Monatsarchive: Mai 2008

Samstag, 31. Mai 2008: Bergzeitfahren Schönberg/Kamp – Manhartsberg, 5,5 km, 1. Rennen zur NÖ-Master-Tour

Der starke Rückenwind hat mich bewogen, bei der Übersetzung ein Risiko einzugehen: ich habe mich entschlossen, den gesamten Anstieg mit dem großen Blatt zu fahren! 53/21,22 und 23, und es ist auch ganz gut gegangen. Die drei vor mir gestarteten RC-Schnecke-Fahrer habe ich alle eingeholt, bin meinerseits aber von Ewald Ebner eingeholt worden. Den konnte ich dann auch bis zur Kuppe etwa 2 km vor dem Ziel halten, ab dort ist der Wind schräg von vorne gekommen, und ich habe zu spät reagiert, bin zu lange zu hart gefahren. Selber schuld!

Also habe ich auf den letzten 2 km wieder eine halbe Minute verloren auf ihn, gesamt also eine knappe Minute. Machte Platz 11, mit der Zeit war ich zufrieden, 14:59, aber in dem Sekundenroulette war auch etwas Pech dabei: nur 10 Sekunden schneller und ich wäre drei Ränge weiter vorne gelandet! Jens Mateyka (RC Schnecke Wien) gewinnt, ich habe 1:38 Minuten Rückstand. Nicht viel für 5,5 km, aber ich hatte mir doch etwas mehr erwartet.

Robert

 

Die Berge sind ja nicht gerade mein Metier, ich habe mich bemüht, mich gequält und geschunden, aber das war nicht mein Tag. Der Gierer Toni hat mich eingeholt, ja, leider, und nach 15:48 war ich im Ziel, die offizielle Fahrtzeit laut Rennleitung war dann aber 16:07 Minuten. Eigentlich eine Frechheit, genau 20 Sekunden wurden mir da gestohlen! Auf das Ergebnis hatte das Gottseidank keinen Einfluß, aber ärgerlich war es doch. Rudi Horak hat in genau 15 Minuten gewonnen, ich lag also 1:07 zurück.

Hans

Ergebnisse Mai 2008

1. Mai 2008: Kriterium in Ebreichsdorf, 29,4 km

4. Robert Bartonek (Master III)

Johann Schweighofer (Master III) disqualifiziert, Hans Unterguggenberger (Master VI) gestürzt und disqualifiziert

 

3. Mai 2008: Straßenrennen in Tisina (SLO), 80 km

2. Robert Bartonek (Master 1-6)

 

4. Mai 2008: Karawanken-Radmarathon in Kirschentheuer, 141 km

3. Robert Bartonek (Senioren 2)

 

10. Mai 2008: Straßenrennen Gran Premio di Comercio in Novo Mesto (SLO), 93 km

10. Robert Bartonek (Master 40+)

 

10. Mai 2008: Kriterium in Marchtrenk, 30 km

4. Johann Schweighofer (Master 3)

 

11. Mai 2008: Einzelzeitfahren in Wiesen, 13,3 km

1. Hans Unterguggenberger (Master 6)

4. Robert Bartonek (Master 3)

 

12. Mai 2008: Zweiländer-Straßenrennen Krajnska Gora/Planica (SLO/ITA),

8. Robert Bartonek (Master 3)

 

18. Mai 2008: Österreichische Straßen-Staatsmeisterschaft in Unterdanegg, 72 bzw. 60 km

2. Siegfried Rothauer (Master 6)

3. Hans Unterguggenberger (Master 6)

5. Johann Schweighofer (Master 3)

15. Robert Bartonek (Master 3)

 

22. Mai 2008: Brauerei-Schwechater Radmarathon in Schwechat, 123 km

Robert Bartonek mit Defekt ausgeschieden

 

24. Mai 2008: Kriterum in Loretto, 17 km

4. Hans Unterguggenberger (Master 6)

5. Robert Bartonek (Master 3)

 

25. Mai 2008: Kriterium in Obergrafendorf, 18 bzw. 12 km

3. Hans Unterguggenberger (Master 6)

4. Robert Bartonek (Master 3)

 

25. Mai 2008: Mondsee-5-Seen-Marathon in Mondsee, 80 km

1. Johann Schweighofer (Kat. 50+)

 

31. Mai 2008: NÖ-Masters-Tour, Stoamandl-Bergsprint, Bergzeitfahren Schönberg/Kamp – Manhartsberg, 5,5 km

3. Hans Unterguggenberger (Master 6)

11. Robert Bartonek (Master 3)

Sonntag, 25. Mai 2008: Mondsee-5-Seen-Radmarathon in Mondsee, 80 km

Tour C klein

Herzliche Gratulation an Johann Schweighofer!! Er geweann beim Mondsee-Marathon die 80-km-Strecke! Insgesamt 49 Mann stark war die Kopfgruppe, die nach 1:51:24 Stunden das Ziel erreichte. Als stärkster Sprinter erwies sich Florian Richard (Micheldorf), auf Rang 7 plazierte sich Johann Schweighofer, der damit die Klasser 50+ gewann. Dahinter plazierten sich Gerhard Franz (Naturfreunde Sierning) und Christian Redtenbacher (GRV Windischgarstren), die die Räünge 27 und 40 belegten.

Johann Schweighofer gewinnt den Mondsee-Marathon

Sonntag, 25. Mai 2008: Kriterium in Oberwaltersdorf, 18 bzw. 12 km

Vorletzte Kurve des Rundkurses

Zweites Kriterium, diesmal in Oberwaltersdorf, diesmal ein flacher, rechtwinkliger Kurs, vier Kurven, zwei lange Geraden, die beiden letzten Kurven folgen unmittelbar aufeinander, aus der Zielkurve heraus wird angetreten, und genau das ist mein Problem, denn ich fahre schon mit Rückstand in diese Kurve rein. Und dann am Lenker ziehen sind ziemlich starke Schmerzen in meiner verletzten linken Schulter.

Dazu kommt, daß der Veranstalter im allerletzten Moment entscheidet, daß zu wenige Master-3-Fahrer am Start stehen und deshalb mit den Klassen 1 und 2 gemeinsam starten müssen, und nicht wie vorgesehen mit der Klasse 4. Nur zufällig stehe ich gerade in der Nähe an der Absperrung und kann mich somit im letzten Moment gerade noch an die Startlinie stellen, natürlich nicht optimal aufgewärmt.

Zielkurve

Und das wiederum verlangt mir in der Startphase so viel Substanz ab, daß ich mich davon bis zum Schluß nicht mehr erhole. Ich werde ein paarmal abgehängt, muß mich immer wieder herankämpfen, manchmal hatte ich schon die Hoffnung aufgegeben, bin ein paar hundert Meter nachgefahren, so habe ich mich immer wieder herangekämpft. In keiner Wertung war ich dabei, ich hatte alle Hände voll zu tun, überhaupt den Anschluß zu halten. Gottseidank waren die Master-3-Fahrer nicht in der Lage, Punkte in den Wertungen zu holen, einzig Habacher und Nutz waren die Glücklichen, ab Platz 3 war damit das Rennen bis zur Schlußrunde offen. Und ich war somit bis zur letzten Runde noch im Kreis der potentiellen Kandidaten für einen Stockerlplatz. Leider bin ich da nur hinten nachgefahren und dann mit den Letzten über die Ziellinie. Das Ergebnis: Platz 4, eigentlich viel besser als erwartet. Aber doch wieder etwas Frust dabei, denn wenn ich aufgewärmt gewesen wäre, dann wäre vielleicht ein 3. Platz im Bereich des Möglichen gewesen. Naja, Schwamm drüber.

Zielgerade

In der Gesamtwertung des Ginner-Cups bin ich jetzt nach 5 von 11 Rennen an die dritte Stelle vorgerückt. Hinter Habacher (114 Punkte) und Nutz (89) bin ich mit 75 Punkten erstmals am Podium vertreten. In der Gesamtwertung bleiben aber die beiden hinter mir Plazierten, Mateyka (68) und Ebermann (52) die härtesten Rivalen.

Robert

Der heutige Kurs kommt mir viel besser entgegen als der gestrige, daher möchte ich heute die gestrige Scharte auswetzen. Nur der Sieg zählt. Aber mein Handikap: die Master 4-Fahrer sind dabei, und die bestimmen zusammen mit der Klasse 5 das Renngeschehen. Mit Josef Schalk setzt sich auch eine 4-Mann-Gruppe dieser beiden Kategorien ab, und die fahren das beinahe gesamte Rennen von vorne und teilen sich natürlich alle 4 Punkteränge auf.

Nachdem sich die Verfolgergruppe wieder etwas organisiert hat, gelingt es mir, mich alleine abzusetzen und der Spitze nachzufahren. Wenn mir das gelänge, dann wäre das – weil ja alle Master-6-Fahrer keine Punkte haben – gleichbedeutend mit dem Sieg. Ein paar Runden lang kämpfe ich um den Anschluß, aber am Ende ist das Verfolgerfeld wieder heran. In den allerletzten Runden wird dann zwar die Spitze auch noch eingeholt, aber die ganz große Chance ist vertan und vorbei.

Aufholjagd auf die Spitzengruppe

Im Sprint der letzten Runde kann ich mich dann auf den 3. Platz schieben, naja, eigentlich war ich ganz heiß auf den Sieg und hatte nur den vor Augen.

Hans

Siegerehrung Master 6: Norbert Hager gewinnt, Hans Unterguggenberger Dritter

Samstag, 24. Mai 2008: Kriterium in Loretto, 17 km

Als Ersatz für die abgesagte Tirol-Rundfahrt (schweren Herzens) habe ich jetzt ein neues Ziel gefunden, nämlich den Ginner-Cup. In der Gesamtwertung sind da 11 Rennen zu fahren, leider meist Kriterien, die mir halt so überhaupt nicht liegen. Aber gerade deswegen wäre es ja eine tolle Leistung, da am Stockerl zu stehen. Ja, ich möchte am Ende unter den ersten drei stehen.

Zwei Rennen zum Ginner-Cup stehen am Wochenende jetzt am Programm, zwei Kriterien, den Anfang macht das Rennen in Loretto. Auf einem recht seltsamen Kurs, eigentlich keine richtigen Kurven, mehr ein Oval, die Gerade zur Zielkurve führt bergauf, pro Runde sind 6 Höhenmeter zu überwinden, macht insgesamt 120 Höhenmeter. Ich starte zusammen mit den Master-4-Fahrern. Trotzdem ich gut aufgewärmt bin, habe ich ziemliche Anfangsschwierigkeiten.

Hier versuche ich wieder gerade mal, wegzufahren, aber im Feld sind sie wachsam und setzen gleich nach.

Gleich nach dem Start fährt Erich del Pozo (ARBÖ Kollar Cycling Stattersdorf) weg, danach schließt sein Teamkollege Herbert Habacher, der neue Straßenmeister, zu ihm auf. Auch Rudolf Hansl setzt nach, erreicht die beiden aber nicht ganz und fällt dann wieder ins Verfolgerfeld zurück. Während die beiden Klubkollegen ein einsames Paarzeitfahren an der Spitze abliefern, wird dahinter um die Punkte gesprintet. Erst in der zweiten Hälfte habe ich mich so weit gefangen, daß ich mich an den Rhythmus gewöhnt habe.

Ein paar mal versuche ich dann, mich alleine abzusetzen. Da nie jemand mitfährt, muß ich es alleine versuchen. In der Abfahrt, damit ich schon mit einem kleinen Vorsprung in den Anstieg komme. Wenn ich da vorne fahre, fühle ich mich in den Kurven besser, kann die bessere Linie fahren, sonst muß ich immer bremsen. Aber es hilft nichts, das Feld kommt immer wieder heran.

Erst in der letzten Runde gelingt es, ich komme weg, bleibe auch bis zum Zielstrich vorne, erst auf den letzten Zentimetern kommt noch Gössler (Drahteisel Voitsberg) vorbei, dadurch bleibt mir nur der 4. Platz, also 1 Punkt. Aber dieses eine Punkt rettet mir den 5. Platz. Hätte ich den 3. Platz (hinter den beiden Spitzenreitern, die in den letzten Runden das Feld noch überrunden) gehalten, wäre ich Vierter geworden. Knappe Entscheidung also, und ein paar Zentimeter haben mir da leider gefehlt.

Robert

Leider habe ich diesmal die Master-5-Fahrer auch dabei, und die sind mir einfach viel zu stark, die bestimmen das Renngeschehen. Die Master-6-Fahrer können in den Wertungssprints keine Punkte holen, daher entscheidet die letzte Wertung über den Ausgang meiner Kategorie. Schon zuvor gab es einige Situationen, wo ich Löcher zufahren mußte, immer wieder einen Rückstand ausgleichen und an die Spitze heranfahren mußte. Die letzte Wertung aber gelingt mir nicht, geht völlig daneben, einige Fahrer sprinten mich ab und mir bleibt somit nur der 4. Rang. Frust und Enttäuschung überwiegen, ich hatte mir wirklich sehr viel mehr vorgestellt.

Hans

Donnerstag, 22. Mai 2008: Schwechater Radmarathon, 123 km

Wegen meiner Schulterverletzung mußte ich schweren Herzens auf die Tirol-Rundfahrt verzichten. Die hätte ich bitter nötig gehabt, schnelle, schwere Kilometer gegen Weltklassebesetzung, jetzt muß ich halt schauen, dieses Manko so gut wie möglich zu kompensieren. Eine ganz gute Alternative ist dazu sicherlich der heutige Schwechater Marathon über 123 km. Größtenteils flaches Gelände, einzig die zwei Anstiege Kaisersteinbruch und Kaisereiche im Leithagebirge werden die Selektion herbeiführen, aber da gibt es ja auch noch einen stürmischen Wind. Und der zerzaust das Feld ganz gewaltig.

Von den etwa 370 Startern überleben nur etwa 40 die ersten Minuten. Ich war auch am Start zu weit hinten, mußte die ersten 10 Minuten mit knapp 60 km/h der Spitze hinterherjagen, und als ich sie erreicht habe, war die Gruppe nur mehr knapp 40 Mann stark. Mit gut 55 bis 60 Sachen sind wir Richtung Kaisersteinbruch gejagt, bei jeder autobahnüberfahrt gab es heikle Situationen, nicht aus dem Windschatten zu fallen. Und natürlich war ich von der Aufholjagd auch etwas außer Atem.

Nach gerade mal gut 18 Minuten war das Rennen für mich aber auch schon wieder zu Ende. Im Getümmel einer Windkante ist mir irgendeiner hinten rechts auf den hinteren Werfer geknallt, der Karbon-Käfig des Campagnolo-Record-Werfers ist gebrochen, hat sich in die Speichen gedrückt, dort zwei Mavic-Ksyrium-Speichen abgesäbelt, damit konnte ich nicht mehr schalten und hatte zudem einen Achter, der unglaublich am Rahmen und an den Bremsgummis geschliffen hat. Einzige Möglichkeit: kleine Scheibe, umdrehen und langsam zurückfahren. Schade um dieses Ende, denn ich hatte mit ganz gut gefühlt und habe nachher am Ergebnis auch gesehen, daß ich wahrscheinlich sogar einen zweiten, sicher aber einen dritten Platz in meiner Altersklasse herausgefahren hätte.

Doppeltes Pech, zum Materialschaden der verpaßte Podiumsplatz und das verpaßte Training unter Wettkampfbedingungen, nicht gerade ein vollwertiger Ersatz für die Tirol-Rundfahrt. Wahrscheinlich muß ich wohl froh sein, wieder ein paar Tage zur Heilung meiner angebrochenen Schulter verwenden zu können.

Robert

Österreichische Straßenstaatsmeisterschaft in Unterdanegg

18. Mai 2008: Österreichische Straßenstaatsmeisterschaft in Unterdanegg

Die erste Straßenmeisterschaft dieser Saison, auf einem sehr schweren 6-km-Rundkurs in Unterdanegg abgehalten, sollte so etwas wie ein erster Saisonhöhepunkt werden. Obwohl ungewöhnlich früh in der Saison (Mitte Mai gab´s ja wohl noch nie eine Österreichische Meisterschaft), waren die Fahrer des RC UNION Unterguggenberger Wörgl bestens vorbereitet und motiviert. Die beiden aussichtsreichsten Fahrer, Hans Unterguggenberger und Siegfried Rothauer in der Masterklasse 6, hatten den Nachteil, in dieser Saison noch kein Straßenrennen gefahren zu sein.

Der Veranstalter schickte in jedem Rennen zwei Kategorien ins Rennen, die zwar zusammen den Wettbewerb abwickelten, aber am Ende getrennt gewertet wurden. In dieser Rubrik geht es nicht um den Rennbericht, den könnt ihr an anderer Stelle lesen. Hier soll es darum gehen, aufzuzeigen, mit welch finsteren und unsportlichen Machenschaften der Österreichische Meistertitel in dieser Masterklasse 6 vergeben wurde.

Die Spitzengruppe des Rennens, die sich abgesetzt hatte, bestand aus den Favoriten Josef Schalk, Herbert Sedlak und Dieter Schwarzmüller, alle Klasse 5. Mit dabei war aber auch der Kärntner Franz Tarmann (Althofen), der sich, von allen unbemerkt, in diese Gruppe gesellt hatte. Und weil es eben für viele Fahrer das erste Straßenrennen der Saison war, mußte man sich auch erst mit der neuen Kategorieneinteilung vertraut machen: wer fährt noch in meiner Klasse, wer ist schon altersbedingt aufgestiegen, wer ist aus einer jüngeren Klasse dazugekommen? Kurz vor dem Start habe ich mich selbst noch mit Tarmann unterhalten, und auch die beiden Master-6-Fahrer, und alle haben sie ihn gefragt, in welcher Klasse er denn starte, und allen hat er ganz deutlich und überzeugend geantwortet: Master 5. Und daher hat natürlich auch niemand reagiert, als der Kärntner mit den anderen Master-5-Fahrern weggefahren ist.

Groß war die Überraschung dann im Ziel, als Franz Tarmann als neuer Straßenmeister der Klasse 6 angekündigt wurde. Was soll man also davon halten? Das ist ganz einfach: man kann getrost davon ausgehen, daß der Fahrer selbst wohl am besten weiß, in welcher Kategorie er antritt. Eine bewußte Lüge also, um die eigenen Chancen zu heben?? Und nachher im Ziel dann vielleicht eine Entschuldigung: Tut mir leid, ich bin während des Rennens draufgekommen, ich bin doch in der Klasse 6??? Wurde der Meistertitel also mit einer Lüge ergaunert? Da mag sich jeder wohl selbst sein Urteil bilden. Man kann gespannt sein, wieviele Rennen dieser neue Straßenmeister in diesem Jahr noch gewinnt, vor allem dann, wenn die beiden am Start stehen, denen er keck und frech ins Gesicht gelogen hat, ohne rot zu werden. Das ist der Sportsgeist, aus dem die Sieger geschnitzt sind!!!

Aus gegebenem Anlaß bringen wir hier ein kuirzes Interview mit Hans Unterguggenberger:

Hans, sauer über den dritten Platz? Irgendwie schon, denn das war unnötig.

Du meinst sicher den Sieg des Kärntners Franz  Tarmann. Wieso ist denn niemand nachgefahren? Gute Frage. Er ist mit der Favoritengruppe der Kategorie 5 mitgefahren, die waren sehr bald weg, sind in der Steigung nach dem Start davongefahren. Und hinten hat niemand reagiert.

Warum nicht? Haben das alle übersehen, daß er auch dabei war? Nein, übersehen hat´s niemand, aber alle glaubten, daß er ohnehin in der Kategorie 5 fährt. Warum also sollte dann ein Kategorie-6-Fahrer nachfahren? Das bringt doch nichts, da spare ich doch lieber die Kräfte fürs Finale.

Das dann gar nicht stattgefunden hat, weil Tarmann den Sieg sicher in der Tasche hatte. Hat denn gar niemand reagiert? Nein, auch Horak und Hager, die auch den Sieg angepeilt haben, sind gleichermaßen überrascht gewesen.

Wie gibt es das? Naja, der Tarmann ist bisher immer Kategorie 5 gefahren, heuer erstmals in der Klasse 6. Und für viele war das heute das erste Straßenrennen der Saison, für mich, für den Sigi, und auch für Tarmann. Und vor dem Start habe ich ihn noch gefragt, welche Kategorie er fahre, er meinte, in der Klasse 5. Und damit war der Fall für mich erledigt.

Du hast dich also aufs Kreuz legen lassen? Leider ja. Ich hätte ja nur in die Starterliste schauen brauchen, dann hätte ich es gesehen.

Ein Fehler, wie er eigentlich nicht passieren sollte. Richtig, aber er ist nun mal passiert. Da ist es auch kein Trost, daß er allen anderen auch passiert ist. Den Rest dieser Saison möchte ich nicht in Tarmanns Haut stecken, denn das nehmen ihm jetzt viele übel. Und werden sehr motiviert sein, ihn zu schlagen.

 

Sonntag, 18. Mai 2008: Österreichische Straßen-Staatsmeisterschaft in Unterdanegg, 72 bzw. 60 Km

Heute also die Straßenmeisterschaft, ungewöhnlich früh im Jahr. Eigentlich dumm, denn da gibt es kaum Vorbereitungsrennen. Seit wenigen Tagen weiß ich auch, daß mein Schulterblatt doch angebrochen ist, auch keine aufbauende Neuigkeit. Ich kann mir somit höchstwahrscheinlich alle Träume und Hoffnungen irgendwohin schmieren, muß wohl froh sein, überhaupt ins Ziel zu kommen. Das Rennen findet mit Start und Ziel in Unterdanegg auf einem 6-km-Rundkurs statt, der zwei Anstiege aufweist, 140 Höhenmeter pro Runde. Gleich nach dem Start ein langer, eineinhalb Kilometer langer Anstieg, und kurz vor dem Ziel folgt ein 500-m-Anstieg sowie eine steile, kurvige, enge Abfahrt zum Ziel. Sehr winkelig, der Zielsprint führt wieder leicht bergauf.

Szene aus der 3. Runde, da sieht man die Schulterschmerzen ganz deutlich

Die ersten drei Runden laufen dann überraschend gut, ich halte gut mit, fahre offensiv, fahre einmal alleine dem entwischten Stocker Hans nach und ziehe das ganze Feld mit, zweimal probiere ich es alleine, komme zwar weg, aber das Feld schließt jeweils auf, ich hatte gehofft, daß eine kleine Gruppe kommt. Aber der Kurs ist anscheinend zu schwer für eine Gruppe. Und zu Beginn der 4. Runde dann auch schon sehr schnell und konsequent das Aus: im ersten Teil des Anstiegs eine Attacke, die anderen gehen mit, und ich bleibe übrig, kann nichts mehr zusetzen, auch am folgenden langen flacheren Teil des Anstieges nicht, und oben auf der Kuppe habe ich meine 150 Meter Rückstand, fahre in einer kleinen 3-Mann-Gruppe. Die Abfahrt ist auch nicht dazu angetan, Boden gutzumachen, sie ist sehr flach, da rollt man mit etwa 40 km/h runter, wenn man aktiv und mit harter Übersetzung tritt, dann kommt man schon auf 60 km/h. Keine Frage, auch in der Abfahrt vergrößert sich unser Vorsprung.

Bis ins Ziel wächst meine Gruppe weiter an, wir verlieren auf die Spitze aber kontinuierlich. Im Endeffekt belege ich den 15. Rang. Aus der kleinen Spitzengruppe gewinnt Herbert Habacher (ARBÖ Koller Cycling Team Stattersdorf) den Sprint um den Sieg, im Sprint des größeren Verfolgerfeldes macht mein Klubkollege Hans Schweighofer eine sehr gute, aber unglückliche Figur. Nur ganz knapp verliert er den Sprint gegen den Wiener Herbert Ebermann und wird somit 5. des Meisterschaftsrennens.

Robert

Start der Kategorien 5 und 6, Hans Unterguggenberger führt, Siegfried Rothauer im Hintergrund

Der schwere Kurs macht mir Respekt, aber ich halte doch sehr gut im Feld der Verfolger mit. Die dreiköpfige Spitze ist vorne weg, 2:16 Minuten dahinter geht es in meiner Verfolgergruppe um den vierten Platz. Ich komme ganz gut über den letzten Anstieg, habe auch eine gute Position, halte sie in der Abfahrt und der Zielanfahrt, aber auf der steigenden Zielgeraden ist Ebermann der klar Stärkere und kommt im letzten Moment doch noch vorbei. Naja, der 5. Rang ist ja auch viel besser als erwartet, ich muß wohl mit dem Ergebnis zufrieden sein.

Johann

Ich habe mich auf diese Meisterschaft gut vorbereitet, das Training war ja auch mangels Straßenrennen im Vorfeld sehr wichtig. Leider ist mir der Kärntner Franz Tarmann zusammen mit der Spitzengruppe der Master-5-Fahrer entwischt. Wir haben alle noch vor dem Rennen mit ihm gesprochen, da hat er beteuert, ein Master-5-Fahrer zu sein, deshalb haben wir auch alle nicht reagiert – ein böser Fehler, denn nach dem Rennen stellte sich heraus, daß er sehr wohl heuer in der Klasse 6 fährt, dieses Schlitzohr!

Ich habe in der Verfolgergruppe mithalten können, habe mich dann in den letzten Runden nur mehr auf den Zielsprint konzentriert. Der letzte Anstieg hat gepaßt, die Zielanfahrt auch, ich hatte eine sehr gute Position, habe nach der Zielkurve geführt, doch dann ist auf der immer länger werdenden ansteigenden Zielgeraden auf den allerletzten Kilometern noch Teamkollege Sigi Rothauer vorbeigehuscht. Ein ganz tolles Ergebnis für ihn, das Comebackrennen nach vielen Jahren Rennabstinenz gleich ein zweiter Platz in der Meisterschaft, ein wahrlich toller Einstand! Für mich blieb der 3. Platz und die Bronzemedaille. Mit dem bitteren Nachgeschmack, eine Medaille an Tarmann verschenkt zu haben. Verschenkt sicherlich, denn im Sprint hätte der Kärntner keine Chance gehabt.

Hans

Szene aus dem Finale der Verfolgergruppe

Das war jetzt meine Saisonpremiere, mein erstes Rennen in dieser Saison, für den neuen Verein. Und gleich die Österreichische Meisterschaft. Umso motivierender fand ich, daß ich bis zum Schluß auf Medaillenkurs war. zwar war die Spitzengruppe weg, aber da das nur Master-5-Fahrer waren, haben sie uns wenig gekümmert. Also ist es in meiner Gruppe um den Sieg in der Masterklasse 6 gegangen. Der Kurs war schwer, sicher, aber als ich die letzte Runde auch noch überlebt hatte, habe ich mich auf den Zielsprint konzentriert, hatte auch eine gute Position, die Zielkurve auch gut passiert, die war ja sehr eng und uneinsehbar, und auf der steigenden Zielgeraden hatte ich das Glück, mich gegen meinen Klubkollegen Hans Unterguggenberger durchzusetzen, weil ich lange genug am Hinterrad geblieben bin und dann auf den letzten Metern die größeren Reserven hatte.

Im Ziel dann bin ich aus allen Wolken gefallen, als ich erfahren mußte, daß das Kärntner Schlitzohr Franz Tarmann, der 5 Minuten früher mit der Spitzengruppe angekommen ist, DOCH ein Master-6-Fahrer ist – und damit der neue Straßenmeister 2008! Kein schöner Zug von ihm, vorher noch zu behaupten, Master 5 zu fahren!

Siegfried

Pfingstmontag, 12. Mai 2008: Zweiländer-Straßenrennen in Krajnska Gora (SLO/ITA), 95,5 km

Das Zweiländer-Straßenrennen in Krajnska Gora hat schon Tradition, ich bin aber zum erstenmal dabei. Drei schwere Anstiege und insgesamt 1860 Höhenmeter auf slowenischen und italienischen Straßen warten.

Die Schulter schmerzt, und angesichts des schweren Streckenprofils mache ich gar nichts, um bis zum allerletzten Tropfen mit der Spitze mitzuhalten. Nach ein paar Kilometern des Aufstieges auf den Passo di Predil reiße ich mit einer ganzen Gruppe ab, und auch in der Folge lasse ich alle und jeden wegfahren, mit dem ich nur unter Aufbietung aller Kräfte mitfahren könnte. Ich fahre mein eigenes Tempo, das ist auf diesen langen Ansteigen das beste. Gleichmäßig fahren. Und ich behalte Recht, denn auf den letzten 3 km, die vom Predil-See steil bergauf zur Paßhöhe führen, überhole ich schon die ersten Fahrer.

Blick vom Passo di Predil runter auf den Predil-See auf der italienischen Seite

Die Abfahrt auf der slowenischen Seite ist schmal und kurvig, und im Tal unten beginnt auch gleich der Aufstieg auf den Vrsic-Paß. Der ist steil und auch sehr lange. Und wieder überhole ich hier zahlreiche Fahrer, fahre konstant und gleichmäßig von einer Gruppe in die nächste vor. Jetzt macht es sich bezahlt, daß ich noch Reserven habe. Oben am Predil-Paß hatte ich 4 Minuten Rückstand auf die Spitzengruppe. Nicht viel, das ist ja nur ein Klacks.

Als ich mit Reserven über die Paßhöhe am Vrsic-Paß fahre, entschließe ich mich, mit hohem Risiko runter nach Krajnska Gora zu fahren. Jetzt hat mich wieder das Rennfieber gepackt, und ich spüre förmlich, daß ich noch aufholen kann. Ich mache in dieser Hochgeschwindigkeitsabfahrt zwar keine Plätze gut, aber alles schiebt sich mehr und enger zusammen. Dann folgen ein paar flache Kilometer, ehe es links weggeht hinauf in den Wintersportort Planica. Der ist ja bekannt vor allem von den Skispringen und -fliegen. Und die letzten 3 km haben es in sich, ich überhole noch zahlreiche Fahrer und kann mich an der 8. Stelle klassieren, nur 4:39 Minuten hinter dem italienischen Sieger Claudio Pangos. Das ist doch ganz schön ordentlich, denn es ist in etwa der Rückstand, den ich schon oben am Predil-Paß aufwies.

Das Profil des Anstieges auf den Vrsic-Paß, der Zacken am Schluß ist der Zielanstieg nach Planica

Ich hatte Recht, die Entscheidung, freiwillig abzureißen und das eigene Tempo hochzufahren, war goldrichtig. Im Finale hatte ich noch die Substanz, die nötig war, um ein Quentchen schneller zu sein als der Rest und noch in die Top-10 reinzufahren. Auf der schweren Strecke war ich hochzufrieden, da sind auch die starken Schulterschmerzen sehr schnell vergessen gewesen.

Robert

Sonntag, 11. Mai 2008: Einzelzeitfahren in Wiesen, 13,5 km

Die 13,5 km lange Strecke ist nicht so einfach, wie sie vielleicht auf den ersten Blick aussieht. Gleich zu Beginn ein gut 300 m langer 5%iger Anstieg, und auch danach folgen noch ein paar Wellen. Der wirkliche Scharfrichter dieses Rennens aber ist der starke Wind, der fast von Sturmcharakter hat. Ich gebe alles, ohne lange zu überlegen, fahre voll, kann mich aber einfach nicht so überwinden, wie ich es müßte.

In der zweiten Hälfte, der Rückfahrt, rollt es etwas besser, ich bin schneller, der Wind kommt meist von schräg hinten, ich fahre auch schon mit 50 km/h, aber nicht mit den letzten Reserven. Und als ich im Ziel bin, bin ich auch überhaupt nicht ausgepowert, da wäre noch sehr, sehr viel mehr drinnen gewesen.

Schade drum, ich werde Vierter, mit 1:38 Minuten Rückstand auf den Sieger Sebastian Pfisterer, und dieser Rückstand gibt mir schon zu denken. Das ist nämlich mehr als ich mir vorgestellt hatte.  Zum Sprung aufs Podest hat aber auch über eine Minute gefehlt, also der Rang war schon eindeutig und klar. Leider.

Robert

 

Mein erstes Rennen, das war vielleicht ein Sturm! Zeitweise so arg, daß ich mich richtig dagegenlehnen mußte, um nicht um ein paar Meter versetzt zu werden! Leider war ich der einzige Starter in der Klasse 6, konnte also einen Sieg nicht vermeiden. Spaß beiseite, meine Zeit von 20:14 war nicht so schlecht, in der Klasse 5 wäre ich damit Zweiter geworden. So hat´s aber schon komisch ausgeschaut, wenn ich da als einziger aufs Podest raufsteige. Egal, erstes Rennen und erster Sieg in dieser Saison!

Hans

Samstag, 10. Mai 2008: Straßenrennen um den Gran Premio di comercio in Novo Mesto (SLO), 93 km

Drei Runden á 31 km, also 93 km insgesamt, sind mit dem Monsterfeld aller Masterfahrer (um die 200 Starter) zu absolvieren, saftige Steigungen sind natürlich auch dabei, der erste Anstieg wartet auch gleich 2 km nach dem Start. Dort zieht sich das Feld in die Länge, und am zweiten, langen Anstieg (ca 3 km) zerreißt der Haufen auch, eine große Gruppe setzt sich ab, ich fahre in einer kleineren dahinter.

Auf dem weiteren Weg sammeln wir andauernd zurückgefallene Fahrer auf, meine Gruppe bleibt aber höchstens 12 Mann stark. Nach Dolejska Toplice wartet noch ein ganz steiler Anstieg (mind. 15 %) auf uns, und die letzten 8 km sind auch sehr wellig und hügelig, so lange Anstiege, daß es richtig wehtut. Einige drücken sich mit Kraft drüber, ich fahre mit leichten Übersetzungen und tue mir dementsprechend schwer. Die Schulter schmerzt auch, und so liege ich nach der ersten Runde schon über 2 Minuten zurück.

Zweite Runde gleiches Bild, ich tue mir nur ungleich schwerer. Ich kann mich weder konzentrieren noch motivieren, es ist ein komischer Tag, nicht meiner jedenfalls. Kaum wird es Ernst, habe ich leere Beine. Der Rückstand summiert sich, es sind nach 2 Runden schon über 6 Minuten.

Schlußrunde. Die Hölle. Alles tut weh, ich habe das Gefühl, mir die Lunge aus dem Leib zu fahren, und dennoch komme ich kaum vom Fleck. 5 Mann sind vorne, es geht also um den 6. Platz in meiner Gruppe. Aber ich fahre so unkonzentriert, daß ich kurz vor dem Ziel noch abreisse und die letzten 2 km alleine fahre. Völlig überraschend reicht es dennoch zu einem Preis, ich werde 10. Bin müde und fühle mich gerädert. Vielleicht habe ich auch alles geträumt und bin in Wirklichkeit 250 km gefahren!

Robert

Sonntag, 4. Mai 2008: Karawanken-Radmarathon in Kirschentheuer, 141 km

Auch die Karawanken-Rundfahrt hat eine neue Strecke, Start und Ziel befinden sich in Kirschentheuer bei Ferlach, die erste Runde führt über St.Jakob, Rosseg und den Rupertiberg zurück nach Köttmannsdorf und Kirschentheuer, die zweite und etwas längere Runde geht dann über St.Margarethen, Linsendorf, St.Veit/Jauntal, Miklauzhof und die Abtei zurück nach Kirschentheuer. Die Schulter schmerzt, und ich bin mir gar nicht sicher, daß sie nicht vielleicht doch angebrochen ist. Ich spüre ganz genau die Stelle schmerzhaft pulsieren, ein stechender Schmerz, der durch und durch geht, ich kann nicht tief atmen, von Husten und Niessen ganz zu schweigen.

Bis zum Rupertiberg halte ich problemlos mit, aber dort muß ich abreissen lassen. Der Rupertiberg ist mir mit seinen gut 4 km auch viel zu lang, mit bis zu 12 % steilen Anstiegen geht es stufenartig hoch. Hinter einer kleinen Spitzengruppe fahren lauter einzelne Fahrer, und wir finden uns in der Abfahrt und später nach und nach zu einer 11-Mann-Gruppe zusammen. Und obwohl wir ziemlich schnell fahren, meist klar über 40 km/h, kommen wir nicht mehr an die erste Gruppe ran. Viele, viele kleine Steigungen, ein paar hundert Meter lang gerade, summieren sich zu insgesamt über 1100 Höhenmetern.

Wir fahren  zügig, ich halte mich nur an den diversen Hinterrädern auf, führe keinen einzigen Meter. Die Schulterschmerzen strahlen bald schon auf den gesamten Oberkörper aus. Bei St.Veit/Jauntal wird es wieder sehr hügelig, und danach dann, auf der Hauptstraße, wartet der letzte Anstieg, die Abtei. Und da spüre ich, daß ich nicht mehr mit drüber komme. Ein Berg zu viel im Streckenplan. Vorher werden noch alle Ausreißer, die da ein wenig vor uns gefahren sind, eingeholt. Danach genehmigt man sich eine Ruhepause und nimmt die Beine hoch. Sofort nutze ich diese Chance, nehme alle meine Kräfte und Energien zusammen und fahre weg.

Da wir nur mehr mit 32 bis 34 km/h dahin gerollt sind, bin ich mit 42 bis 44 km/h gleich weg, ich fahre bis zum Fuß der Abtei, dort sehe ich nichts mehr hinter mir. 3,2 km lang, 300 Höhenmeter, mit 39/23 kämpfe ich mich hoch, blicke mich nicht um, achte nur darauf, mit 14 bis 15 km/h gleichmäßig hoch zu fahren. Ein Scheißberg, wirklich! Breite Straße, die Steigung sieht man nicht, aber spürt sie dafür umso intensiver. Kurz vor der Kuppe sehe ich mich dann doch noch um, etwa 300 m hinter mir sehe ich drei Mann, dazwischen einen einzelnen Verfolger.

Ich bin beruhigt, ich werde noch vor den Verfolgern die Kuppe überqueren. Zu zweit gehen wir in die Abfahrt, die in Stufen nach St. Margarethen runter führt. Ich habe noch genug Energie, um hohes Tempo zu fahren, aber mein Mitausreißer ist zu schwach, der führt zu wenig und zu langsam. Und ungleich mehr als er möchte ich auch nicht investieren, 12 km vor dem Ziel ist die ganze Meute wieder da.

Bei mir geht es um einen Podiumsplatz, doch kurz vor dem Ziel reißt dann mein einziger Konkurrent in dieser Gruppe, ein KTM-Mountainbiker.at-Fahrer, doch noch ab und faßt gut 2 Minuten aus, damit die Sache klar, ich bin Dritter. Den Sieg in meiner Seniorenklasse 2 holt sich Groß Rudi (ARBÖ Feld/See), der Gesamtvierter wird, vor Raimund Wulz (ÖAMTC Grafenstein) und eben mir.

Eigentlich unglaublich, mit diesen Schmerzen noch aufs Stockerl zu fahren! Im Ziel kann ich nicht mehr aufrecht stehen, auch nichts aufs Podest klettern, ich kann mit der linken Hand nicht mal einen Socken aufheben!! Die Heimfahrt wird abermals zur Tortur, ich fahre gleich wieder ins UKH, zu einer neuerlichen Röntgenuntersuchung, die aber wieder nur das gleiche Ergebnis bringt wie schon am Vortag: kein Bruch, nur eine Prellung! Und die ist eben schmerzhaft.

Robert

Samstag, 3. Mai 2008: Straßenrennen in Tisina (SLO), 80 km

Wir fahren wieder eine völlig neue Strecke, nichts ist´s mit der Streckenkenntnis aus dem Vorjahr. Die Zielgerade ist 3,5 km lang, schnurgerade, schöne, breite Straße, eine ideale Sprintergerade. Der Rest? Schmale, winkelige, kurvige Ortsdurchfahrten, schlechte Straße, viele und große und tiefe Schlaglöcher.  Vom Start weg halte ich mich ganz vorne im Feld der etwa 70 Master-Fahrer (alle Masterklassen 1-6), die kurvige, schlechte Straße tut ihr übriges zur Selektion.

Die Spitzengruppe wird immer kleiner, es wird auch fleißig attackiert, aber das sind alles Einzelaktionen, von vornherein zum Scheitern verurteilt. Ich halte mich zurück, fahre immer unter den Top-15, stehe aber nie im Wind. Es beachtet mich auch niemand, ich kann mich da völlig ungehindert und frei bewegen. 10 Runden auf diesem Kurs sind vor allem eine mentale Herausforderung, man muß sehr, sehr konzentriert fahren. Je näher es dem Ziel geht, desto kleiner ist das Spitzenfeld, aber die stärkeren Fahrer setzen sich durch, die sind vorne, die schwächeren fallen nach und nach zurück. Was die Streckenbeschaffenheit nicht schafft, besorgt der starke Wind.

Aber dann passiert´s leider doch noch. Schlußrunde, Ortsdurchfahrt, ein paar halb verfallene Bauernhäuser, schlechte Straße, irgendjemand in der Einserreihe knallt in ein Schlagloch, es schlägt ihm den Lenker aus der Hand, er stürzt, ein paar nachfolgende Fahrer drüber, und ich natürlich mittendrin. Keine Chance zum Aussteuern, ich knalle voll auf die vier bis sechs Fahrer, die sich auf der gesamten Straßenbreite ausgebreitet haben.

Als ich auf die ohnehin schon verletzte linke Schulter stürze, höre ich den Knochen knacken und hoffe noch, daß das nicht mein Knochen war, sondern der von irgendjemand anderem. Aber so was ist halt leider kein Wunschkonzert. Ich springe sofort wieder auf, rauf aufs Rad, mache mich ganz klein und jage hinterher. Mit knapp 55 km/h fahre ich alleine dem nun schon ganz kleinen Feld hinterher, ich habe keine Zeit, auf Schmerzen zu achten, ich bin auch sehr schnell wieder dran, und in dem Moment greift Ales Hren an, der slowenische Straßenmeister, der heuer schon einige Rennen gewonnen hat.

Mit dem Schwung verlängere ich sofort, springe an sein Hinterrad und fahre mit. Die Attacke scheint genau geplant zu sein, denn im Handumdrehen haben wir einen Riesenvorsprung. Dann wird er unruhig, sieht sich dauernd nach mir um und bedeutet mir, ich solle in den Wind gehen. Na blöde müßte ich sein, ich werde mich hüten! Ich riskiere einfach, bleibe konsequent an seinem Hinterrad, bei der 1000-m-Marke haben wir etwa 150 Meter Vorsprung. Eine ganz knappe Angelegenheit, da darf man sich keine Sekunde erlauben, in der man die Beine hoch nimmt.

Wir retten uns irgendwie ins Ziel, bei 200 Meter etwa tritt er an, ich hänge hinten dran, bin aber um einen Zahn härter übersetzt als er, und ich kann trotz der Schmerzen in der Schulter voll durchziehen, ich gehe etwa 80 m vor dem Zielstrich rechts vorbei, aber dann verhungere ich etwas, die Schmerzen sind übermächtig, ich lasse ein paar Tritte aus und rolle nur mehr über den Strich. Eine solche Chance darf man einem Ales Hren aber niemals geben, und so schiebt er sich dann auch noch Zentimeter vor der Linie vorbei – mir bleibt Rang 2 und eigentlich doch viel mehr, als ich unter diesen Umständen erwarten durfte.

Die Heimfahrt wird zur Tortur, ich fahre gleich ins UKH, lasse meine Schulter röntgen, Gott sei Dank ist nichts gebrochen.

Robert

Donnerstag, 1. Mai 2008: Kriterium in Ebreichsdorf, 30,5 km

Unmittelbar vor dem Start wird noch am Modus herumgedoktert, anstatt mit der Masterklasse 4 starte ich mit den Klassen 1 und 2, die Distanz ist auch länger. Aber als absoluter Nichtsprinter bin ich darauf angewiesen, beim Kriterium anzugreifen, aktiv und offensiv zu fahren, und wenn die Jüngeren dabei sind und das Rennen schneller ist, ist das naturgemäß sehr viel schwerer. Also ein klarer Nachteil für mich.

Da sieht man´s wieder: ich führe, dahinter die Master-2-Fahrer Langegger, Weberhofer, Sattler

Von Anfang an versuche ich, auf der Gegengeraden im Gegenwind das Rennen schwer zu machen, indem ich dort hohes Tempo fahre, das Feld in die Länge ziehe und hoffe, daß sich eine kleine Gruppe bildet. Aber alle diese Versuche sind vergeblich, es gelingt nicht. Bei den Punktesprints bin ich natürlich chancenlos, die Punkte holen sich andere. Kaum fahre ich weg, sind sich alle einig im Nachfahren, aber es ist keiner daran interessiert, das Feld zu zerreißen. Schade.

Das Ende ist wieder dasselbe: ich alleine gegen alle, und das kann nicht gut gehen. In der vorletzten Wertung ergattere ich als Vierter noch 1 Punkt, im Ziel habe ich gegen einen anderen 1-Punkt-Fahrer das Nachsehen und werde somit Gesamtvierter. Nicht schlecht für ein Kriterium, aber wenn wir wie ursprünglich vorgesehen mit der Klasse 4 gestartet wären, dann wäre ich um den Sieg mitgefahren. Schade nochmal.

Robert