ist 7,4 km lang, etwa einen knappen Kilometer nach dem Start beginnt ein etwa 700 m langer Anstieg, ganz flach, nur 1 bis 2 %, aber im starken Wind schwer zu fahren. Viele Starter, dauernde Attacken, besonders im Anstieg und im Kilometer danach, denn da gibt es eine sehr unangenehme Kante.

Ich fahre aufmerksam ganz vorne mit, mache Löcher zu, bin ansonsten aber passiv und warte ab. In der vorletzten Runde sind wir dann plötzlich nur mehr 14 Mann vorne, mit schönem Vorsprung, von den Verfolgern ist nämlich nichts mehr zu sehen. Meine Chancen steigen also allmählich, leider sind mir die meisten Fahrer in dieser Spitzengruppe nicht bekannt. Ist schlimm, ich kann die Typen nicht einschätzen. Daher muß ich auf Nummer sicher gehen, alle Aktionen beachten, immer dagegenhalten. Ist kraftrraubend, aber das Tempo wird jetzt im Finale noch höher.

Vorletzte Runde geht vorüber, wir gehen in die Schlußrunde. Motiviert und sehr aufmerksam fahre ich den Anstieg, erst auf den letzten 200 Metern geht die Post dort ab. Ich springe sofort mit. Die ehemalige Spitzengruppe zerfällt, die Situation ist unübersichtlich, ich orientiere mich nur nach vorne, fahre das Loch zu, sofort die nächste Attac´ke, und gleich noch eine, ich achte gar nicht mehr drauf, wer da wen attackiert, ich fahre einfach nur mit. Eine wilde und unübersichtliche Situation ist das, rundherum wird attackiert, wild gesprintet, ich orientiere mich nur nach ganz vorne.

Jetzt heißt es einfach dranbleiben. In der Abfahrt runtetr nach Cerneglons komnmnt die Gruppe wieder zusammen, dann geht es rechts ums Eck und noch 2 km flach und geradeaus ins Ziel.
Wieder nichts. Auf ein neues werden die Karten gemischt. Etwa 1200 Meter vor dem Ziel beginnt dann die Phase, in der sich alle dumm ins Gesicht schauen. Ich benutze diesen kurzen Moment, um mich unauffällig ganz auf der linken Straßenseite aus dem Staub zu machen.

Wie erwartet keine Reaktion. Viel zu spät fliegt einer zu mir hin, und weckt den Rest leider auf, die drücken jetzt aufs Tempo. Aber es ist viel zu spät. Ich habe schon an die 200 Meter Vorsprung und auch Zeit gehabt, mich einigermaßen zu erfangen, ich bin bereit für den letzten halben Kilometer. Ich weiß nicht, wer da an meinem Hinterrad ist, aber auch egal, ich fahre ein hohes Tempo, lege da alles rein , was ich noch habe, fahre mit etwas über 50 km/h, noch 200 Meter, ich stehe auf, die letzten Meter zum Zielstrich, und keiner kommt mehr vorbei, ich jage über deren
Streifen.

Daß das Saisonsieg Nummer 4 ist, daran denke ich gar nicht.

Ich bin ganz blau, muß mich erst erfangen.

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