Donnerstag, 22. Mai 2008: Schwechater Radmarathon, 123 km

Wegen meiner Schulterverletzung mußte ich schweren Herzens auf die Tirol-Rundfahrt verzichten. Die hätte ich bitter nötig gehabt, schnelle, schwere Kilometer gegen Weltklassebesetzung, jetzt muß ich halt schauen, dieses Manko so gut wie möglich zu kompensieren. Eine ganz gute Alternative ist dazu sicherlich der heutige Schwechater Marathon über 123 km. Größtenteils flaches Gelände, einzig die zwei Anstiege Kaisersteinbruch und Kaisereiche im Leithagebirge werden die Selektion herbeiführen, aber da gibt es ja auch noch einen stürmischen Wind. Und der zerzaust das Feld ganz gewaltig.

Von den etwa 370 Startern überleben nur etwa 40 die ersten Minuten. Ich war auch am Start zu weit hinten, mußte die ersten 10 Minuten mit knapp 60 km/h der Spitze hinterherjagen, und als ich sie erreicht habe, war die Gruppe nur mehr knapp 40 Mann stark. Mit gut 55 bis 60 Sachen sind wir Richtung Kaisersteinbruch gejagt, bei jeder autobahnüberfahrt gab es heikle Situationen, nicht aus dem Windschatten zu fallen. Und natürlich war ich von der Aufholjagd auch etwas außer Atem.

Nach gerade mal gut 18 Minuten war das Rennen für mich aber auch schon wieder zu Ende. Im Getümmel einer Windkante ist mir irgendeiner hinten rechts auf den hinteren Werfer geknallt, der Karbon-Käfig des Campagnolo-Record-Werfers ist gebrochen, hat sich in die Speichen gedrückt, dort zwei Mavic-Ksyrium-Speichen abgesäbelt, damit konnte ich nicht mehr schalten und hatte zudem einen Achter, der unglaublich am Rahmen und an den Bremsgummis geschliffen hat. Einzige Möglichkeit: kleine Scheibe, umdrehen und langsam zurückfahren. Schade um dieses Ende, denn ich hatte mit ganz gut gefühlt und habe nachher am Ergebnis auch gesehen, daß ich wahrscheinlich sogar einen zweiten, sicher aber einen dritten Platz in meiner Altersklasse herausgefahren hätte.

Doppeltes Pech, zum Materialschaden der verpaßte Podiumsplatz und das verpaßte Training unter Wettkampfbedingungen, nicht gerade ein vollwertiger Ersatz für die Tirol-Rundfahrt. Wahrscheinlich muß ich wohl froh sein, wieder ein paar Tage zur Heilung meiner angebrochenen Schulter verwenden zu können.

Robert

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