Sonntag, 29. Juni 2008: Kärntner FESTINA-Seen-Marathon in Keutschach, 108,5 km

Endlich der erste Saisonsieg! Lang hat´s gedauert, aber diesmal war es soweit! Aber es war ein Sieg mit langem Anlauf, denn eigentlich war alles ja ganz anders geplant gewesen. Wie jedes Jahr so wollte ich auch diesmal die lange Distanz fahren, die 160 km über Bad Kleinkirchheim. Und in der festen Meinung, daß um 9 Uhr der Start sei, bin ich daheim halt losgefahren, gemütlich, und um 8.10 Uhr in Keutschach angekommen – nur war der Start halt schon um 8 Uhr!

Also hatte ich gerade mal 20 Minuten Zeit, um die Startnummer zu holen, mich umzuziehen, das Rad herzurichten, die Verpflegung, die Trinkflasche, und mich in den Startbereich zu begeben, wo ich um 8.32 Uhr eintraf. Nur: die kurze Distanz war schon um 8.30 Uhr gestartet! Ich bin gerade rechtzeitig gekommen, um mit den allerletzten Fahrern ins Rennen zu gehen, die ersten 200 waren schon auf der Strecke.

Also nachfahren. Nach knapp 20 Minuten habe ich die erste Gruppe erreicht, die da noch knappe 200 Mann stark war. Kaum in dieser Gruppe, ist das Tempo auch schon hinaufgegangen, und mit einem Höllenritt über den Wernberg (der Tacho war niemals unter 30 km/h!) ist die Gruppe auf knapp 100 Mann geschrumpft. Als wir den Ossiacher See umrundet haben, spürte ich erste Schwächen. Es wurde auch etwas unrhythmisch gefahren, da gab es Passagen mit 35 km/h, dann wieder welche mit 55 km/h, also für einen Marathon ganz, ganz untypisch. Da wird ja eher gleichmäßig gefahren.

Die Süduferstraße mit den vielen Wellen und Hügeln hat wieder einigen Fahrern den Anschluß gekostet, ich habe viel gegessen und getrunken, denn das hält ja bekanntlich Leib und Seele zusammen, und immer heißer ist es auch geworden. Dann wieder der Wernberg, diesmal von der leichteren Westseite. Aber ich musste dennoch gehörig hinhalten, denn wieder war das Tempo bergauf sehr hoch. Da hatte ich mit dem Ergebnis schon abgeschlossen, wollte nur diese Gruppe so lange wie möglich halten.

Aber ich habe mich dann wieder erfangen. Entlang der Wörthersee-Süduferstraße sind dann vier Mann entwischt, sehr schnell waren die weg und außer Sicht, ich hab das nicht mal mitbekommen. Erst als wir sie dann nach und nach wieder eingeholt haben, ist mir klargeworden, daß da irgendwo wer weggefahren sein musste. Alle haben wir sie wieder geschluckt, bis auf einen. Und der ist durchgekommen. Letztes Hindernis: der kleine, kurve Anstieg bei Maria Wörth, aber da war ich aufmerksam, bin ganz vorne gefahren und anstandslos drübergekommen.

Den Spitzenreiter haben sie anscheinend vergessen, denn die letzte Jagd ist ausgeblieben. Gleichmäßig sind wir durch Viktring gerollt und haben dann den Schlußanstieg nach Keutschach in Angriff genommen. Und sofort gab es wilde Attacken, eine kleine Gruppe setzt sich ab, ich habe ein Loch, kann aber nach der ersten Steistufe sofort wieder aufschließen, ich fahre gleich ganz nach vorne, und als es wieder ansteigt, lasse ich mich dann nicht mehr abdrängen.

Die Gruppe ist noch kleiner geworden. Jetzt folgt ein längeres flacheres Stück, dann noch einmal ein Anstieg. Wieder wird vorne attackiert, ganz wild und ungestüm, ich lasse die alle wegfahren, als sie sich beruhigt haben, fahre ich gleichmäßig wieder ran. Wir sind jetzt keine 15 Mann mehr, das sieht sehr gut aus. Da treten alle energisch und konsequent in die Pedale. Leider ist der Anstieg zu kurz, und als es dann nach Keutschach in die Senke runtergeht, schließt das restliche Feld wieder auf.

Und jetzt gibt es ein ziemliches Gedränge und Geschiebe, Gebremse und Gequietsche. Jeder möchte vorne sein. Hohes Tempo in der Abfahrt, an die 80 km/h, dann die Umfahrung, und die westliche Ortseinfahrt. Es steigt wieder, und für 200 m geht es sogar steil rauf, um die 12 %. Ich fahre locker, die anderen wuchten sich mit 53/15 bis 17 hoch, ich mit 39/17. Natürlich bin ich langsamer, aber ich habe den besseren Rhythmus.

Und oben auf der Kante springt das große Blatt wieder rein, und ich habe Luft und Kraft, um ordentlich zu beschleunigen. Die anderen sind wie festgepickt auf der Stelle. Was ich auf den 200 m zuvor verloren habe, das hole ich mir jetzt alles wieder zurück. Es sind etwa 500 Meter ins Ziel, und dort bin ich dann vorne. Zwar nicht ganz vorne, aber für den Klassensieg reicht es.

Insgesamt vier Mann meiner Altersklasse Senioren II waren in dieser Spitzengruppe dabeigewesen.

Robert

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