Monatsarchive: Juni 2008

Ergebnisse Juni 2008

1. Juni 2008: NÖ-Masters-Tour, Kamptaler Straßenrennen in Langenlois, 71,6 km bzw. 48,6 km

1. Siegfried Rothauer (Master 6)

5. Johann Schweighofer (Master 3)

7. Robert Bartonek (Master 3)

7. Hans Unterguggenberger (Master 3)

 

8. Juni 2008: NÖ-Masters-Tour, Österreichische Kriteriums-Meisterschaft in Stattersdorf, 20,5 km bzw. 14,5 km

1. Siegfried Rothauer (Master 6)

2. Johann Schweighofer (Master 3)

3. Hans Unterguggenberger (Master 6)

8. Robert Bartonek (Master 3)

 

NÖ-Masters-Tour, Endstand

3. Robert Bartonek (Master 3)

3. Hans Unterguggenberger (Master 6)

 

14. Juni 2008: Österreichische Meisterschaft im Einzelzeitfahren in Trieben, 24 km

Robert Bartonek (Master 3) mit Defekt ausgeschieden

 

15. Juni 2008: Lavanttaler Assetline-Zeitfahrcup, Einzelzeitfahren in Lavamünd, 13 km

2. Robert Bartonek (Männer 6)

 

22. Juni 2008: Mostland-Straßenrennen in Amstetten, 61,6 km bzw. 44 km

1. Hans Unterguggenberger (Master 6)

2. Siegfried Rothauer (Master 6)

6. Johann Schweighofer (Master 3)

Robert Bartonek (Master 3) aufgegeben

 

26. Juni 2008: Zeitfahr-Europameisterschaft in Zd´ár nad Sázavou (Tschechien), 19,7 km

8. Siegfried Rothauer (Master  9)

 

28. Juni 2008: Straßen-Europameisterschaft in Zd´ár nad Sázavou (Tschechien), 54,2 km

12. Hans Unterguggenberger (Master 8)

 

28. Juni 2008: Paarzeitfahren in Mariazell, 30,5 km

7. Robert Bartonek (Lizenz über 70 Jahre)

 

29. Juni 2008: Straßen-Europameisterschaft in Zd´ár nad Sázavou (Tschechien), 43,1 km

1. Siegfried Rothauer (Master 9)

 

29. Juni 2008: Kärntner Festina – Seen – Radmarathon in Keutschach, 108,5 km

1. Robert Bartonek (Senioren II)

Robert Bartonek feiert ersten Saisonsieg in Keutschach!

Sonntag, 29. Juni 2008: Robert Bartonek feiert ersten Saisonsieg in Keutschach!

Das war ein ganz besonderer Sieg: nicht nur der erste Saisonsieg,  war es der erste Sieg überhaupt seit 2002 in einem Rennen der Masterklasse! Wenn auch nur ein Klassensieg, aber der erste seit 2002 und damit ein sichtbares Indiz dafür, daß die schwere Knieverletzung aus dem Jahr 2003 überwunden zu sein scheint. Was sich im Winter abgezeichnet hat, scheint jetzt Wirklichkeit geworden zu sein. Zum erstenmal im Wintertraining ohne gröbere Schmerzen und Beschwerden, zum erstenmal ein kontinuierlicher
Aufbau und das zahlt sich eben aus.

Es war auch nach den Siegen von Schweighofer im Mondsee-Marathon,  von Unterguggenberger im Zeitfahren von Wiesen und den drei Siegen von Rothauer in Stattersdorf, Langenlois und der Europamneisterschaft schon der sechsteSaisonsieg für das UNION-UGB-Team aus Wörgl! Das Team ist ausgeglichen, die bisherigen 6 Saisonsiege wurden von vier Fahrern errungen, und das in den Disziplinen Marathon, Straße, Zeitfahren und Kriterium! Vielseitiger kann ein Team wohl kaum sein! Und auch, was die Wertigkeit dieser Siege angeht, gibt es mit einer Staatsmeisterschaft im Kriterium und der Straßen-Europameisterschaft wohl kaum eine gleichwertige Bilanz eines anderen Vereins! Was getrost den Schluß zuläßt, daß der UNION UGB Wörgl zu den allerstärksten Master-Vereinen Österreichs zählt!

Interessante Frage: wie viele Saisonsiege wird das Team noch einfahren?

 

Zeitfahr- und Straßen-Europameisterschaft in Saar an der Sauser – Tschechische Republik

26.-29. Juni: Zeitfahr- und Straßen-Europameisterschaft in Saar an der Sauser – Tschechische Republik

Links Siegfried Rothauer, Europameister, Weltmeister und Österreichischer Meister, rechts Hans Unterguggenberger, Tiroler Meister 2008

Wir haben mit Sigi Rothauer den einzigen österreichischen Straßen-Europameister des Jahres 2008! Der größte Erfolg für den Union UGB Wörgl in der heurigen Saison bisher!

Den Rennbericht könnt ihr an anderer Stelle nachlesen, hier möchte ich einmal versuchen, eindrucksvoll klarzustellen, welchen Stellenwert dieser Europameistertitel hat. Und das geht wohl am besten, wenn man sich die Ergebnisse der anderen Österreicher in den verschiedenen Altersklassen vor Augen hält. Die Strecke war bekannt, schließlich fanden die Europameisterschaften schon im dritten Jahr auf diesem Kurs statt, die Bewerbe waren auch nicht im Niemandsland, sonden nur eine angemessene Autofahrt von Wien entfernt.

Klasse M 1(30-34 Jahre)

108,4 km 1. Michele Chocol (I) keine Österreicher am Start                                                          

Klasse M 2(35-39 Jahre)

108,4 km 1. Dino Pittiglio (I) 10. T. Mairhofer, – 18. H. Hortschitz

Klasse M 3(40-44 Jahre)

108,4 km 1. Uwe Kalz (BRD) 17. A. Sinzinger

Klasse M 4(45-49 Jahre)

81,3 km

1. Dariusz Leduchowski (POL)

 

5. E. Schön, – 19. G. Huebmer, – 35. B. Martinz                 

Klasse M 5(50-54 Jahre)

81,3 km 1. Tito Timoteo (POR) 4. R. Groß, – 8. J. Mateyka

Klasse M 6(55-59 Jahre)

81,3 km 1. Wladimir Gottfried (BRD) 5. A. Lechnitz, – 8. G. Steinermayr, – 13. E. Gaubitzer, – 16. G. Schäbinger, – 17. F. Gaubitzer

Klasse M 7(60-64 Jahre)

54,2 km 1. Bruno Maccioccu (I) 3. G. Hrinkow, – 4. J. Schalk

Klasse M 8(65-69 Jahre)

54,2 km 1. Reinhard Scheer (BRD) 12. H. Unterguggenberger

Klasse M 9(über 70 J.)

43,1 km 1. S. Rothauer (AUT) 4. A. Gierer

Am knappsten dran an einem EM-Titel waren noch Hrinkow und Schalk in der Klasse 7, die sich erst im Sprint geschlagen geben mußten.

Aus dieser Übersicht ergibt sich folgende Medaillenbilanz:

Platz

                                              Nation                                               

GOLD

SILBER

BRONZE

Gesamt

1.

BRD

3

3

3

9

2.

Italien

3

2

5

10

3.

Polen

1

1

2

4.

Österreich

1

1

2

5.

Portugal

1

1

6.

Tschechische Republik

2

2

7.

Niederlande

1

 

 

Fazit: BRD und Italien gleichauf, weit abgeschlagen an breiter Front die Verfolger, darunter auch Österreich – eine Bilanz, die durch die Rennen in St.Johann/Tirol bestätigt wird.

Sonntag, 29. Juni 2008: Kärntner FESTINA-Seen-Marathon in Keutschach, 108,5 km

Endlich der erste Saisonsieg! Lang hat´s gedauert, aber diesmal war es soweit! Aber es war ein Sieg mit langem Anlauf, denn eigentlich war alles ja ganz anders geplant gewesen. Wie jedes Jahr so wollte ich auch diesmal die lange Distanz fahren, die 160 km über Bad Kleinkirchheim. Und in der festen Meinung, daß um 9 Uhr der Start sei, bin ich daheim halt losgefahren, gemütlich, und um 8.10 Uhr in Keutschach angekommen – nur war der Start halt schon um 8 Uhr!

Also hatte ich gerade mal 20 Minuten Zeit, um die Startnummer zu holen, mich umzuziehen, das Rad herzurichten, die Verpflegung, die Trinkflasche, und mich in den Startbereich zu begeben, wo ich um 8.32 Uhr eintraf. Nur: die kurze Distanz war schon um 8.30 Uhr gestartet! Ich bin gerade rechtzeitig gekommen, um mit den allerletzten Fahrern ins Rennen zu gehen, die ersten 200 waren schon auf der Strecke.

Also nachfahren. Nach knapp 20 Minuten habe ich die erste Gruppe erreicht, die da noch knappe 200 Mann stark war. Kaum in dieser Gruppe, ist das Tempo auch schon hinaufgegangen, und mit einem Höllenritt über den Wernberg (der Tacho war niemals unter 30 km/h!) ist die Gruppe auf knapp 100 Mann geschrumpft. Als wir den Ossiacher See umrundet haben, spürte ich erste Schwächen. Es wurde auch etwas unrhythmisch gefahren, da gab es Passagen mit 35 km/h, dann wieder welche mit 55 km/h, also für einen Marathon ganz, ganz untypisch. Da wird ja eher gleichmäßig gefahren.

Die Süduferstraße mit den vielen Wellen und Hügeln hat wieder einigen Fahrern den Anschluß gekostet, ich habe viel gegessen und getrunken, denn das hält ja bekanntlich Leib und Seele zusammen, und immer heißer ist es auch geworden. Dann wieder der Wernberg, diesmal von der leichteren Westseite. Aber ich musste dennoch gehörig hinhalten, denn wieder war das Tempo bergauf sehr hoch. Da hatte ich mit dem Ergebnis schon abgeschlossen, wollte nur diese Gruppe so lange wie möglich halten.

Aber ich habe mich dann wieder erfangen. Entlang der Wörthersee-Süduferstraße sind dann vier Mann entwischt, sehr schnell waren die weg und außer Sicht, ich hab das nicht mal mitbekommen. Erst als wir sie dann nach und nach wieder eingeholt haben, ist mir klargeworden, daß da irgendwo wer weggefahren sein musste. Alle haben wir sie wieder geschluckt, bis auf einen. Und der ist durchgekommen. Letztes Hindernis: der kleine, kurve Anstieg bei Maria Wörth, aber da war ich aufmerksam, bin ganz vorne gefahren und anstandslos drübergekommen.

Den Spitzenreiter haben sie anscheinend vergessen, denn die letzte Jagd ist ausgeblieben. Gleichmäßig sind wir durch Viktring gerollt und haben dann den Schlußanstieg nach Keutschach in Angriff genommen. Und sofort gab es wilde Attacken, eine kleine Gruppe setzt sich ab, ich habe ein Loch, kann aber nach der ersten Steistufe sofort wieder aufschließen, ich fahre gleich ganz nach vorne, und als es wieder ansteigt, lasse ich mich dann nicht mehr abdrängen.

Die Gruppe ist noch kleiner geworden. Jetzt folgt ein längeres flacheres Stück, dann noch einmal ein Anstieg. Wieder wird vorne attackiert, ganz wild und ungestüm, ich lasse die alle wegfahren, als sie sich beruhigt haben, fahre ich gleichmäßig wieder ran. Wir sind jetzt keine 15 Mann mehr, das sieht sehr gut aus. Da treten alle energisch und konsequent in die Pedale. Leider ist der Anstieg zu kurz, und als es dann nach Keutschach in die Senke runtergeht, schließt das restliche Feld wieder auf.

Und jetzt gibt es ein ziemliches Gedränge und Geschiebe, Gebremse und Gequietsche. Jeder möchte vorne sein. Hohes Tempo in der Abfahrt, an die 80 km/h, dann die Umfahrung, und die westliche Ortseinfahrt. Es steigt wieder, und für 200 m geht es sogar steil rauf, um die 12 %. Ich fahre locker, die anderen wuchten sich mit 53/15 bis 17 hoch, ich mit 39/17. Natürlich bin ich langsamer, aber ich habe den besseren Rhythmus.

Und oben auf der Kante springt das große Blatt wieder rein, und ich habe Luft und Kraft, um ordentlich zu beschleunigen. Die anderen sind wie festgepickt auf der Stelle. Was ich auf den 200 m zuvor verloren habe, das hole ich mir jetzt alles wieder zurück. Es sind etwa 500 Meter ins Ziel, und dort bin ich dann vorne. Zwar nicht ganz vorne, aber für den Klassensieg reicht es.

Insgesamt vier Mann meiner Altersklasse Senioren II waren in dieser Spitzengruppe dabeigewesen.

Robert

Sonntag, 29. Juni 2008: Straßen-Europameisterschaft in Zdár nad Sazavou, 43,1 km

Sigi Rothauer ist Europameister! Der 70jährige Oberösterreicher, der für den RC Union Unterguggenberger Wörgl startet, krönte sich im tschechischen Zd´ar nad Sazavou zum Europameister

Der Sigi war in einer 3-Mann-Spitze, die sich nach eineinhalb Runden auf dem superschweren Rundkurs herauskristallisiert hatte, der cleverste und stärkste Sprinter und schlug seine Fluchtgefährten, die beiden Deutschen Werner Nesselhauf und Ludwig Olefs, klar!

Der Niederösterreicher Anton Gierer konnte da nicht mehr ganz mithalten, musste abreißen lassen und wurde Vierter.

Samstag, 28. Juni 2008: Paarzeitfahren in Mariazell, 30,5 km

Bei angenehmen Temperaturen, aber starkem Wind fand in Mariazell das Paarzeitfahren auf einer sehr interessanten Strecke statt. Zunächst ging es von Mariazell runter nach Rasing, dann auf welligem Terrain bis Greith, Wende, und wieder zurück, die letzten 1,2 km bergauf nach Mariazell.

Zusammen mit meinem ehemaligen Klubkollegen vom SC Tiroler Radler Bozen, Gerald Leutgeb aus Krems, sind wir mit der Startnummer 28 ins Rennen gegangen. Sehr bald schon haben wir das vor uns gestartete Paar, die Brüder Lechner aus Bruck/Mur, eingeholt. Wir hatten einen ganz guten Rhythmus, aber leider konnte ich nicht voll fahren, weil Gerald zeitweise schon am Anschlag gefahren ist. Vor allem im Finale dann der Zielanstieg nach Mariazell war sehr hart, denn da war er am Limit, ich bin den gesamtne Anstieg vorne gefahren, und oben dann die letzten 200 Meter auch gesprintet, er ist nicht mehr vorbeigekommen.

Trotz allem sind wir in 44:40 eine ganz gute Zeit für die knapp 200 Höhenmeter gefahren. In unserer Altersklasse der Unlizenzierten hätten wir gewonnen, aber in der Lizenzklasse reichte es halt nur zu Rang 7.

Samstag, 28. Juni 2008: Straßen-Europameisterschaft in Zd´ár nad Sázavou, 54,2 km

Hans Unterguggenberger belegte bei der Straßen-Europameisterschaft im tschechischen Zd´ar nad Sázavou auf einem sehr schweren Rundkurs, der in seiner Altersklasse zweimal zu befahren war (= 54,2 km), den 12. Rang. Der 8 km lange Anstieg gleich nach dem Start wurde dem Hans zum Verhängnis, am Ende kam er alleine zwischen Verfolgergruppe und Hauptfeld ins Ziel, hatte 4:07 Minuten Rückstand.

Donnerstag, 26. Juni 2008: Zeitfahr-Europameisterschaft in Zd´ár nad Sázavou, 19,7 km

Sigi Rothauer belegte in der Zeitfahr-Europameisterschaft in der Tschechei den guten 8. Rang, lag aber schon immerhin 4:16 Minuten hinter dem bundesdeutschen Sieger, dem Ex-Profi Otto Altweck, zurück.

Robert Bartonek – die unendliche Geschichte

22. Juni 2008: Robert Bartonek – die unendliche Geschichte

Bereits am 3. Mai, beim Straßenrennen im slowenischen Tisina, bin ich im Finale gestürzt, auf die linke Schulter gekracht – und weitergefahren! Erst nach dem Rennen ist der Schmerz gekommen, am nächsten Tag bin ich dann den Karawanken-Marathon gefahren und trotz starker Schmerzen Dritter geworden! Aber so ist das halt als Radrennfahrer: man ignoriert den Schmerz, man beißt die Zähne zusammen, man quält sich durch. Schmerz ignorieren hat man ja schon im Training hinreichend gelernt. Am Montag aber, als die Schmerzen dann immer stärker geworden sind, bin ich halt doch ins UKH gefahren und habe mich röntgen lassen. Ergebnis: nichts Auffälliges gefunden, es ist nur eine Prellung, die ist halt schmerzhaft! Irgendwie war ich beruhigt, obwohl die Schmerzen in den folgenden Tagen wieder zugenommen haben!km-

Am 18. Mai stand dann die Österreichische Straßenemeisterschaft bevor, ein 72-km-Rennen in Unterdanegg (NÖL), wo ich durch die Schmerzen auch einige Plätze verbockt habe! Auch im Training ist keine Besserung festzustellen, die Schulter schmerzt, beim Hinhalten, beim Bergfahren,´ beim Zeitfahren, eigentlich immer! Also wieder ins Spital, ich kann es einfach nicht glauben, daß das nur eine Prellung sein soll! Aber wieder gibt es nach mehreren Röntgenaufnahmen die selbe Diagnose: Prellung!

Weiter gehts mit den beiden Kriterien in Loretto und Oberwaltersdorf, aber die Schulter ist nicht sehr viel besser geworden. Irgendwie bilde ich mir ein, daß da etwas viel Ärgeres passiert sein muß!

Nachts schmerzt die Schulter beim Schlafen, am Tag beim Training, beim Anziehen sowieso. Wieder vergeht eine Woche, ich weiß nicht mehr, wie ich am Rad sitzen soll, wie ich trainieren soll und ob ich Rennen fahren soll! Und gleiuch amn folgenden Tag, am Dienstag, 27. Mai, der nbächste Zwischenfall: ich fahre meine Trainingsrunde, und gleich nach dem Start, nach etwa 3 km beim Center Ost in Graz, verspüre ich noch einen Schlag auf den Kopf,  ehe sich alles zu drehen beginnt und ich zu Boden krache. Wenig später komme ich wieder zu Bewußtsein, liege am Asphalt, brauche eine geraume Zeit, um wieder klar denken zu können. Was war passiert? Ich erinnere mich nicht, ich zermartete mir das Gehirn, aber komme einfach nicht drauf.

1 = Schulterblatt, das am unteren spitzen Ende gesprungen war

Stur wie ich bin, fahre ich meine eben erst begonnene Trainingsrunde auch zu Ende, kürze sie zwar ab, brauche aber doch gut zweieinhalb Stunden. In der ganzen Zeit ist mir ganz sonderbar zumute. Was war passiert? Ein Pick-up ist von hinten einfach über mich drübergefahren, und ich hatte unglaubliches Glück, daß da nicht viel Schlimmeres passiert ist. Ein alter Mann, zufällig mit der Feldarbeit beschäftigt, hat aus etwa 300 Metern Entfernung verfolgt, wie der Wagen mich niedergemäht hat, erkannt hat er natürlich niemanden. Nur die Farbe des Wagens: rostbraun, aber mit einem Aufbau und dem Möbel-Leiner-Logo.

Nach dem Training heißt es wieder einmal ab ins Spital, dort kenne ich mich schon aus, wieder Röntgen, diesmal gibt es einemn Befund: Gehirnerschütterung, und das linke Schulterblatt ist angebrochen! Das Training in dieser Woche ist eine schmerzhaftre Schinderei, am Wochenende stehen díe beiden Rennen in Schönberg/Kamp und in Langenlois am Programm, und ich leide dort solche Schmerzen, daß ich beinahe glaube, wahnsinnig werden zu müssen.

Nach eineinhalb Monaten, beim Straßenrennen am 22. Juni in Amstetten, bin ich einigermaßen beschwerde- und schmerzfrei! Nach langen
Wochen kann dann – dank der Aussage eines alten Mannes – der Unglückslenker endlich gefunden werden: ein Türke. Hätte ich solange pausiert, wäre die Saison für mich vorbei gewesen. Aber so ist es halt: die Gefahren im Straßenradsport sind immer nur einen Wimpernschlag entfernt und immer präsent, auch wenn man gar nicht daran denkt!

Letztlich war es genau diese Verletzung, die mich schweren Herzens doch dazu bewogen hat, meinen geplanten Start bei der Straßen-Europameisterschaft am 27. Juni in Zd´ar nad Sazavou abzusagen, weil ich auf der schweren Strecke mit den vielen Steigungen und Höhenmetern durch die verletzte Schulter keine Chance gesehen habe, eine halbwegs akzeptable Leistung zu liefern.

 

Sonntag, 22. Juni: Mostland-Straßenrennen in Amstetten, 61,6 km bzw. 44 km

Große Hitze, schwere Strecke, selektives Rennen – lauter Attribute, die mir liegen. Dazu kam auch noch, daß meine Schulterverletzung ziemlich ausgeheilt ist, ich kaum mehr Beschwerden und schon gar keine Schmerzen mehr hatte. Es war ein wichtiges Rennen im Ginnercup, das drittletzte der Serie, und das letzte, das mir vom Streckenprofil her liegen müßte.

Doch wieder ist es anders gekommen. Der Zielanstig war ziemlich selektiv, ich bin da in der 1. Runde schon nur ganz knapp mitgekommen, mußte da an meine Grenzen gehen. In der 2. Runde ereignete sich dann im Flachstück nach Start und Ziel ein Sturz, da sind ein paar Fetzenschädel aneinandergeraten, ein paar sind auf der Straße gelegen, ein paar weitere in der Wiese herumgekurvt, zu denen ich auch gehört habe. Als ich wieder auf der Straße war, habe ich dashalbe Gebüsch hinter mir hergezogen. Und ich brauchte 3 km, bis ich wieder an der Gruppe dran war.

Im Zielanstieg dann abgerissen, konnte aber oben auf der Kuppe wieder aufschließen. Dort habe ich erst das ganze Ausmaß der Sturzschäden gesehen: im Zuge dieses Sturzes ist mir irgendsoein Bloßfüßiger hinten voll auf den Werfer gekracht und hat ihn so verbogen, daß meine Schaltmöglichkeiten sehr limitiert waren, nämlich die Kränze 14 bis 17 waren nur mehr funktionstüchtig. Und mit 39/17 über diesen Hügel, wo ich vorher schon mit 39/20 beinahe abgerissne wäre, das war sehr, sehr hart.

In der dritten Runde dann endgültig abg

Start der Kategorie 6, vorne Rothauer
Nach dem Start, in der Mitte Rothauer, rechts außen Unterguggenberger
Zeitfahrweltmeister Toni Gierer führt und pfeift aus dem letzten Loch, Schlußlicht dieser Gruppe Sigi Rothauer

erissen, da konnte ich auch in oder nach der Abfahrt vor allem wegen des starken Windes nicht mehr aufschließen, nach der 4. Runde habe ich das Handtuch geworfen und bin abgestiegen. Einmal mehr ein großes Lob an meinen Teamkollegen Johann Schweighofer, der vorne mitgefahren ist und Rang 6 in der achtköpfigen Spitze belegt hat. Der Sieg ging einmal mehr an den Ginner-Cup-Führenden Herbert Habacher vor dem Cup-Zweiten, Jens Mateyka.

Ein Gutes hatte dieses Ergebnis für mich aber auch: ich habe jetzt endlich auch ein 0-Punkte-Streichresultat, verliere also keine Punkte mehr. Vor den beidenletzten Rennen in diesem Cup (Ausscheidungsrennen Melk, Kriterium Trumau) sieht die Gesamtwertung also so aus: 1. Habacher 221 Punkte, 2. Mateyka 144, 3. Bartonek 117, 4. Ebermann 107, 5. Nutz 106, 6. Del Pozo 105.

Robert

Wir sind wieder zusammen mit der Kategorie 5 gestartet, und sehr bald schon sind zwie Mann weggefahren, nämlich Schalk und Korpitsch, beide Kategorie 5. Dahinter eine 13köpfige Gruppe, eigentlich das Hauptfeld, in dieser Gruppe waren wir beide, der Rothauer Sigi und ich, dabei. Nach 5 schweren Runden habe ich mich beim Zielsprint diesmal durchsetzen können, vor Sigi, zusammen haben wir der Konkurrenz das Nachsehen gegeben: Hager, Lebersorger, Horak und Gierer geschlagen!

Hans

Sonntag, 15. Juni 2008: Lavanttaler Assetline-Zeitfahrcup, Einzelzeitfahren in Lavamünd, 13 km

Der Tag nach dem Frustrennen. Neues Rennen, neuer Versuch. Diesmal muß es ja doch wohl klappen. Die Strecke: wieder sehr schwer und vom Profil her selektiv, die ersten sechseinhalb Kilometer in Stufen leicht steigend, zur Wende hin ein 900 m langer 5%iger Anstieg. Der war nicht leicht, ich bin im Rennen dann mit 53/19 hochgefahren. Die Rückfahrt war auch nicht leicht, der Wind schräg von vorne, der gravierende Tempounterschied zur ersten Hälfte, all das war nicht leicht, und große Routine war da sicherlich von Vorteil.

Diesmal gab es hier einen 30-Sekunden-Start, und den vor mir gestarteten Teilnehmer habe ich schon naczh 3 km eingeholt. Der war auch am Vortag in Trieben am Start gewesen, aber da ich dort ausgefallen bin, gab es ja keinen Vergleich. Diesmal jedenfalls war er keine Konkurrenz für mich. Und am letzten Kilometer bin ich dann noch sehr schnell an die Krebs Gitti rangekommen, die 1 Minute vor mir ins Rennen gegangen war. Ein paar hundert Meter länger, und ich wäre auch an ihr vorbeigefahren.

Die ersten drei (von links): Robert Bartonek, Horst Kurmann, Wolfgang Forobosko

Aus meiner Sicht war das Zeitfahren ganz gut gelungen, die Konsequenz bei der Rückfahrt vielleicht noch nicht ganz optimal. Ein paar Sekunden, ein paar Meter länger mit der härteren Übersetzung, um einen Wimpernschlag später schalten, das hätte vielleicht ein paar Sekunden gebracht. Vielleicht.

So war am Sieger nicht zu rütteln, am Kärntner Wolfgang Forobosko. Der ist ein ganz Starker, den hätte ich nie und nimmer schlagen können. Mit meiner Zeit von 19:07 Minuten lag ich 36 Sekunden dahinter, aber 45 Sekunden vor dem Dritten, dem Kärntner Horst Kurmann, beide vom ÖAMTC Raiffeisen Althofen. Ein ganz klarer und eindeutiger zweiter Platz also.

Robert

Samstag, 14. Juni: Österreichische Zeitfahr-Meisterschaft in Trieben, 24 km

Die Strecke war sicherlich nicht leicht, mit dem schweren Anstieg auf den Schoberpaß ein sehr selektives Zeitfahren. Auch das Drumherum war professionell aufgezogen. Eine überdimensionale Startrampe, dort oben bin ich mir vorgekommen wie ein Turmspringer am 10-m-Turm. Eine mitlaufende Digitaluhr war Information für alle Zuschauer, ganz Trieben war für jeglichen Verkehr gesperrt, das ist eine absolute Seltenheit im österreichischen Radsport.

Durch die vielen Starter (Master- und Nachwuchsklassen) hatte der Veranstalter einen 30-Sekunden-Start ausgeschrieben, das wurde aber im letzten Moment vom ÖRV über den Haufen geworfen: laut Statuten sind bei Österreichischen Meisterschaften zwingend 1-Minuten-Starts vorgeschrieben! Als Veranstalter sollte man halt die Statuten kennen! Fazit: ich bin erst um 18 Uhr gestartet, relativ spät also, aber da das Wetter gepaßt hat, soll das keine Kritik sein.

Ich war der einzige Vertreter unseres Vereins, nach einer Stunde Aufwärmen bin ich dann ins Rennen gegangen. Willi Czenek, der 1 Minute vor mir hätte starten sollen, war nicht da, mein Vordermann war also Otto Schebath, 2 Minuten Startvorsprung. Erstmals mit dem neuen Zeitfahrrad unterwegs, bin ich mit gemischten Gefühlen, übervorsichtig, von der riesigen Rampe runtergefallen, danach aus dem Sattel, beschleunigt, aerodynamische Haltung, langsam, Tritt für Tritt, die Haltung optimiert, dannwar ich aber schon aus Trieben draußen.

Und schon ist die Straße angestiegen,. Ganz leicht nur, kaum merklich, aber es ging bergauf. Ich habe das am Rhythmus gemerkt, ich mußte ziemlich hinhalten, und bin doch nur 42 bis 43 km/h gefahren. Dann, nach 3 km und nicht mal 5 Minuten Fahrtzeit, plötzlich ein zischender Knall und ich bin auch schon aufder Felge dahingerumpelt. Scheiße! Das war da eine Passage, nach dem Wald, wo die ganze Fahrbahn von schräg und längs über die  Asphaltdecke laufenden Ritzen und Rissen durchzogen war. Mehr oder weniger breit und tief, aber in allen Fällen mit messerscharfen Kanten. Und an einer eben dieser Kanten ist der Schlauchreifen meines Vorderrades verendet.

Im ersten Moment voller Frust, der Druck war weg, die Motivation noch da, deshalb habe ich zunächst mal auf alles und jeden geschimpft, auf alle Unschuldigen halt. Dann ist auch schon der Stocker Hans vorbeigekommen, ich hab noch schnell den Zeitabstand genommen, dann bin ich langsam zurückgefahren. Nach 3 km war er gerade mal 5 Sekunden schneller als ich. Ein gutes Zeichen? Er ist ein sehr guter Zeitfahrer, belegte am  Ende den 5. Rang. Wahrscheinlich aber sind 3 km eine zu kurze Distanz, um da irgendeine handfeste Aussage zu treffen. Tatsache: eine Leermeldung, kein Ergebnis, aber dazu noch einen kaputten Reifen!

Robert

Österreichische Kriteriums-Meisterschaft in Stattersdorf, Letzter Bewerb zur NÖ-Master-Tour

8. Juni 2008: Österreichische Kriteriums-Meisterschaft in Stattersdorf, Letzter Bewerb zur NÖ-Master-Tour

Hans Unterguggenberger (links) Zweiter hinter Anton Gierer (Mitte) beim Zeitfahren 2007 in Ybbs

Wieder einmal wurden Fahrer des RC UNION Unterguggenberger Wörgl vom Renngericht benachteiligt. So geschehen bei der NÖ-Master-Tour bei ALLEN DREI Bewerben, nämlich beim Bergzeitfahren in Schönberg/Kamp, dem Kamptaler Straßenrennen in Langenlois und der Österreichischen Kriteriums-Meisterschaft in Stattegg – unglaublich, aber leider wahr!

Beim Bergzeitfahren wurde Hans Unterguggenberger (Kategorie Master 6) eine um 20 Sekunden langsamere Fahrtzeit angedichtet! Das blieb noch ohne Folgen, denn dadurch verlor er keinen Platz und daher auch keine Punkte (Ginner-Cup und NÖ-Master-Tour).

Beim Straßenrennen in Langenlois sah die Sache dann schon anders aus. Über Solosieger Sigi Rothauer gab es nichts zu deuten, aber in der Verfolgergruppe dahinter belegte Hans Unterguggenberger hinter Ziering den zweiten Platz, schien im Endergebnis auf der offiziellen Ergebnisliste nur als Siebenter auf! Da waren alle vor ihm klassiert, die tatsächlich bis zu 20 Sekunden hinter ihm das Ziel erreicht hatten! Um nicht als Phantast dazustellen: es gibt ein Foto, das ihn wenige Zentimeter vor dem Zielstrich zeigt, die Konkurrenz klar abgeschlagen. Der Kommentar des Zielrichters angesichts dieses Fotos: Da kann man jetzt leider nichts mehr machen! Verloren waren die Punkte im Ginner-Cup und in der NÖ-Master-Tour!

Und zum Drüberstreuen noch die Kriteriumsmeisterschaft in Stattersdorf: Hans Unterguggenberger und Norbert Hager waren mit jeweils 4 Punkten gleichauf, die letzte Wertung mußte also entscheiden, und da hatte Hans ganz klar die Nase vorn. Auf der Ergebnisliste schien dann Hager als Zweiter auf, Unterguggenberger als Dritter! Also wieder: ganz klar die

Silbermedaille gestohlen! Soll man diese Fülle an Benachteiligungen noch als Zufälle abtun??? Soll man

an den Weihnachtsmann glauben?????

 

 

 

Sonntag, 8. Juni 2008: Österreichische Kriteriums-Meisterschaft in Stattersdorf, David-Gaupmann-Gedenkrennen, 3. Rennen zur NÖ-Master-Tour, 20 km bzw. 14,6 km

Genau mit dem Startschuß hat es zu regnen begonnen! Meine Kategorien 3/4 sind halt dohc irgedwie vom Pech verfolgt. Sofort war die Straße naß, seifig schmierig rutschig, es war sehr gefährich zu fahren, eine Rutschpartie in den Kurven halt. Dementsprechend vorsichtig sind alle gefahren, aber als Brillenträger doppelt gehandikapt, war ich sehr schnell am Ende der Gruppe, wo ich mich auch nur mit allergrößter Mühe halten konnte. Und immer wieder ging vor mir ein Loch auf, in den Kurven, das ich dann auf den Geraden erst wieder zufahren mußte.

Erste Kurve nach dem Start, Schweighofer wird von Ebermann (vorne) und Groß (dahinter) in die Zange genommen, gefolgt von Wulz und Czenek

Solcherart in die Defensive gedrängt, habe ich mit dem Mut der Verzweiflung versucht, mein Heil in der Flucht zu suchen. Als Nichtsprinter ist das bei einem Kriterium meine einzige Chance, zu Punkten zu kommen. Alleine oder in einer ganz kleinen Gruppe. Zunächst war ich mit Engelbert Gaubitzer weg, aber das hat nicht mal eine halbe Runde gedauert, dann war das Feld wieder da. Angeführt von seinem Bruder Fritz. Wer kann das auch schon ahnen???

Nächster Versuch dann ein paar Runden später mit dem ausgezeichneten Zeitfahrer Erich del Pozo. Das hat schon sehr viel besser hingehauen, der ist gefahren wie eine Maschine, ich brauchte nur das Hinterrad halten. Eineinhalb Runden lang, dann war auch diese Flucht leider zu Ende. Und blöderweise waren beide Attacken immer so zwischen zwei Wertungsrunden, daß ich erst wieder leer ausgegangen bin. Einfach zu dumm. Es gibt aber auch Tage, an denen überhaupt nichts klappt, sondern einfach alles schiefgeht. Dazu kommt noch, daß mein angebrochenes Schulterblatt nach wie vor schmerzte, vor allem beim Antreten nach den Kurven.

Der Regen wurde immer stärker, die Fahrbahn immer rutschiger. Einige Stürze zeugen davon, den Groß Rudi hat es gleich zweimal erwischt, beide Male im Finale, und auch mein Teamkollege Johann Schweighofer hat den Boden geküßt. Der ist aber ein wirklich tolles Rennen gefahren, das muß ich neidlos anerkennen, immer vorne in der Spitze dabei, immer aufmerksam und konzentriert, und auch bei den Wertungsrunden ganz vorne plaziert. Am Ende war das der sensationelle zweite Platz und die Silbermedaille – wirklich ein tolles Rennen gefahren, bravo!!!

Zielkurve, in dre Mitte Schalk (gezeichnet), dahinter Gierer, Rothauer, Unterguggenberger

Ich bin in den letzten paar Runden dann hinter dme Feld gefahren, zuletzt schon an die 100 Meter dahinter, den Abstand konnte ich alleine ganz gut halten, und sicherer war es allemal als im Feld. Da ich sowieso keine Punkte hatte und auch keine Chance, in den beiden letzten Wertungen welche zu ergattern, war das auch schon egal. Am Ende blieb mir halt nur der 8. Platz, nicht schlecht für eine Meisterschaft, aber etwas mehr hatte ich mir halt doch erwartet.

Robert

Mit dem Sigi Rothauer und mir hatten wir in der Klasse 6 gleich 2 Favoriten, auf die die Konkurrenz erst mal aufpassen mußte Zusammen mit der Kategorie 5 gestartet, hatten wi Älteren es naturgemäß schwerer, zu Punkten zu kommen. Das heißt, jede Gelegenheit wahrnehmen, clever genug fahren, um die wenigen Chancen zu nutzen. Und dem Sigi ist das perfekt gelungen. Immer im Bilde über den Rennverlauf, hat er sich den Sieg mehr als verdient. Er war wirklich der Stärkste und Cleverste in diesem Kriterium, sein Sieg war wirklich hochverdient.

Vor der Schlußwertung bin ich zusammen mit dem Hager Norbert mit 4 Punkten gelegen. Laut Statuten entscheidet bei Punktegleichheit die letzte Wertung, und da war ich ganz klar vor ihm. Nach meinem Dafürhalten war das der zweite Platz gewesen, also ein Doppelsieg. Umso erstaunter war ich dann, als ich auf der ofiziellen Ergebnisliste Hager an der 2. Stelle und mich als Dritten gesehen habe. Wieder eine Benachteiligung, eine ganz klare, aber das paßt ja schon dazu wie die Faust aufs Auge. Das hat Methode, das kann man doch nicht leugnen.

Hans

Preisverteilung Österr. Kriteriumsmeisterschaft, Podest (von links): Hager, Rothauer, Unterguggenbergber – Sigi Rothauer sieht nach, ob seine Schuhbänder auch zu sind, ach ja, heute hab´ich ja mal wieder die Sandalen an!

Sonntag, 1. Juni 2008: Kremstaler Straßenrennen in Langenlois, 73 km bzw. 50 km, 2. Rennen zur NÖ-Master-Tour

Gleich zu Beginn des Rennens der Anstieg auf den Schiltener Berg, 2,6 km lang, dann hügelig weiter bis zum zweiten Anstieg, ungefähr einen Kilometer lang und steiler (ca 8-9 %), eine lange flache Abfahrt folgt zum Abschluß. Drei Runden, viermal den Anstieg zum Schiltener Berg rauf. Meine Schulterschmerzen sind ziemlich groß, es ist sehr heiß, ungewöhnlich heiß, und ich muß gleich am ersten Anstieg etwa 200 Meter vor der Kuppe abreißen lassen.

Bin völlig außer Atem, vor mir kommen alle wieder zu einer Gruppe zusammen, ich bin fast rangekommen, dann aber am zweiten Anstieg wieder zurückgefallen. Danach ist Stocker Hans von hinten gekommen, zu zweit haben wir es dann geschafft, in Langenlois am Ende der ersten Runde in die Spitzengruppe reinzufahren. Er ist gleich wieder abgerissen, ich konnte mich aber beim zweiten Anstieg behaupten. Auch der zweite Berg war diesmal kein Hindernis, ich habe die Zähne zusammengebissen.

Oben auf der Kuppe greift Habacher an, fährt weg, und wenig später setzt Matejka nach. Ich erkenne den Augenblick und auch, daß niemand sonst reagiert, ich spüre, daß das der entscheidende Moment ist. Ich fahre nach und hole zuerst Matejka ein, zusammen stellen wir Habacher am Beginn der zweiten Steigung.  Drei Mann Spitze, aber nur ganz kurz, denn bei diesem Anstieg falle ich auch wieder zurück. Oben auf der Kuppe sind die Verfolger da. Matejka und Habacher bleiben vorne, sie holen dann nach 3 Runden die ersten beiden Plätze.

Herbert Habacher führt die Gruppe bei der Zieldurchfahrt am Schiltener Berg an, daneben sein Klubkollege Gerhart Schäbinger, daneben Stephan Haider, ich bin hinter Schäbinger

Erst in der dritten und letzten Runde bin ich dann am langen Anstieg zurückgefallen, diesmal aber so früh, etwa 500 Meter vor der Kuppe, daß ich nicht mehr aufschließen konnte. Bis zum zweiten Berg wäre ich beinahe wieder drangewesen, aber ich war zu kurz. Dann die lange Abfahrt, ich war fix und fertig, bin nur runtergerollt und rein nach Langenlois. Beim vierten und letzten Anstieg auf den Schiltener ist dann hinter mir schon die Verfolgergruppe herangefahren, allen voran Stocker Hans. Ich habe mich nach Leibeskräften gewehrt und bin wirklich knapp vorne geblieben. Das war der 7. Platz.

Robert

Mein Teamkollege Sigi Rothauer ist sehr bald schon in der ersten Gruppe mitgefahren und war damit der alleine Führende der Klasse 6, ich habe natürlich versucht, den Abstand größer werden zu lassen, indem ich die Verfolger gebremst habe. Der Zielanstieg, der schwerste Anstieg der Runde, war natürlich in der Hitze schon eine ziemliche Selektion, und als es zum dritten Mal hier raufging, zum Ziel hinauf, habe ich alles getan, um ganz vorne zu sein. Hinter Ziering bin ich als Zweiter über die Ziellinie, also hinter Rothauer und Ziering Dritter gewesen. Umso überraschter war ich, als ich dann auf der Ergebnisliste nur als Siebenter geführt wurde.

Sigi Rothauer nach der ersten Runde in Langenlois

Die nicht korrekte Fahrtzeit gestern beim Bergzeitfahren also war anscheinend nur der Auftakt, eine solche Benachteiligung kann ja kein Zufall sein. Da waren Fahrer vor mir klassiert, die weit hinter mir ins Ziel gekommen sind. Woran das wohl liegen mag? Es geht mir dabei nicht nur um die entgangenen Preise, um den verlorenen Podestplatz, es geht ja auch um den Ginner-Cup, wo ich dadurch wertvolle Punkte verloren habe, und vor allem aber um die NÖ-Master-Tour, wo ich dadurch ganz entscheidend verloren habe. Das ist doch zu dumm, da waren Zeschko, Horak, Gierer und Hager vor mir klassiert, die aber teilweise ganz klar und deutlich hinter mir ins Ziel hochgekommen sind.

Um nicht als Nörgler und Querulant zu gelten, habe ich sogar ein Foto aufgetrieben, das mich wenige Zentimeter vor dem Zielstrich zeigt, klar vor der Konkurrenz, die teilweise weit und deutlich abgeschlagen hinter mir ist. Nur Ziering, der vor mir fährt, ist auf der Seite als Schatten zu erkennen. Da hätten die anderen schon über mich drüberhüpfen müssen, um noch vor mir im Ziel zu sein. Ist natürlich dumm, denn die Punkte fehlen mir jetzt – sowohl im Ginner-Cup als auch in dre NÖ-Master-Tour. Ich will ja nicht unbedingt einen Vorsatz annehmen, ich will einfach mal glauben, daß es sich schlicht um Unfähigkeit und Überforderung handelt. Aber auf diese Art vergrault man die paar Rennfahrer auch noch, die (noch) regelmäßig an den Bewerben teilnehmen. Anscheinend gibt es doch so viele davon. Naja.

Hans

Zielsprint der Verfolger (von links): Horak, Unterguggenberger, Horak, Gierer, Zeschko, Ziering

Hier kann sich jeder selbst ein Bild machen, der Zielstrich ist klar zu erkennen – laut Ergebnisliste waren ALLE auf diesem Foto erkennbaren Fahrer VOR dem Hans klassiert!!!