Dienstag, 19. August 2008: Internationale FIS-RSC-Welt-Radsportwoche in Deutschlandsberg, Straßenrennen Groß St.Florian – Eibiswald, 68,5 km

Erstmals fahre ich in der Masterklasse 5, wir fahren nur mehr 66,5 km statt der bisher üblichen 99 km. Vom Start weg hohes Tempo bis Bad Gams, das Feld zieht sich in die Länge, ich fühle mich schwach und matt. Erst nach Stainz erfangeich mich so weit,daß ich mich langsam an die Spitze heranfahren kann. Der Anstieg in Kraubath wirft mich wieder zurück, aber ich bleibe dran und lasse mich nicht abhängen. Danach fühleich mich wie ausgewechselt, nach dem ersten richtigen Hinhalten bin ich hellwach, spritzig und fühle mich topfit. Kurz vor Deutschlandsberg setzen sich zwei Mann ab, nachdem vorher alle Ausreißversuche gescheitert sind. Die beiden kommen ohne Reaktion aus dem Feld weg und vergrößern ihren Vorsprung.

Beim Anstieg in Deutschlandsberg (Spital) zieht sich dasFeld indie Länge, und erstmals fahre ich vorne aktiv an der Spitze mit. In der langen folgenden Abfahrt tut sich nichts Wichtiges, und so kommen wir mit Respektabstand hinter den beiden Führenden zu den beiden Kamelbuckeln, der entscheidenden Stelle dieses Rennens. Wie die Verrückten stechen sie alle in die erste Wand rein, ich fahre meinTempo, reiße sofort ab und kann dann aber gleichmäßig hochklettern, während die anderen vor mir immer langsamer werden und schon sehr bald am Zahnfleisch fahren.

Kurz vor der Kuppe kann ich in eine Gruppe mit Hansl reinfahren, zusammen fahren wir auch die steile Abfahrt, und beim gleich darauffolgenden nächsten steilen Anstieg nach St.Ulrich rauf fahre ich ganz vorne, und da gehe ich erstmals selber ans Limit. Mit dem Ergebnis, daß niemand mehr an mir vorbeikommt, und oben in der Ortschaft, an der Kuppe, bin ich schon alleine, die Abfahrt benutze ich,um ganz nahe an die vordere Gruppe ranzukommen.

Noch 6 km bis Eibiswald, ich fahre in einer 3-Mann-Gruppe mit Fritz Gaubitzer, aber niemand kann Tempo machen, also tue ich das selber. In dem Stadium kann ich auf niemanden mehr warten, da geht es um jede Sekunde und jeden Meter. Ich bringe unheimlich viel Druck aufs Pedal, alleine schließe ich zur vorderen Gruppe auf, bin genau bei der 1000-m-Marke drin. Sofort setze ich mich auch hier an die Spitze, fahre den folgenden langen Bergaufsprint zum Hauptplatz rauf von ganz vorne, und da kommen nur mehr 3 Mann vorbei. Ganze 30 Sekunden hinter dem amerikanischen Sieger Dirk Cowley belege ich den ausgezeichneten 9. Rang. Die Form ist mit einem Mal da, und das gibt doch ein gutes und beruhigendes Gefühl.

Robert

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